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Rhein-Schifffahrt: Arbeit für den Eimerketten-Bagger

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Auf dem Rhein baggert die Hülskens 27 von der „Deutzer Platte“ weg. Foto: Arton Krasniqi
Ein Spezialgerät befreit die „Deutzer Platte“ von tonnenweise Kies und Sand. Baggermeister Otto Schulte soll in den nächsten Wochen das Nadelöhr im Rhein von den Ablagerungen befreien und freut sich über den tollen Ausblick.  Von
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Als Otto Schulte auf den grünen Knopf mit der Aufschrift „Start Eimerkette“ drückt, setzt sich das Ungetüm langsam in Bewegung. 40 rostige Schaufeln tauchen in den Rhein, jede von ihnen fasst 250 Liter. Sie fördern zutage, was der Schifffahrt Anfang der Woche zum Verhängnis geworden ist: tonnenweise Kies und Sand.

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Die Ablagerungen landen auf einem kurzen Förderband und fallen in den Laderaum einer Schute, die neben dem Baggerschiff festgemacht hat. Schute heißen in der Fachsprache die Transportschiffe. 1000 Tonnen können sie laden, zwei Schuten hat die Firma aus Wesel mit nach Köln gebracht. Otto Schulte, kurze Haare, Brille, rotes Shirt, ist der Baggermeister an Bord der „Hülskens 27“. „Toller Ausblick“, sagt der 61-Jährige und blickt auf den Dom, „und wir kriegen dafür sogar noch Geld.“

Zusammen mit fünf Kollegen soll er in den nächsten Wochen dafür sorgen, dass die „Deutzer Platte“ nicht mehr das Nadelöhr für die Berufsschiffer ist. Auf diesem etwa 600 Meter langen und 380 Meter breiten Teil des Flusses zwischen Severinsbrücke und Deutzer Brücke waren zwischen Sonntag und Montagnachmittag gleich vier Schiffe auf Grund gelaufen.

Etwa alle sechs Monate wird die Deutzer Platte laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) von Ablagerungen befreit, Kostenpunkt etwa eine Million Euro. Nach abgelaufenem Hochwasser werde mit Echolot gepeilt und dann gebaggert, sagt Hartmut Straichan von der Behörde: „Wir müssen diese Maßnahme europaweit ausschreiben.“

Havarierter Kohlefrachter geborgen

Das sei Mitte Juli erfolgt. Vorwürfe von Binnenschiffern, das hätte früher passieren müssen, weist die WSV zurück. Im Gegenteil: Die Schuld für die Havarien liege bei den Kapitänen und Disponenten: „Die »Maranta« hatte wegen zu viel Ladung einen Tiefgang von 2,65 Metern, die Fahrrinne war aber nur 2,25 Meter tief, und das war bekannt“, sagt Rolf Nagelschmidt von der WSV. Als der Kapitän des holländischen Kohlefrachters dann auch noch frech wurde, musste Nagelschmidt an sich halten: Seit Sonntagmorgen um 3 Uhr ist er im Einsatz.

Was vor dem Schokoladenmuseum aus dem Rhein gebaggert wird, kommt an anderer Stelle übrigens wieder in den Fluss zurück. Dadurch werden so genannte Übertiefen ausgeglichen, durch die zum Beispiel Uferbefestigungen weggerissen werden können. Und: Würde der Rhein immer tiefer, nähme die Strömung zu. Auch dass soll mit den Baggerarbeiten verhindert werden.

Tankschiffe blockieren den Rhein

Auf drei Monate in Köln hat sich die Baggercrew eingestellt. Geschlafen wird auf dem Schiff, nur freitags geht es für das Wochenende nach Hause. Den sechs Männern stehen lange Tage bevor: Um die angepeilten 7500 Kubikmeter Kies und Sand aus dem Wasser zu holen, 90 000 Kubikmeter insgesamt, müssen sie jeden Tag zehn bis zwölf Stunden arbeiten. Dabei soll der Eimerkettenbagger leiser sein als seine Vorgänger. „Den hören Sie kaum“, meint Otto Schulte. In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Rhein-Anwohner beschwert. Ihnen waren die Arbeiten auf dem Wasser zu laut.

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