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Archäologische Zone: Finanzierung falsch eingeschätzt

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Baustelle: Die Archäologische Zone Foto: Stefan Worring
Aussagen zu den Kosten und der Finanzierung der Archäologischen Zone mit dem Jüdischen Museum haben sich mehrfach als unzutreffend erwiesen. Das zeigt ein Blick in die Beschlussprotokolle des Rates.  Von
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Köln

Kann und soll sich Köln angesichts der Haushaltskrise den Bau eines weiteren Museums leisten? Das ist die Kernfrage der Diskussion, die in der Stadt geführt wird und die mit dem Beginn einer von Bürgern gestarteten Protest-Kampagne noch an Schärfe gewonnen hat. Ein Blick in die Beschlussprotokolle des Rates zeigt jedenfalls: Aussagen zu den Kosten und der Finanzierung der Archäologischen Zone mit dem Jüdischen Museum haben sich mehrfach als unzutreffend erwiesen – stets zum Nachteil für die Stadtkasse.

Im Mai 2006 fassten SPD, Grüne und FDP den Grundsatzbeschluss für das Jüdische Museum auf dem Platz vor dem Rathaus, damals noch getrennt von der Archäologischen Zone. Die Kosten für den Bau und den späteren Betrieb „werden vollständig vom Förderverein übernommen“, heißt es. Die Finanzierung müsse „transparent und vertrauenswürdig abgesichert dargestellt werden“.

Und es werde „angestrebt, im Zusammenhang mit diesem Projekt die Archäologische Zone zu realisieren“. Der in einem Wettbewerb preisgekrönte Entwurf des Saarbrücker Architekturbüros Wandel Hoefer Lorch sah dann vor, das Museum als Einhausung für die Ausgrabungszone zu errichten; es soll also zugleich als Schutzbau für die freigelegten Zeitzeugnisse dienen. Die Hoffnungen auf private Geldgeber erfüllten sich allerdings nicht. Die Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur warb keine nennenswerten Spenden ein und gab im Juli 2009 ihr Scheitern bekannt.

Im August 2009 beschloss der Rat, auf die Planung eines eigenständigen Jüdischen Museums zu verzichten. Die Zeugnisse der jüdischen Geschichte Kölns sollten als ein Schwerpunkt der Archäologischen Zone präsentiert werden. Die Architekten mussten ihren Entwurf überarbeiten, der Baukörper wurde verkleinert. Die Baukosten für das gesamte Vorhaben wurden mit 45 Millionen Euro beziffert. Davon sollte das Land 36 Millionen übernehmen. Die Stadt sollte neun Millionen Euro zahlen und für die späteren Betriebskosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro jährlich aufkommen.

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Im April 2010 stimmte der Rat dem neuen Entwurf der Architekten zu – und damit auch den neu errechneten Baukosten in Höhe von 48 Millionen Euro. Die Verwaltung sollte „vorbehaltlich der rechtsverbindlichen Zusage von Fördermitteln in Höhe von 35 932 000 Euro“ mit der Ausführung des Gebäudes beginnen. Die Förderzusage aus Düsseldorf blieb jedoch aus. Der eigene Anteil wurde mit zwölf Millionen Euro beziffert, die Folgekosten für den Betrieb mit 2,9 Millionen Euro.

Im Juni 2011 bekräftigte der Rat noch einmal den Museumsbau, der wegen des Sparzwangs zur Diskussion stand. Diesem Beschluss war zu entnehmen, dass die Baukosten auf 51,7 Millionen Euro steigen würden. Die Betriebskosten wurden diesmal mit 5,7 Millionen Euro im Jahr angegeben. Mit dieser Kostenerhöhung ging ein Ausbleiben der von der Verwaltung angekündigten Landeszuschüsse einher. Statt der zuvor in Rede stehenden 36 Millionen Euro erhält Stadt nur 14,3 Millionen Euro. Der Anteil aus der Stadtkasse erhöht sich damit auf gut 38 Millionen Euro.

Im Dezember 2012 beschloss der Stadtrat mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP, die Ausstellungsplanung und den Betrieb des Museums dem Landschaftsverband Rheinland zu übertragen. Die Stadt zahlt dennoch mit. Denn 14 Prozent Landschaftsumlage, durch die der Verband finanziert wird, stammen aus Köln.

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