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Archäologische Zone: Uni-Institut kritisiert Grabungsleiter

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Seit vielen Jahren eine Problemzone: das Grabungsgelände auf dem Rathausplatz. Foto: Stefan Worring
Auf einer Podiumsdiskussion zur Archäologischen Zone ist heftig über die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse des aktuellen Grabungsberichts diskutiert worden. Oberbürgermeister Jürgen Roters vermittelte schließlich zwischen den Kontrahenten.  Von
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Oberbürgermeister Jürgen Roters will bei der Auswertung der Grabungsfunde auf dem Rathausvorplatz künftig auch die Universität einbeziehen.

Wie Roters auf einer Podiumsdiskussion im Kunstsalon ankündigte, will er den Forschern der Uni alle Möglichkeiten bieten, sich über die Ausgrabungen zu informieren und deren Ergebnisse einem „wissenschaftlichen Disput“ zu unterziehen.

Lohnende Investition

Vorausgegangen waren kritische Worte über das Vorgehen des im Publikum sitzenden Grabungsleiters Sven Schütte. Dieser „neigt leider zur Übertreibung“, sagte Prof. Thomas Fischer, Vorstand des Archäologischen Institutes der Uni Köln, vor weit mehr als 100 Besuchern.

Schüttes These von einer spätantiken Synagoge „ist genauso absurd, als wenn jemand käme und sagen würde, Köln ist nicht von der Römern, sondern von den Ägyptern gegründet worden“. Eine im vierten Jahrhundert auf dem jetzigen Rathausvorplatz errichtete Synagoge sei „durch nichts belegt“, so Fischer.

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Wissenschaft lebe von Kommunikation und Kontrolle. Schütte gebe indes zu wenig Informationen heraus, um auf wissenschaftlichem Standard über die Ergebnisse diskutieren zu können. Der veröffentlichte Grabungsbericht enthalte „Nebelkerzen und Fehlinformationen“.

Sollte das Jüdische Museum gebaut werden?

Für ihn sei nicht maßgeblich, ob die Synagoge im vierten oder im achten Jahrhundert gebaut worden ist, sagte Roters. Die freigelegten Zeugnisse aus Kölns 2000-jähriger Geschichte seien allemal wertvoll genug, um in einem Museum gezeigt zu werden. Er sei überzeugt, dass sich die Ausgaben für diesen „kulturellen Leuchtturm“ auf jeden Fall lohnen werden. Nach derzeitigem Stand zahlt die Stadt 38 Millionen Euro, das Land 13,3 Millionen.

„Chance nicht entgehen lassen“

Ex-Stadtkonservator Ulrich Krings mahnte, Köln solle sich nicht die Chance entgehen lassen, vor dem Rathaus „ein spannendes Museum und etwas städtebaulich Gutes“ zu verwirklichen. Die Frage des Gastgebers Peter Bach, Vorsitzender des Kunstsalons, ob „vielleicht ein bisschen viel gegraben“ werde, beantwortete Roters so: „Ich will gar nicht verhehlen, dass man dem Grabungsleiter auch mal eine Leine anlegen muss.“ Andernfalls „buddelt er ganz Köln aus“.

Ungeachtet seiner Kritik geht auch Uni-Vertreter Fischer davon aus, dass „etwas Tolles“ entstehen könne. Das von den Befürwortern vergebene Prädikat „Alleinstellungsmerkmal in Europa“ ließ er jedoch nicht uneingeschränkt gelten. Das Archäologie-Museum in Barcelona sei wesentlich größer.

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