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Arnold-Overzier-Haus: Homosexualität im Alter leben

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Die Teilnehmer des Rundgangs im Hof des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt am Severinswall. Foto: Süsser
Viele ältere Schwule und Lesben fühlen sich in der traditionellen Altenhilfe nicht wohl und berichten von unterschwelliger Diskriminierung. Eine Kooperation im Arnold-Overzier-Haus bietet Unterstützung für homosexuelle Senioren.  Von
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Eugen ist gut integriert im Arnold-Overzier-Haus, dem Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Severinswall. Er ist Mitglied im Heimbeirat, organisiert Wunschkonzerte für die Bewohnerinnen und Bewohner, versorgt die Kübelpflanzen. Der 71-jährige lebt dort seit fünf Jahren. Eugen ist schwul und steht dazu. An den Wochenenden erhält er Besuch von seinem langjährigen Freund, der in Brüssel im flämischen Parlament arbeitet und 30 Jahre jünger ist als Eugen.

„Viele im Haus glauben, dass er mein Sohn ist“, sagt Eugen und lacht. Dabei habe er die Beziehung nie verheimlicht. Überhaupt will er sein Schwulsein nicht verleugnen, und der Senior ist froh, dass er das im Seniorenzentrum nicht muss. „Unser Haus ist offen für alle, jeder ist willkommen“, sagt Elisabeth Römisch, die die Senioreneinrichtung in der Südstadt und ein weiteres Awo-Haus in Köln leitet. Sie weiß um die Brisanz, die ein enges Zusammenleben von hetero- und homosexuellen alten Menschen mit sich bringen kann.

Durchschnitt der Bevölkerung

Da ist vor allem die Angst der Lesben und Schwulen vor Diskriminierung und Mobbing, wenn sie hilflos und ausgeliefert sind. Das Thema werde im Haus besprochen, sagt Elisabeth Römisch. Die Fachkräfte und Bewohner würden entsprechend sensibilisiert. Die Hausbewohner sollten den Durchschnitt der Bevölkerung widerspiegeln, dazu gehörten eben auch Lesben und Schwule.

Seit einigen Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Arnold-Overzier-Haus und „Rubicon“, einer Anlaufstelle unter anderem für lesbische und schwule Menschen. Beide Institutionen hatten Interessierte zu einem Rundgang durchs Haus und zum Gespräch eingeladen. Markus Schupp und Ilona Schulz hatten die Veranstaltung organisiert. Der Sozialwissenschaftler und die Sozialpädagogin arbeiten unter dem Dach von „Rubicon“ beim Netzwerk „Die Alternativen. Lesbisch/Schwule Senioren und Seniorinnen in Köln“.

Selbstbestimmtes Leben im Alter

Viele ältere Schwule und Lesben hätten in ihrem Leben Ausgrenzung erfahren, sie seien von ihren Angehörigen getrennt, hätten selbst keine Familien, hätten Freunde durch Aids verloren, sagen Schupp und Schulz. Oft würden sie sich in der traditionellen Altenhilfe nicht wohl fühlen, denn ihre Identität bleibe oft „im Schrank“.

Davor hat auch Bernhard Angst. Ein selbstbestimmtes Leben sei für ihn im Alter ganz besonders wichtig. Er ist 63 Jahre alt, fühlt sich aber noch viel zu jung fürs Seniorenheim. Aber man könne nicht früh genug anfangen, sich zu informieren, meint er. Das sieht auch Iris so, sie ist 50. Von offener Diskriminierung berichten die Rundgang-Teilnehmer nicht, aber unterschwellig gebe es sie schon, finden sie. Einige Träger hätten ihnen zu verstehen gegeben, dass sie nicht erwünscht seien, sagt einer. Ein anderer erzählt von dem Geistlichen, der sich geweigert habe, einem Freund im Hospiz den letzten Segen zu erteilen.

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