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Beschädigungen: Keine Absperrpoller am Roncalliplatz

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Hohe Kosten verursachen Jahr für Jahr die Reparatur oder der Austausch beschädigter Granitplatten. Foto: Arton Krasniqi
Die Stadt nimmt den Vorschlag für teure Absperranlagen zum Schutz des Bodens am Roncalliplatz zurück. Lange war um eine Maßnahme gestritten worden, um Kosten für Reparatur oder den Austausch beschädigter Granitplatten zu sparen.  Von
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Zwei Jahre lang diskutieren, beschließen, prüfen, planen, abwägen, verhandeln, berechnen – und am Ende bleibt alles, wie es ist. Das könnte, ganz knapp zusammengefasst, die Geschichte der geplanten Absperrung des Roncalliplatzes sein. In der Mitteilung jedenfalls, die die Verwaltung dem Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung vorlegt, kommt Baudezernent Franz-Josef Höing zu dem Schluss, dass es „sinnvoll erscheint, die heutige Regelung beizubehalten“.

Diskutiert wird die Frage schon seit Jahren: Wie lässt es sich verhindern, dass Fahrzeuge, die den Roncalliplatz befahren, kostspielige Schäden an den Bodenplatten verursachen? Im Dezember 2010 hatte der Ratsausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen die Verwaltung beauftragt, nach einer Lösung zu suchen – und dabei auch die Installation versenkbarer Poller zu prüfen. Was den Politikern dann im vorigen September präsentiert wurde, löste, vorsichtig ausgedrückt, Verwunderung aus: Rund 118 000 Euro sollten die beiden versenkbarem Polleranlagen am Wallrafplatz und an der Straße Am Hof kosten, dazu kalkulierte die Stadt mit jährlichen Unterhaltungskosten – etwa für die Überwachung – von 271 000 Euro. Der Ausschuss war mit der Antwort alles andere als zufrieden.

Das Problem: Bei der Widmung des Roncalliplatzes im Jahr 1997 wurde den Anliegern ausdrücklich das Recht eingeräumt, den Platz für Anlieferverkehr sowie für Gästefahrten zum Dom-Hotel zu nutzen. Die Köselsche Buchhandlung gehört zu diesen Anliegern, die Dombauhütte, das Römisch-Germanische Museum und das Museum Ludwig, aber auch die Abfallwirtschaftsbetriebe, Kardinal Joachim Meisner und verschiedene städtische Ämter befahren den Platz von Zeit zu Zeit.

An zwei Tagen hat die Verwaltung Autos gezählt: Einmal rollten 103, das andere Mal 136 Fahrzeuge über den Platz – alle hatten das Recht dazu. Wegen der großen Zahl der Zufahrtberechtigten, so die Verwaltung, müssten Poller, wenn man sie denn installiert, von einer zentralen Stelle aus bedient werden – und zwar Tag und Nacht. Mit entsprechend hohen Personalkosten. Eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum sei rechtlich untersagt, lösbare Poller mit Dreikant oder Vorhängeschloss seien „erfahrungsgemäß keine wirksamen Varianten“.

Die Verwaltung geht weiter davon aus, dass bei versenkbaren Pollern jährliche Reparaturkosten von rund 32 000 Euro anfallen und auch Schäden an den Platten nicht vollständig vermieden werden könnten. 2010 haben Reparaturen am Bodenbelag rund 61 000 Euro verschlungen. Selbst wenn diese Summe durch die Poller um 30 Prozent gesenkt werden könnte, blieben immer noch mehr als 40 000 Euro pro Jahr.

Nun könnte man ja die Widmung des Platzes ändern und auch für die Anlieger die Zufahrt einschränken oder untersagen – das aber hätte laut Verwaltung „vermutlich Entschädigungszahlungen“ zur Folge. Aus all diesen Gründen kommt die Stadt jetzt zu dem Schluss: Man lässt alles, wie es ist.

Und in seiner nächsten Sitzung soll der Verkehrsausschuss einem Jahresvertrag über die Verlegung neuer Granitplatten auf der Domplatte und dem Roncalliplatz zustimmen. Kosten: rund 142 000 Euro.

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