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Bezirkspolitik: Streit in der Seniorenvertretung

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Symbolbild. Foto: dpa
Dass es in der Politik auch zu Konflikten kommt, ist normal, selbst wenn die Beteiligten ehrenamtlich tätig sind. In der Seniorenvertretung der BV Innenstadt lässt zurzeit die Forderung nach Neuwahlen die Auseinandersetzung eskalieren.  Von
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Dass sich im Rat oder den Bezirksvertretungen (BV) schon einmal zwei Lager bilden, die sich spinnefeind sind, ist nichts Ungewöhnliches. Wenn sich allerdings die gewählten Mitglieder eines überparteilichen Gremiums wie der Seniorenvertretung (SV) untereinander boykottieren und mobben, wirkt das höchst befremdlich. In der Seniorenvertretung der BV Innenstadt scheint letztere Situation allerdings seit mehreren Monaten an der Tagesordnung. Jetzt scheint der Streit zu eskalieren: Die derzeitige Sprecherin der SV, Edith Marschall, hat zusammen mit den Vertretern Gudrun Kleinpass-Börschel und Walter Vossen einen Antrag auf Neuwahl des Sachverständigen für die Bezirksvertretung und des stellvertretenden Sprechers der SV gestellt. Beide Ämter haben derzeit Maria Flöge-Becker und Franz Abels inne.

In einem Rundschreiben an die Seniorenvertreter der anderen Bezirke spricht Abels diesbezüglich von einem „heimtückischen Komplott“. Seit der Wahl der Seniorenvertretung Ende 2011 sei eine Zusammenarbeit seitens der früheren Sprecherin Kleinpass-Börschel systematisch verweigert worden. Auch Flöge-Becker sieht sich überrumpelt. „Zu keinem Zeitpunkt haben sich die Seniorenvertreter über meine Arbeit beschwert“, sagt die Rentnerin, die seit 2006 in der Seniorenvertretung der Innenstadt sitzt.

Alte Konflikte

Sie geht davon aus, dass der Neuwahltermin wissentlich auf einen Tag gelegt wurde, an dem sie sich nicht in der Stadt, sondern im Urlaub befände. Dass der Antrag um „vollständiges Erscheinen“ bitte, erscheine ihr deshalb wie Hohn. Sie habe sich bereits mit einem Anwalt besprochen und fordere ihrerseits Edith Marschall auf, den Posten der Sprecherin zurückzugeben, um der SV keinen weiteren Schaden zuzufügen.

Edith Marschall: „Mich belastet der Konflikt sehr. Ich kann nachts kaum noch schlafen.“ Der Grund des Streites seien persönliche Differenzen, die keine vernünftige Zusammenarbeit mehr zuließen. Als neu gewählte Sprecherin sei sie anfangs der Hoffnung gewesen, dass ein gutes Miteinander und eine produktive und vertrauensvolle Arbeit möglich wäre, doch dies habe sich zuletzt zerschlagen. Alte Konflikte unter den anderen Vertretern seien trotz mehrfacher Integrationsversuche erneut aufgebrochen.

Bürgermeister gibt sich neutral

Seniorenvertreter anderer Bezirke, die namentlich nicht genannt werden wollen, sehen dies differenzierter. Gerade in der Personalie Flöge-Becker zeichnen sie das Bild einer sachkompetenten Bürgerin, die in der BV Innenstadt aufgrund ihres Engagements „als unstrittig“ gilt.

Bürgermeister Andreas Hupke (Grüne) gibt sich in der Angelegenheit neutral, aber ernstlich besorgt: „Ich bin erschüttert, dass die Situation jetzt so eskaliert ist. Man müsste doch davon ausgehen, dass alle Beteiligten gebildete Menschen mit großer Lebenserfahrung sind. Dass man sich so zerstreitet, sei der Sache nicht dienlich und beschädige letzten Endes das Ehrenamt der Seniorenvertreter. Er wünsche sich, dass es schnell wieder zu Frieden kommt, notfalls auch mit einer Mediation oder professioneller Hilfe.

Um einer Farce in der Sitzung am 7. März vorzubeugen, hat Franz Abels, wie er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ kurz schriftlich mitteilte, erste persönliche Konsequenzen aus dem schwelenden Streit gezogen. Am 19. Februar habe er die Leiterin des Amtes für Soziales und Senioren, Henriette Reker, darüber informiert, dass er seine Funktion als stellvertretender Sprecher der Seniorenvertretung im Stadtbezirk I mit sofortiger Wirkung niederlegen werde. „Mir ist mein guter Ruf, auch als Schriftsteller, wichtiger“, erklärte er die Entscheidung.

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