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Drohnen-Fotografie: Mit der Flugspinne Köln erleben

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Michael Leonhard lässt seine Kameradrohne über Deutz schweben. Foto: Philipp Haaser
Der Fotograf Michael Leonhard lichtet Köln mit seiner Kamera-Drohne von oben ab. Auftraggeber sind häufig Unternehmen, die einen Überblick über ihr Firmengelände bekommen wollen. Faszinierend sind die Aufnahmen aber auch für andere.  Von
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Deutz

Wie ein Bienenschwarm surrt das spinnenhafte Fluggerät, bevor es von der Wiese am Rheinufer abhebt, senkrecht in den Himmel steigt und das Geräusch langsam leiser wird. Michael Leonhard legt den Kopf in den Nacken. Er hat beide Hände an der Fernsteuerung. Mit der manövriert er die vier Kilogramm schwere Drohne, den sogenannten Multicopter, unter dem eine Digitalkamera angebracht ist. Was sie einfängt, wird auf einen kleinen Monitor an Leonhards Fernsteuerung übertragen.

Leonhard drückt auf den Knopf für den Fernauslöser. „Die Perspektive ist einmalig, die Fotos von da oben faszinieren mich“, erläutert er, während die Kamera das gegenüberliegende Ufer mit Dom, Hauptbahnhof und Hohenzollernbrücke ablichtet.

Fortschritt dokumentieren

Das Live-Bild auf dem Monitor
Das Live-Bild auf dem Monitor
Foto: Philipp Haaser

Die Anschaffung in fünfstelliger Höhe soll sich bezahlt machen. Dabei will der frühere Reisefotograf das Fluggerät weder für militärische Zwecke noch für lautlose Überwachung nutzen. Seit einem Jahr schießt er mit der Spezialanfertigung aus Kohlefaser Bilder aus bis zu 100 Metern Höhe und versucht, sich neben der klassischen Luftbildfotografie zu etablieren. Firmenhallen, der Containerhafen in Niehl, die Brücken über den Rhein und zahlreiche Industrieanlagen hat er bereits abgelichtet und damit seinen Auftraggebern einen Überblick verschafft. Auch den Fortschritt auf verschiedenen Baustellen dokumentiert Leonhard regelmäßig aus der Luft.

Manchmal reichen ein paar Meter über dem Boden, um etwa ein Schloss oder eine Feuerwache als Ganzes in den Blick zu bekommen. Manchmal, wie bei einem zwölf Quadratkilometer großen Solarpark im Osten der Republik, muss die Drohne höher hinaus.

Aufstiegserlaubnis vom Flughafen

Die Drohne ermöglicht Bilder von Bauwerken wie der Südbrücke aus ungewohnter Perspektive.
Die Drohne ermöglicht Bilder von Bauwerken wie der Südbrücke aus ungewohnter Perspektive.
Foto: Hi-FlyFoto.de

Damit sie dabei niemandem in die Quere kommt, muss Leonhard vor dem Start eine Aufstiegserlaubnis beim Tower des zuständigen Flughafens einholen. Solche Anfragen sind längst keine Seltenheit mehr. Ein kurzer Anruf genügt. „Die wissen Bescheid“, sagt Leonhard. Die Nummer des Kölner Flughafens hat er in sein Telefon eingespeichert.

Für Nordrhein-Westfalen hat er außerdem eine generelle Erlaubnis der Bezirksregierung für sein „unbemanntes Fluggerät“ erhalten. Die Anträge für solche Genehmigungen häufen sich, teilte eine Mitarbeiterin der Bezirksregierung auf Anfrage mit. Auch das Fotografieren gestatte die Behörde in der Regel. Dabei müssen die Drohnen jedoch immer in Sichtweite des Piloten sein, dürfen nicht über Menschenansammlungen und nicht höher als 100 Meter geflogen werden.

Angst vor dem Absturz

Flug-Drohne mit sechs Propellern
Flug-Drohne mit sechs Propellern
Foto: Philipp Haaser

Leonhard lässt die Drohne am Rheinufer senkrecht aufsteigen, verzichtet aber darauf, sie nach rechts oder links schwenken zu lassen. „Direkt überm Wasser stellt sich doch ein mulmiges Gefühl ein“, sagt er. Immerhin könnte das kostbare Fluggerät abstürzen und in den Fluten versinken.

Die Bedenken, die mitunter von Datenschützern geäußert werden, die sich um die Privatsphäre der Bürger sorgen, kann er nicht nachvollziehen. „Ich bin kein Paparazzo“, beteuert er und vergleicht die Drohne kurzerhand mit einem Besenstiel. Mit dem könnte er seine Kamera ja auch über eine Gartenmauer heben und auf diese Weise unbemerkt in die Privatsphäre anderer eindringen. „Aber man kann ja deshalb keine Besenstiele verbieten“, stellt er fest.

Für rund zehn Minuten reicht der Akku, der die sechs Rotoren mit Strom versorgt. Vier Reserve-Akkus liegen noch in der Tasche. Mittlerweile haben sich einige Schaulustige versammelt, fragen nach technischen Details. Leonhard erregt mit dem Gerät Aufmerksamkeit. Ein Passant erzählt von seiner eigenen Drohne. Längst sind die Flugkörper in einfachen Versionen für Privatleute erschwinglich.

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