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Fachhochschule: Ein Denkmal ohne echten Schutz

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Ein typisches Kind der 70er Jahre: Das Ingenieurwissenschaftliche Zentrum der FH in Deutz. Foto: Bause
Der sanierungsbedürftige 60er-Jahre Bau der Fachhochschule in Deutz steht ab sofort unter Denkmalschutz. Die Konservatoren würdigen den Bau damit als Dokument der Bildungsreform der 60er Jahre. Dennoch kann das Gebäude wohl abgerissen werden.  Von
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Deutz

Die Bezirksregierung hat am Donnerstag das Ingenieurwissenschaftliche Zentrum (IWZ) der Fachhochschule (FH) in Deutz unter Denkmalschutz gestellt. „Es gibt einen Denkmalwert“, sagt Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD). Der von 1974 bis 1978 errichtete Komplex soll nach Plänen des NRW-Wissenschaftsministeriums jedoch abgerissen werden und einem Teilneubau weichen. Dieses Vorhaben lässt sich allerdings auch umsetzen, wenn das IWZ unter Denkmalschutz steht. Ein Abbruch steht entsprechend weiterhin bevor.

Der Neubau
Der Kreuzbau

Die konkrete Architektur der neuen Gebäude für die Fachhochschule in Deutz wird derzeit noch entwickelt. Ein neues Hochhaus ist nicht vorgesehen. In der Mitte des neuen Campus ist dem Siegerentwurf des eigens durchgeführten Architektenwettbewerbs zufolge ein grüner Platz geplant, um den herum nach und nach neue Fakultätsgebäude errichtet werden. Die Umsetzung soll auf diese Weise während des laufenden Betriebs möglich sein.

Der zentrale Kreuzbau des IWZ wird als letztes abgerissen. Die Bauarbeiten sollen sechs bis sieben Jahre dauern und könnten in zwei Jahren mit der Errichtung eines Parkhauses und eines Technik-Zentrums beginnen. Die Finanzierung soll im Rahmen des Hochschulmodernisierungsprogramms des Landes NRW erfolgen. (att)

Dennoch war die Bezirksregierung Köln als zuständige Denkmalschutzbehörde gezwungen, das Prüfverfahren einzuleiten, nachdem das Landesamt für Denkmalpflege dieses im Januar 2012 beantragt hatte.

Nach einer zwölf Monate dauernden Prüfung fiel nun die Entscheidung: „Das IWZ ist ein gebautes Dokument der Bildungsreformen in den 60er Jahren“, erklärt Gudrun Schmitz, die das Verfahren für die Bezirksregierung führte. Das Gebäude stehe für den daraus resultierenden Aufbau von Hoch- und Fachhochschulen sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel. Es sei deutlich abzulesen, dass es sich bei dem kreuzförmigen Bau mit Hörsälen, Übungsräumen und Büros um ein „Kind der 70er Jahre“ handele.

Der zweite Schritt

Nachdem die Bezirksregierung ihre Entscheidung verkündet hat, wird sie nun die Stadt Köln beauftragen, das IWZ in den nächsten Tagen auf die Denkmalliste zu setzen. Mit der Unterschutzstellung werde allerdings keine Entscheidung darüber getroffen, ob das Objekt erhalten werden muss.

Das Bau- und Liegenschaftsamt NRW als Eigentümer kann nun bei der Bezirksregierung einen Antrag auf Abriss stellen. Dabei handelt es sich nach Worten der Regierungspräsidentin um „den zweiten Schritt“ des Verfahrens. Walsken sieht gute Chancen für eine Zustimmung zum Abbruch: „Nach einer ersten, vorsichtigen Einschätzung kann davon ausgegangen werden, dass die Belange von Wissenschaft und Bildung dem der Denkmalpflege überwiegen.“ Eine Entscheidung könne nun sehr schnell getroffen und bis Ende Februar verkündet werden.

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Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) begrüßt diese Stellungnahme. Demnach sei trotz des Eintrags in die Denkmalschutz-Liste davon auszugehen, dass eine Abrissgenehmigung erteilt wird. „Ich freue mich, wenn die weiteren Planungen für einen Neubau des IWZ jetzt zügig vorangehen“, sagt Roters. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) teilt diese Auffassung: „Denkmalschutz ist ein hohes Gut. Aber in diesem Fall überwiegen, wie heute von der Bezirksregierung Köln betont, die Interessen von Wissenschaft und Forschung.“

Warum ein Gebäude erst unter Denkmalschutz gestellt wird, um es schließlich doch abzureißen, begründet sich laut Walsken durch die Einhaltung eines regelkonformen Verfahrens nach den Vorgaben des Denkmalschutzgesetzes: „Davon kann es auch hier keine Ausnahme geben.“

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