Innenstadt
Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Deutz, Neustadt-Nord, Neustadt-Süd

Vorlesen
5 Kommentare

Feiernde als Opfer: Polizeiaktion gegen Taschendiebe

Erstellt
Die Polizei machte rund um den Kölner Dom Jagd auf Taschendiebe. Foto: Arton Krasniqi, KSTA
In der Nacht zu Samstag haben Polizei, Bundespolizei und Stadt Köln in einer großen Aktion mehr als 400 Personen in der Innenstadt kontrolliert. Raubüberfälle und Taschendiebstähle bei Feiernden haben in letzter Zeit stark zugenommen.  Von
Drucken per Mail

Der schmale Junge, höchstens 20 Jahre alt, steht Freitagnacht zwischen vier Polizisten unter der Hohenzollernbrücke und gerät in Erklärungsnot. Der Beamte, der ihn vor ein paar Minuten durchsucht hat, hält ihm zwei Handys entgegen. „Warum haben Sie zwei Telefone?“, fragt er. „Eins gehört meiner Freundin“, antwortet der Jugendliche, der vor allem auf sich aufmerksam gemacht hatte, weil er abhauen wollte, als er die Polizisten erblickt hatte. Ein fünfter Beamter telefoniert mit einem Kollegen auf der Wache, der den Namen des Jungen überprüft. 20 Minuten später lassen sie ihn ziehen. Die beiden altmodischen Telefone scheinen keine Diebesbeute zu sein.

Polizei, Bundespolizei und Stadt kontrollierten in der Nacht auf Samstag 437 Personen in der Innenstadt und in den Stadtteilen Ehrenfeld, Mülheim, Sülz und Nippes. „Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg von Taschendiebstählen und Raubüberfällen“, sagte Polizeipräsident Wolfgang Albers, der die Aktion „Feiern in Köln – aber sicher“ begleitete. 2012 wurden 1000 Raubüberfälle und 9000 Taschendiebstähle angezeigt. Die Fallzahlen sind um zehn Prozent (Taschendiebstähle) beziehungsweise mehr als 20 Prozent (Raubdelikte) angestiegen. Taschendiebe suchen sich immer Menschen, die abgelenkt sind und im besten Fall viel Geld in der Tasche haben.

Deshalb werden Touristen oft zu Opfern, aber neuerdings haben die Täter eine andere Gruppe ins Visier genommen: Junge Leute, die feiern, tanzen und trinken. „Wir haben es geschätzt mit etwa 200 Tätern zu tun, davon sind 40 bis 50 Intensivtäter, alle anderen Gelegenheitstäter“, sagte Albers.

Die Täter gehen trickreich vor, tanzen ihre Opfer an oder animieren sie zum Fußballspielen auf der Straße. Während sie ihre Opfer dann im scheinbar freudigen Übermut umarmen, nehmen sie ihnen meist unbemerkt Handys und Geldbörsen ab. „Die Täter sind leider auch gewaltbereit, reagieren aggressiv, wenn sie erwischt werden“, sagte Kriminaloberrat Thomas Schulte. Viele hätten Messer oder Pfeffersprays bei sich. Leichte Opfer sind vor allem Betrunkene.

Da sich im Hauptbahnhof und in den Regionalzügen die Delikte ebenfalls häufen, beteiligte sich auch die Bundespolizei an der Schwerpunktaktion. „Allein im Mai ist bei Handgepäckdiebstählen ein Schaden von mehr als 200 000 Euro entstanden“, sagte Polizeidirektor Helge Scharfscheer. Die Beamten zeigen deshalb mehr Präsenz in der Bahnhofsgegend. „Die Kollegen sollen auch die Reisenden sensibilisieren, besser auf ihre Sachen zu achten.“

Bei verdeckten Maßnahmen wurden an den vergangenen Wochenenden mehr als 100 Personen festgenommen. Bei der offenen Kontrollaktion Freitagnacht nahmen die Beamten neun Verdächtige fest und registrierten 26 Straftaten. Acht Taten hatten einen unmittelbaren Bezug zu Raubdelikten und Taschendiebstählen. In 22 Fällen erteilten die Beamten Platzverweise. „Unser Ziel ist es, dass Kölner und Touristen sicher feiern können“, sagte Wolfgang Albers. Kriminaloberrat Schulte erhofft sich durch Kontrollen wie diese neue Erkenntnisse zu Gruppenstrukturen. „Wir arbeiten eng mit dem Jugend- und dem Ausländeramt zusammen, gleichen Daten ab“, sagte er. Viele Täter seien noch nicht mal volljährig.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
Sonderveröffentlichung
Mit Bus und Bahn
Das Phantasialand in Brühl zieht Jung und Alt an.

Pünktlich zum Start der Sommersaison ins Phantasialand Brühl fahren.

FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Spezial zum Jahrestag
Stadtarchiv Einsturz

Am 3. März 2013 ist es vier Jahre her, dass das Kölner Stadtarchiv einstürzte. Alle Infos auf unserer Sonderseite.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!