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Gerüst abgebaut: Spektakulärer Kraneinsatz am Dom

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Giganten unter sich: Dom, Kran und Colonius (rechts hinten). Foto: Michael Bause
Mit Hilfe eines 160 Meter hohen Krans ist am Montag das riesige Hängegerüst vom Nordturm des Kölner Doms abgebaut worden. Es handelte sich um den größten Kraneinsatz in der Geschichte des Bauwerks.  Von
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Ganz behutsam bewegt er seine Hände über die Steuerschalter des schweren Kranwagens. Jede kleine Bewegung von Michael Michatz hat enorme Auswirkungen. Der Kranführer lenkt am Montag vom Bahnhofsvorplatz aus einen 160 Meter hohen Ausleger-Mast gefährlich nahe an den Kölner Dom heran, um eines der an der Fassade befestigten Baugerüste nach unten zu transportieren.

Sehen kann er dabei wegen der großen Distanz so gut wie nichts. Er muss sich ganz auf seine Kollegen verlassen, die oben in luftiger Höhe stehen und ihm Anweisungen erteilen. „Das ist vergleichbar mit der Präzision eines chirurgischen Eingriffs“, sagt Jürgen Oprée, Technischer Leiter der Firma Wasel Schwerlastlogistik.

Spektakuläre Kranarbeiten am Kölner Dom

Das zu demontierende Baugerüst wurde ab dem Jahr 2002 über einen Zeitraum von drei Jahren nach und nach aufgebaut, um an der Domfassade Anker und Dübel aus Messing und Eisen durch Edelstahlelemente zu ersetzen. Es wiegt insgesamt etwa 13 bis 14 Tonnen und besteht aus drei Einzelteilen. Die beiden Seitengerüste kommen auf ein Gewicht von jeweils 5,2 Tonnen, die verbindende Plattform wiegt etwa drei Tonnen.

Die mit Bergsteigerausrüstung ausgestatteten Arbeiter befestigen das erste Element an der Seilwinde des Kranauslegers. Danach entfernen sie Seile und Bolzen, an denen das Gerüst am Dom aufgehängt wurde. Es folgt der heikelste Moment des Manövers: Nach einiger Zeit schwebt das Stahlskelett frei in der Luft, der Abstand zum Dom beträgt nur zehn Zentimeter. „Wir arbeiten extrem langsam, damit wir auf keinen Fall an die Fassade stoßen und etwas beschädigen“, sagt Oprée. Vorab habe das Unternehmen ständig die Wetterprognosen beobachtet, da ein heftiger Windstoß das großflächige Baugerüst problemlos gegen den Dom drücken könnte. „Darüber möchten wir lieber überhaupt nicht nachdenken“, sagt Oprée.

Kranführer Michael Michatz schwenkt die Stahlkonstruktion zwischen den Domspitzen hindurch und stellt sie sanft vor dem Westportal ab. Hunderte Schaulustige haben sich versammelt, um das Spektakel mit eigenen Augen zu beobachten, zu filmen und zu fotografieren. Als das Baugerüst schließlich hochkant auf der Domplatte steht, applaudieren sie.

Die Arbeiter befestigen die Seilwinde eines zweiten, kleineren Krans an den Metallstangen. Mit beiden Kränen wird das Gerüst auf die Seite gekippt und auf kleine Rollwagen gelegt. Die Gerüstbauer schieben es in einen eingezäunten Bereich auf dem Roncalliplatz. Nach weiteren sechs Stunden Arbeit kommen auch die zwei weiteren Teilstücke hinzu. Alle Fragmente zusammen werden innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen vor dem Römisch-Germanischen Museum zerlegt. Eine Demontage direkt an der Fassade hätte hingegen zwei Monate in Anspruch genommen.

Die Mitarbeiter der Dombauhütte werden die im Gerüst verbauten Elemente überprüfen. „Alles, was noch verwendbar ist, benutzen wir für neue Gerüste“, sagt Dombaumeister Michael Hauck. Ein weiteres Gerüst befindet sich derzeit schon am Nordturm. Ohne die stählernen Konstruktionen wird der Dom wohl niemals auskommen. „Wenn nicht regelmäßig an dem Bauwerk gearbeitet würde, könnte niemand mehr sicher daran vorbeigehen“, sagt Hauck.

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