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Junior-Museum: Spielzeug wird zum Botschafter

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Mit viel Kreativität basteln sich Kinder in den ärmsten Regionen der Welt ihr Spielzeug und sind stolz, wenn sie beachtet werden. Foto: Stefan Worring
Anlässlich des 60-jährigen Bestehen von Unicef Deutschland präsentiert das Junior-Museum die Ausstellung „Andere Kinderwelten“. Anhand von Alltagsgegenständen wird beispielsweise die Geschichte von Kindern erzählt, die im Krieg leben.  Von
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Der Neunjährige ist schwer von Aids gezeichnet, ausgemergelt und schwach. Zwei Tage nach dem Besuch von Silke Fock-Kutsch und Manfred Kutsch ist der Junge aus Uganda gestorben. Sein letztes Schulheft liegt jetzt im Junior-Museum in einer kleinen Vitrine, vor dem Foto des Kindes. „Andere Kinderwelten“ heißt die Ausstellung zum 60-Jährigen von Unicef Deutschland in der „Kinderabteilung“ des Rautenstrauch-Joest-Museums (RJM). Zu sehen sind Alltagsgegenstände, die Geschichten erzählen, Geschichten von Kindern, für die Krieg der Alltag ist, aber ebenso von Kindern, die ihren tristen Alltag mit viel Kreativität bereichern.

Mit einem Ball aus Blättern der Bananenstaude (Nord-Uganda) beispielsweise, einem Bus aus Draht (Uganda), der von einem Plastiktier gesteuert wird, dem Luftfilter eines Traktors, den ein Junge in Nepal an einem Draht vor sich herschiebt wie Kinder hierzulande Designer-Enten oder auf Hochglanz polierte Lokomotiven. „Natürlich bekommen sie Geld von uns“, nimmt Manfred Kutsch, Chefreporter der „Aachener Zeitung“ und Buchautor, die Frage vorweg, wieso sich die Kinder von ihren Schätzen trennen. Noch wichtiger seien aber der Stolz und das Wissen: Jungen und Mädchen in anderen Ländern „interessieren sich für das, was wir machen, mein Spielzeug reist in einem Flugzeug nach Europa“.

Eine starke Botschaft

Andere Objekte haben weniger mit dem Spiel- als mit dem Selbsterhaltungstrieb zu tun, etwa das Diamantensieb, mit dem der zwölfjährige Abdulai in Sierra Leone in einer Mine arbeitet. Die Ausstellungsobjekte sind stumme Zeugen, die Fotos der Kinder und deren Namen sind eine viel stärkere Botschaft als Zahlen, etwa dass 150 Millionen Kinder weltweit arbeiten müssen um zu überleben.

Natürlich wird auch über die Arbeit von Unicef berichtet, dessen Botschafterin Marie-Luise Marjan dazu aufrief, immer wieder von vorne anzufangen mit der Hilfe. Auch nach 60 Jahren ärgere sie sich, „die Welt wird nie besser“.
„Wir haben schon Anmeldungen von berufsbildenden Schulen“, berichtet Peter Mesenhöller, Leiter der Museumspädagogik im RJM. Diese Ausstellung ist nicht nur was für Grundschüler.

„Andere Kinderwelten“, Ausstellung zum 60-jährigen Bestehen von Unicef Deutschland, Junior-Museum im RJM, Cäcilienstraße 29–33; geöffnet Di.–So. 10–18 Uhr, Do. 10–20 Uhr, bis 21. Juli; Eintritt frei
Führungen, Buchungen unter 0221/ 221-234 68 oder -273 80
service.museumsdienst@stadt-koeln.de

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