Innenstadt
Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Deutz, Neustadt-Nord, Neustadt-Süd

Vorlesen
0 Kommentare

Mediapark: Junge Schwäne in Gefahr

Erstellt
Am Mediapark-See haben Wasservögel ihr Zuhaus Foto: Schöneck
Wenn im Mai wieder Jungschwäne im Mediapark unterwegs sind, besteht weiter die Gefahr, dass die Tiere auf die viel befahrene Erftstraße laufen und überfahren werden. Tierschützer hoffen, dass das Problem bald gelöst wird.  Von
Drucken per Mail
Innenstadt

Etwa im Mai fängt für die Schwanen-Schützer am Mediapark wieder das Zittern an. Wenn die Jungtiere der am See lebenden Vögel geschlüpft sind, laufen sie Gefahr, überrollt zu werden, falls sie die Erftstraße betreten. Wie die Maybachstraße führt sie in einem leichten Bogen an dem Gewässer, das auf dem Gelände angelegt wurde, vorbei. „Im vorigen Jahr wurden zwei Küken an dieser Stelle überfahren“, so der ehrenamtliche Tierschützer Dino Marcotullio. „Wenn Anwohner nicht regelmäßig nach dem Rechten sehen und Tiere aus brenzligen Situationen befreien würden, wären es noch mehr.“

Gefahrenstelle für Schwäne am Mediapark.
Gefahrenstelle für Schwäne am Mediapark.
Foto: KStA-Grafik

Um die Wasservögel zu schützen, hatten sich Marcotullio und seine Mitstreiterin, die Tierarzthelferin und Vogel-Auffangstations-Mitarbeiterin Bianca Peinert, nun mit einer Bürgereingabe an die Bezirksvertretung Innenstadt gewandt. Eine Forderung der Wildvogelschützer hat die Stadtverwaltung bereits erfüllt: Um die Einsicht für die Autofahrer in diesem Abschnitt zu verbessern, hat das Grünflächenamt kurz nach den Sommerferien eine mehrere Meter lange Hecke am Straßenrand entfernt – kurz nach der Fußgängerbrücke über den Mediapark-See.

Ortstermin mit Bezirksvertretern

Damit die Bezirksvertreter sich selbst ein Bild machen können, hatten sie ihre Beratung zunächst vertagt – und trafen sich nun zu einem fraktionsübergreifenden Ortstermin mit den Tierschützern am See. Auch Mediapark-Geschäftsführer Gerhard Kock sowie einige Anwohner gesellten sich dazu.

Schwanen-Nachwuchs entwickelt sich prächtig

Auch im Blücherpark lebt eine Schwanenfamilie; ihr Anfang Mai 2012 geschlüpfter Nachwuchs entwickelt sich prächtig.

Mit Enten und Reihern schwimmt das Quartett auf dem derzeit teilweise gefrorenen Kahnweiher herum. Dessen Umgebung mit der Balustrade am Seeufer hatte die Stadt im vorigen Jahr auch anlässlich des Park-Jubiläums restauriert.

Die beiden Jungschwäne sind nur noch ein bisschen kleiner als die Elterntiere; man erkennt sie an den grauen Schnäbeln und den dunkleren Partien im Gefieder. Ursprünglich waren die Schwäne zu fünft, doch kurz nach dem Schlüpfen war eines der Küken – vermutlich von einem Raubtier – getötet worden. Das zweite Küken kränkelte zunächst, doch die Schwanen-Schützer sorgten dafür, dass es in tierärztliche Behandlung kam. Seitdem entwickelte sich das einstige „Sorgenkind“ wieder normal. (bes)

Peinert und Marcotullio erläuterten ihnen die Lage. Kernproblem sei, dass die Schwäne manchmal versuchen, auf den Rasenstreifen in der Fahrbahnmitte sowie auf die Grasfläche gegenüber zu kommen. „Besonders problematisch wird es, wenn nur ab und zu ein Auto über die Erftstraße fährt“, so Peinert. „Dichter Verkehr dagegen verscheucht die Tiere.“ Eine Lösung sei, für die Schwäne eine Barriere zwischen Straße und See zu errichten. Bereits 50 Zentimeter Höhe würden reichen. „Wenn die Schwäne ein Hindernis sehen, klettern sie da nicht drüber. Sie sind zu faul“, schmunzelte Peinert.

Baumstämme als Provisorium

Auch das Schwanen-Quartett im Blücherpark erfreut viele Besucher.
Auch das Schwanen-Quartett im Blücherpark erfreut viele Besucher.
Foto: Schöneck

Schnell waren sich die Politiker einig, dass die Absperrung her müsse. „Es war ein Fehler, bei der Anlage des Teiches nicht an Tiere zu denken, die sich dort ansiedeln“, so Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne). Deshalb werden Politik und Verwaltung nun nach Lösungen suchen. Zunächst ist ein Provisorium geplant, etwa eine Reihe von großen Baumstämmen. Wie die dauerhafte Barriere aussehen wird, ist offen – ebenso, ob sie am Straßenrand oder an der Grundstücksgrenze zum Park entstehen wird. Sie müsse zudem sicher vor Vandalismus sein, wie eine Anwohnerin betonte. „Es gibt leider Idioten, die haben sogar schon Müllbehälter in den Teich geschmissen.“ Mediapark-Chef Gerhard Kock lobte Tierschützer und Anwohner. „Ihr Engagement ist großartig“, meinte er – und kündigte an, dass man sich an der Vorrichtung beteiligen werde, wenn die Lösung tragfähig sei und die Stadt mit im Boot bleibt.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
Sonderveröffentlichung
Mit Bus und Bahn
Das Phantasialand in Brühl zieht Jung und Alt an.

Pünktlich zum Start der Sommersaison ins Phantasialand Brühl fahren.

FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Einsturz des Kölner Stadtarchivs
Spezial zum Jahrestag
Stadtarchiv Einsturz

Am 3. März 2013 ist es vier Jahre her, dass das Kölner Stadtarchiv einstürzte. Alle Infos auf unserer Sonderseite.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!