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Neubau: Feuerwehr zieht ins Deutzer Feld

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Peter Heitzer (l.) und Mike Scholl testen mit ihrem Fahrzeug schon das künftige Feuerwehrgelände. Foto: Michael Bause
Erst müssen die Plastik-Dinos weg, dann können die Arbeiten auf dem einstigen Zirkusplatz an der Gummersbacher Straße für eine neue Feuerwehrwache beginnen. Rund 25 Millionen Euro soll der Neubau der Feuerwehr kosten.  Von
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Köln

„Wenn die Dinos weg sind, fangen die Probebohrungen an“, sagt Feuerwehr-Sprecher Jens Müller. Das kann nicht mehr lange dauern, denn die beweglichen Dinosaurier aus Plastik sind nur noch bis zum Wochenende auf dem einstigen Zirkusplatz an der Gummersbacher Straße zu bewundern. Mit den Bohrungen zur detaillierten Überprüfung von Untergrund und Erdreich starten die Vorarbeiten für den Bau des Feuerwehr-Zentrums, das bis Ende 2016 auf der westlichen Seite dieses „Deutzer Feld“ genannten Geländes der früheren Chemischen Fabrik Kalk entstehen soll.

Platz für Rettungsfahrzeuge

Rund 25 Millionen Euro soll der Neubau in direkter Nachbarschaft der Bahntrassen kosten, in dem neben der bislang an der Gießener Straße in Deutz beheimateten Feuer- und Rettungswache 10 eine noch zu gründende Löschgruppe Kalk der Freiwilligen Feuerwehr angesiedelt wird. Zudem will die Berufsfeuerwehr ihre Werkstätten, die derzeit auf fünf Stadtteile verteilt sind, am neuen Standort zusammenfassen. Auch die Rettungsfahrzeuge, die Kranke und Verletzte von der geplanten Hubschrauberstation auf dem Kalkberg aus in die Krankenhäuser transportieren, werden dort untergebracht.

Die beiden Brandmeister Peter Heitzer (58) und Mike Scholl (28) haben jetzt mit ihrem Pulvertank-Löschfahrzeug (PTLF-4000) schon mal das Gelände ihres künftigen Domizils erkundet. Die beiden Feuerwehrmänner arbeiten auf der inzwischen 102 Jahre alten und recht marode wirkenden Wache Gießener Straße, die alleine baulich nicht mehr den modernen Ansprüchen genügt und deren Grundstück inzwischen für die Erweiterung der Fachhochschule fest eingeplant ist.

Es hapert an der Sicherheit

„Es ist zwar ein historisches Gebäude, aber letzten Endes doch eine Bauruine“, so Johannes Feyrer von der Berufsfeuerwehr. Von dem Charme aus der Anfangszeit der Wache vor dem Ersten Weltkrieg ist nichts mehr erhalten. Das Gebäude war nach einem Bombenangriff im Juli 1943 abgebrannt. „Aber gleich nach dem Krieg wurde alles provisorisch hergerichtet und wieder aufgemacht“, weiß Helmut Michels (58), der als Brandoberamtsrat die Deutzer Feuerwache leitet. „Feuerwehrleute sind meist auch Handwerker. So halten wir das Gebäude in Schuss. Wir leben und wir arbeiten ja hier.“

Doch es hapert an der Sicherheit. Die Wege inklusive einiger Treppen sind zu lang, die Abstände zwischen den Fahrzeugen in den Garagen und zu den Toren hin zu eng, in den feuchten Kellern kann nichts gelagert werden. Eine Sanierung hatte sich als weitaus teurer herausgestellt als ein kompletter Neubau. Dabei gehört die Deutzer Wache mit ihren zwölf Fahrzeugen und insgesamt 90 Feuerwehrleuten, 15 Notärzten und 40 Sanitätern vom Malteser-Hilfsdienst mit zu den meist beschäftigsten in der Stadt. Michels: „Im Vorjahr hatten wir 19.995 Einsätze. Das ist viel.“

Die Feuerwache in Deutz / Gießener Straße ist über 100 Jahre alt und soll an die die Gummersbacher Straße ziehen.  Foto: michael bause

Der neue Standort ist nicht weit entfernt, mögliche Einsatzorte in Deutz und Kalk weiterhin gut erreichbar. Zudem soll es demnächst auch in Kalk eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr geben. Michels: „Die Chancen, eine solche Gruppe zu gründen, stehen gut. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von Studenten der Fachhochschule gehabt, die wir dann in andere Löschgruppen weiter vermittelt haben.“ Eine neue Truppe hätte sogar Tradition, denn in der einst freien Stadt Kalk gab es von 1877 bis zur Eingemeindung nach Köln 1910 eine Freiwillige Feuerwehr.

Das neue Gebäude erfüllt die Forderungen aus Stadtrat und Bezirksvertretung nach „einer hochwertigen Architektur mit städtebaulicher Qualität“. Das Feuerwehrzentrum, das nach Plänen des Leipziger Architekturbüros Knoche – das hatte in einem Wettbewerb die Jury überzeugt – gebaut wird, soll mit drei Baukörpern ein echter Hingucker werden. „Es bekommt eine Metall-Fassade“, sagt Stefan Ortmann, bei der Berufsfeuerwehr für Technik und Gebäude zuständig. „Pflegeleicht, aber angepasst ans Umfeld.“

Die Wache Gießener Straße (hier zu Vorkriegszeiten) ist inzwischen marode und wird abgebrochen.  

Ein klar strukturierter, funktionaler Bau soll entstehen, mit kurzen Laufwegen und einem Innenhof, um den alle Werkstätten angeordnet sind. Gegenwärtig sind diese Abteilungen an unterschiedlichen Standorten untergebracht, die Kfz-Werkstatt in Lindenthal, die Gerätemeisterei in Ehrenfeld und die Kleiderkammer in Weidenpesch. Schutzanzüge, Atemschutzmasken und Geräte für Tauchereinsätze werden in der Wache Agrippastraße gewartet. „Pro Jahr testen und kontrollieren wir hier rund 3000 Atemschutzgeräte und 2000 Masken“, sagt Schwarz. „Kürzere Wege sparen Zeit. Und die braucht man im Notfall.“

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