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Prävention: Schüler absolvieren Anti-Sucht-Parcour

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Texte auf den übergroßen Glimmstengeln warnen vor den Gefahren des Passivrauchens. Foto: Alexander Figge
Bei dem Projekt KlarSicht gerät man auch nüchtern ins Torkeln - 300 Schüler haben sich beim Parcours der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Gefahren von Tabak und Alkohol informiert.  Von
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Innenstadt/Südstadt

Mit unsicheren Schritten nähert sich Nijaz seiner Mitschülerin, die im die Hand zum Gruß entgegenstreckt. Im ersten Versuch greift er daneben. Erst als der 17-Jährige beide Hände benutzt, kann er die freundliche Geste erwidern. Nijaz tapst durch die Gegend wie ein Betrunkener, doch der Jugendliche hat keinen Tropfen Alkohol getrunken.

Eine Skibrille lässt Nijaz (Bild rechts) agieren, als hätte er rund 1,5 Promille Alkohol im Blut.
Eine Skibrille lässt Nijaz (Bild rechts) agieren, als hätte er rund 1,5 Promille Alkohol im Blut.
Foto: Alexander Figge

Er trägt eine Skibrille, die den Blick verzerrt und die Wahrnehmung eines Betrunkenen mit einem Blutalkoholspiegel von etwa 1,5 Promille simuliert. Der sogenannte Drunk-Buster, wie die Brille genannt wird, ist Teil eines Mitmach-Parcours der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „KlarSicht“ heißt das Projekt, das Schüler über die Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum aufklären soll. An zwei Tagen machten Projektleiter Sebastian Thiel und sein Team Station am Berufskolleg Südstadt im Zugweg.

Die rund 300 Jugendlichen absolvierten die sieben Stationen des Parcours in mehreren Kleingruppen. Neben dem Drunk-Buster gehörten dazu unter anderem ein Gesprächskreis, in dem die Jugendlichen von ihren Erfahrungen berichten sollten und die „Trink-Bar“, an der sie aufgeklärt wurden, wie viel Alkohol sich in welchem Getränk verbirgt und wie lange es dauert, bis die Wirkung einsetzt. „Wir wollen die Jugendlichen zu einem verantwortlichen Umgang mit Alkohol bringen. Sie sollten ihr Limit kennen und sich über die Folgen klar sein“, sagt Thiel. Die meisten wüssten zum Beispiel nicht, dass in vielen Alcopops genauso viel Alkohol enthalten ist wie in zwei Gläschen Schnaps und dass die Wirkung erst nach rund 30 Minuten einsetzt. „In dieser Zeit haben sie aber schon zu viel getrunken und wundern sich, dass sie plötzlich total betrunken sind“, sagt Thiel.

Gar nicht erst anfangen

Die Folgen des Rausches zeigt die Drunk-Buster-Brille. Für Nijaz ist die Simulation aber nicht mit der Wirklichkeit zu vergleichen. „Ich war schon mal betrunken, da bin ich aber noch ganz gut zurecht gekommen, nicht wie hier mit der Brille. Das ist etwas übertrieben“, findet der 17-Jährige. Mirijam hat noch keine Erfahrung mit Alkohol, und nach dem Versuch mit der Skibrille ist sie auch nicht besonders erpicht drauf. „Ich konnte nur schwer erkennen, wo ich hingehe. Das muss ich nicht unbedingt erleben“, sagt die 16-Jährige.

Mit den unterschiedlichen Reaktionen der Schüler ist Sebastian Thiel durchaus einverstanden. Schließlich sollen die Jugendlichen selbst entscheiden können, wie viel sie trinken. „Ein strikter Alkoholverzicht ist gar nicht unser Anliegen“, sagt der Projektleiter. Im Gegensatz dazu propagiert der BZgA beim Thema Tabak aber ganz klar den Verzicht. Die Schüler sollen im Idealfall gar nicht erst anfangen zu rauchen. In mehreren Gesprächsrunden diskutieren die Jugendlichen über mögliche Gründe, die junge Menschen zur Zigarette greifen lassen. „Viele setzen Rauchen mit Coolness gleich oder qualmen in Stresssituationen“, sagt Fabio. Der 18-Jährige raucht selbst nicht und will auch nicht damit anfangen. Über die Folgen und Gesundheitsgefahren weiß er Bescheid.

Derart aufgeklärt wünscht sich Sebastian Thiel die Jugendlichen: „Wir wollen Wissen vermitteln, sodass die Teilnehmer ihre eigenen Entscheidungen treffen können.“ Für dieses Ziel absolviert das Klar-Sicht-Team mehr als 50 Einsätze pro Jahr in der ganzen Bundesrepublik. In Köln verteilte das Team zum Abschluss noch Rezepte für alkoholfreie Cocktails und einen kleinen gelben Ball, der in Stresssituationen den Griff zur Zigarette verhindern soll. „Anstatt zu Rauchen, sollen die Jugendlichen die Gummikugel kneten“, riet Thiel.

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