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Pussy-Riot-Aktion: Protestler stürmen den Dom

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Zwei Demonstranten halten am Sonntag auf dem Platz vor dem Koelner Dom ein Transparent mit der Aufschrift "Free Pussy Riot And All Prisoners". Foto: dapd
Schock beim Beten: Drei maskierte Sympathisanten der in Moskau verurteilten Punkband Pussy Riot haben am Sonntagmorgen in bunten Kostümen den Gottesdienst im Kölner Dom gestürmt. Gegen die Protestler wurde Strafanzeige gestellt.
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Köln

Sympathiebekundungen für die russische Punkband Pussy Riot erlebten am Sonntagmorgen Besucher des Gottesdienstes im Kölner Dom: Drei maskierte Sympathisanten der in Moskau zu zwei Jahren Lager verurteilten Frauen stürmten ihrer Darstellung nach bunt kostümiert in Richtung Altar. Mit gebetsartigen Gesten und lauten Parolen versuchten sie, die Eucharistiefeier zu unterbrechen. Weiter hieß es, dass die Domschweizer die beiden Männer im Alter von 23 und 35 Jahren sowie eine 20-jährige Frau nach wenigen Minuten nach draußen abdrängen konnten. Weihbischof Heiner Koch, der den Gottesdienst hielt, blieb während der Aktion am Altar stehen. Anschließend erklärte er, man nehme die Anliegen auch dieser Menschen und der Menschen in Russland mit in das Gebet auf. Vor dem Dom setzten die Drei ihre Protestaktion mit einem Transparent „Free Pussy Riot“ fort.

Schrille Protestaktion im Dom: Im Jahr 1996 stürmen zwei Nacktmodelle für Aufnahmen eines Dortmunder Erotik-Fotografen den Altar.
Schrille Protestaktion im Dom: Im Jahr 1996 stürmen zwei Nacktmodelle für Aufnahmen eines Dortmunder Erotik-Fotografen den Altar.
Foto: dpa

Wie die Kölner Polizei mitteilte, wurde gegen die Störer Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Hausfriedensbruch und wegen Störung der Religionsausübung gestellt. Außerdem wurden ihnen Platzverweise erteilt.

Dompropst Norbert Feldhoff hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, eine Aktion wie die von Pussy Rioot hätte auch im Kölner Dom Konsequenzen. Die Domschweizer würden das Treiben unterbinden und die Leute der Polizei übergeben: „Die Würde des Doms zwingt uns, dagegen vorzugehen“, sagte der Dom-Hausherr. Der Straftatbestand wäre „Störung einer religiösen Stätte“, erklärte Staatskirchenrechtler Professor Ansgar Hense. Möglich sei eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Die russische Punkband Pussy Riot wurde wegen eines regierungskritischen Auftritts in einer Kirche verurteilt. Im Kölner Dom fand am Sonntag eine ähnliche Aktion statt.
Die russische Punkband Pussy Riot wurde wegen eines regierungskritischen Auftritts in einer Kirche verurteilt. Im Kölner Dom fand am Sonntag eine ähnliche Aktion statt.
Foto: dapd

Ein Moskauer Bezirksgericht hatte die drei „Pussy Riot“-Musikerinnen am Freitag wegen „Rowdytums aus Motiven des religiösen Hasses“ zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Sie hatten im Februar mit einem „Punkgebet“ in der russisch-orthodoxen Hauptkirche in Moskau gegen Wladimir Putin demonstriert, der damals für das Präsidentenamt kandidierte. Das Urteil stieß international auf Kritik. (kna, dpa)

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