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Wallraf-Richartz-Museum: Eigenverantwortung brachte mehr Geld

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Marcus Dekiert, Direktor des Wallraf-Richartz-Museum. Foto: Martina Goyert
Eine Studie der Boston Consulting Group hat ergeben, dass die Umwandlung in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung dem Wallraf-Richartz-Museum deutliche Vorteile gebracht hat.  Von
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Köln

Die Umwandlung in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung hat dem Wallraf-Richartz-Museum/Fondation Corboud deutliche Vorteile gebracht. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von der Boston Consulting Group für die Stadt kostenlos durchgeführt und im Betriebsausschuss des Museums vorgestellt wurde. Die Studie traf auf großes Interesse der meisten Parteien und weckte den Wunsch, ähnliche Studien auch für andere Häuser durchzuführen. Auch die Umwandlung in einen vollständigen Eigenbetrieb kommt damit wieder ins Gespräch.

Projektleiter Benjamin Desalm stellte heraus, dass sich vor allem im wirtschaftlichen Bereich große Vorteile für das untersuchte Museum ergeben hätten. Durch die wirtschaftliche Flexibilität habe das im Jahr 2008 in eine eigenbetriebähnliche Einrichtung umgewandelte Museum Rücklagen bilden können, mit denen der Rückgang städtischer Zuschüsse aufgefangen und Verluste verhindert werden konnten.

Stärkeres Kostenbewusstsein

Insgesamt hätten das Museum und seine Mitarbeiter ein stärkeres Kostenbewusstsein entwickelt. So sei beispielsweise auf eine Ausstellung verzichtet worden, nachdem sich die Prognose für die Besucherzahlen als zu ungünstig herausgestellt habe. Erfolgreich waren auch Neuverhandlungen mit einem Wachdienst, die zu Einsparungen von rund 20 Prozent führten. „Ein schönes Ergebnis“, so Desalm, sei gewesen, dass das Museum trotz der Kürzungen noch Gewinn gemacht habe und die Besucherzahlen um 50 Prozent gestiegen seien.

Zu den negativen Erscheinungen gehörte die zunehmende Arbeitsbelastung der Mitarbeiter, die zusätzlich zu der weiter bestehenden Einbindung in städtische Prozesse wie zum Beispiel in das städtische Vergabewesen auch noch neue Aufgaben in der wirtschaftlichen Führung des Hauses übernehmen mussten. Trotzdem seien die Mitarbeiter durch die gewonnene Eigenverantwortung „hoch motiviert“.

Marketing gezielter ausrichten

Die Wirtschaftsberater empfahlen dem Museum darüber hinaus, sein Marketing noch gezielter auf bestimmte Besuchergruppen wie Studenten, Rentner und Touristen auszurichten. Dies sei bereits mit einfachen Mitteln zu bewerkstelligen. Ähnliche Effekte könnten sich aus der Zusammenarbeit mit der Universität, den Bühnen und der Tourismusbranche ergeben.

Weitere Empfehlungen waren eine Erhöhung der Eintrittspreise für Sonderausstellungen von zwölf auf 14 Euro und die – in Deutschland weitestgehend unübliche – Montagsöffnung. Beides könnte dem Museum jährlich mehrere Hunderttausend Euro Gewinn einbringen. Auch die Einstellung eines Fundraisers sollte das Museum überdenken.

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