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Real Madrid: Ancelotti stellt Özil an den Pranger

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Steht unter Beobachtung: Nationalspieler Mesut Özil (r.) und sein Trainer Carlo Ancelotti. Foto: dpa
Real Madrid ist mit einem mühevollen 2:1-Erfolg über Betis Sevilla in die Saison gestartet. Reals Trainer Carlo Ancelotti war anschließend mit der Leistung von Nationalspieler Mesut Özil nicht zufrieden. Der Italiener fordert mehr Einsatz vom Mittelfeldspieler.
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Madrid

Barcelona brillant, Madrid mühsam: Im zu erwartenden Zweikampf um den spanischen Meistertitel haben die beiden Erzrivalen zwar ihre Auftaktspiele in der Primera Division gewonnen - das allerdings auf höchst unterschiedliche Weise. Während Real Madrid mit den deutschen Nationalspielern Sami Khedira und Mesut Özil alles andere als königlich spielte, begeisterte Titelverteidiger FC Barcelona mit einem „Sixpack“ in nur 42 Minuten. „Ich war wegen des Saisonstarts etwas besorgt, aber jetzt bin ich sehr entspannt“, sagte Barcas neuer Trainer Gerardo Martino nach seinem Traumeinstand beim 7:0 gegen UD Levante.

Barcelona wie im Rausch

Schon zur Halbzeit hatte sein wie im Rausch spielendes Team sechs Treffer erzielt und damit den Heim-Rekord von 2001 (damals 6:0 in der ersten Halbzeit gegen Athletic Bilbao) eingestellt. Die spanische Zeitung Sport schwärmte, Barcelona spiele unter dem Argentinier Martino schon jetzt einen „magischen Fußball, ambitioniert und spektakulär“. Dies sei hauptsächlich der Verdienst von „Tata“ Martino, versicherte Mittelfeldspieler Xavi: „Er ist sehr aufmerksam und hat eine Gewinnermentalität. Ich glaube, dass es mit ihm sehr gut ausgehen wird.“

Der Nachfolger des an Krebs erkrankten Tito Vilanova hatte in der Vorbereitung sehr viel Wert auf Taktik gelegt. Vor allem das aggressive und frühzeitige Pressing, das Lionel Messi und Co. in der vergangenen Saison etwas hatten schleifen lassen, soll neben dem Tiki-Taka wieder zum Markenzeichen der Katalanen werden. Levante jedenfalls konnte sich vom enormen Druck des Gastgebers kaum befreien, auch der vor der Saison von Hannover 96 verpflichtete Sergio da Silva Pinto sah keinen Stich.

Neymar nur Ersatz

Martino konnte es sich sogar erlauben, den 57 Millionen Euro teuren Neuzugang Neymar erst in der 64. Minute einzuwechseln. Der Brasilianer blieb blass, einzig mit einer unnötigen Gelben Karte fiel der Stürmer auf. Superstar Messi zeigte dagegen mit zwei Treffern (12. und 42./Foulelfmeter) und zahlreichen Offensivaktionen eine beeindruckende Frühform. Nach 71 Minuten gönnte ihm sein Trainer einen vorzeitigen Feierabend. „In einem engen Spiel würde ich ihn aber nicht vom Platz nehmen. Ich wäre ja verrückt, wenn ich das tun würde“, sagte Martino.

Casillas drückt weiterhin die Bank

Sein Personal schonen, das konnte Madrids neuer Trainer Carlo Ancelotti bei seinem Einstand nicht mal ansatzweise in Betracht ziehen. Der 2:1-Auftaktsieg gegen Betis Sevilla war ein hartes Stück Arbeit und öffnete Ancelotti die Augen für Reals Schwachstelle. „Das Problem ist die Verteidigung“, sagte der Italiener und kritisierte das „große Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld“.

Ancelotti hatte - wie sein zum FC Chelsea gewechselter Vorgänger Jose Mourinho - auf den spanischen Nationaltorwart Iker Casillas verzichtet und Diego Lopez den Vorzug gegeben. Unterstützung erhielt der Ausgebootete von Barcelonas Torhüter Victor Valdes: „Es hat mich verwundert, dass Casillas nicht gespielt hat. Er hat die Form, das hat er bei der Nationalmannschaft gezeigt“, sagte Valdes nach dem Spiel gegen Levante und betonte, dass Casillas für ihn trotz allem „der Beste“ sei.

Ancelotti kritisiert Özil

Auch Mesut Özil wird sich in seinem Spiel umstellen müssen, wenn er seinen Stammplatz behalten will. „Wenn wir guten Fußball spielen wollen, müssen Spieler wie Isco und Özil auch defensive Arbeit erledigen“, sagte Ancelotti. Sowohl Özil als auch Sami Khedira, der Schmerzen im rechten Knie hatte, wurden in der zweiten Halbzeit ausgewechselt. Startschwierigkeiten hatte aber auch Cristiano Ronaldo, dessen 200. Pflichtspiel für die Königlichen zu seinen schlechteren zählte. Als Matchwinner durfte sich Neuzugang Isco fühlen, der mit seinem Kopfballtreffer vier Minuten vor Schluss einen Fehlstart des Titel-Aspiranten verhinderte. (sid)

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