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Confed-Cup: Balotelli schießt Italien zum Sieg

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Machte den Sack für Italien zu: Schwiegermutter-Schreck Mario Balotelli. Foto: AFP
Und wieder hat der Bad Boy zugeschlagen: Beim Confederations Cup in Brasilien hat Mario Balotelli seine Italiener zum Sieg gegen Mexiko geschossen. Auch Spanien ist beim WM-Testturnier in Galaform. Die Iberer dominierten Uruguay nach Belieben.
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Rio de Janeiro

Mario Balotelli und Jubilar Andrea Pirlo haben Italien zum erhofften Auftakterfolg beim Confederations Cup geschossen. Bei der Pflichtspielpremiere im neuen Maracana von Rio de Janeiro setzte sich die Squadra Azzurra am Sonntag mit 2:1 (1:1) gegen Mexiko durch und feierte damit den ersten Sieg seit 20 Jahren gegen den Nord- und Mittelamerika-Champion.

Pirlo hatte Italien mit einem tollen Freistoßtor in seinem 100. Länderspiel in Führung gebracht. Nach einem Foul des Ex-Wolfsburgers Andrea Barzagli an Giovani Dos Santos glich Javier Hernandez (34.) vor 76 864 Zuschauern im ausverkauften Fußball-Tempel per Foulelfmeter aus. Doch AC Mailands Stürmerstar Balotelli (78.) machte den ersten Sieg der Italiener gegen Mexiko seit 1993 und den ersten Erfolg in einem Pflichtspiel seit der WM 1970 perfekt.

Mexiko steht im zweiten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Gastgeber Brasilien nun schon unter großem Druck. Italien kann die Aufgabe gegen Japan hingegen entspannter angehen. Die Brasilianer hatten am Samstag in Brasilia das Eröffnungsspiel der Gruppe A gegen die Japaner mit 3:0 gewonnen.

Angeführt von Stürmerstar Mario Balotelli und Kreativkopf Pirlo starteten die Italiener schwungvoll. Vor allem über die linke Seite machte der Europameisterschafts-Zweite immer wieder Druck. Die Mexikaner leisteten sich indes in der Anfangsphase einige Unkonzentriertheiten.

Nach einem Fehler von Francisco Rodriguez, der Balotelli den Ball direkt in die Füße spielte, verpasste der Stürmerstar des AC Mailand mit seinem Lupfer das Tor nur knapp (5.). Zwei Minuten später scheiterte der Ein-Mann-Sturm nach schöner Vorarbeit von Riccardo Montolivo aus zehn Metern an Mexikos Keeper Jose Corona. Balotelli, der noch am Freitag das Training abgebrochen hatte, spielte Mexikos Deckung fast allein schwindelig.

Ein erstes Lebenszeichen im Angriff der Mexikaner lieferte Andres Guardado (11.) mit einem Lattentreffer. Danach konnte sich „El Tri“ allmählich vom Druck befreien. Dennoch gingen die Italiener dank des tollen Freistoß' des 34-jährigen Pirlo in Front. Als die Italiener wieder das Spiel kontrollierten, leistete sich Barzagli den dicken Patzer, der zum Foulelfmeter und zum Ausgleich durch Hernandez führte.

Nach dem Wechsel gab es dasselbe Bild wie zu Beginn der ersten Halbzeit. Italien dominierte - vor allem dank Pirlo. In der 54. Minute hatte Montolivo nach einem Freistoß des Regisseurs die große Chance zur abermaligen Führung, war aber zu überrascht. Ein weiterer Kunst-Freistoß von Pirlo knapp am Tor vorbei schreckte die Mexikaner erneut auf.

Danach verflachte die Partie. Die Mexikaner schienen sich mit dem Remis zufriedenzugeben, den Italienern fiel kaum noch etwas ein - bis Balotelli kam. Mit seinem mächtigen Körper setzte er sich robust gegen den schwachen Rodriguez durch und traf. Danach hatte Italien keine Probleme mehr, den Sieg zu verteidigen.

Spanien dominiert Uruguay

Das spanische Tiki-Taka funktioniert noch. Mit insgesamt 0:7 war der FC Barcelona in der Champions League gegen den späteren Titelgewinner Bayern München untergegangen. Und Real Madrid hatte beim großen deutsch-spanischen Vereins-Kräftemessen im Halbfinale der Königsklasse gegen Borussia Dortmund ebenfalls einen bitteren K.o. zu verkraften. Im Nationaltrikot wirkt der Zauber von Xavi, Iniesta und Co. aber weiterhin, wie der viel zu niedrige 2:1 (2:0)-Erfolg des Welt- und Europameisters im ersten Spiel beim Confederations Cup in Brasilien gegen Südamerikameister Uruguay unterstrich.

„Spanien hat ein wunderbares Spiel gezeigt“, erklärte der gewöhnlich sehr zurückhaltende Antreiber Andrés Inista geradezu euphorisch. Der kleine Mittelfeldspieler wurde am Sonntagabend (Ortszeit) nach der Machtdemonstration des Weltranglistenersten in Recife als „Man of the Match“ ausgezeichnet.

In bestechender Form: Spaniens Xavi (l.) gegen Walter Gargano aus Uruguay. Foto: Getty Images

Iniesta stand an der Spitze der auftrumpfenden Barça-Fraktion, die sieben Akteure in der Startelf stellte. Dazu kamen drei Spieler von Real Madrid, darunter der als Torwart Nummer 1 bestätigte Kapitän Iker Casillas, und als Einzelkämpfer Roberto Soldado. Der Angreifer vom FC Valencia konnte nach dem 1:0 von Barcelona-Profi Pedro (20. Minute) immerhin das zweite Tor erzielen (32.).

Javi Martínez ist in der Auswahl seines Landes dagegen auch als Münchner Triple-Champion weiterhin nur Reservist - der mit 40 Millionen Euro teuerste Spieler in der Geschichte der Bundesliga wurde erst in der 77. Minute für Regisseur Xavi eingewechselt.
Xavi, Iniesta und Cecs Fabregas - vor allem dieses Barça-Trio konnte gegen die überforderten „Urus“ beinahe nach Herzenslust einen weltmeisterlichen Kombinationswirbel entfachen. „Es hätte eine Katastrophe geben können in der ersten Halbzeit“, gestand Uruguays Trainer Oscar Tabarez, der in der Kabine froh was, dass es nur 0:2 hieß. Spanien hatte Chance an Chance gereiht, Fabregas traf dabei nur den Pfosten (10.).

„Wir haben stets dominiert“, resümierte Nationaltrainer Vicente del Bosque. „Wir haben viel Gefahr erzeugt, der Ball lief gut, uns hat nur das dritte Tor gefehlt“, äußerte Iniesta. Und so klinge das Ergebnis „enger, als das Spiel war“. Luis Suarez vom FC Liverpool sorgte mit einem sehenswerten Freistoß (88.) dafür, dass die Spanier am Ende vor 41 705 Zuschauern plötzlich noch „leiden mussten“, wie es del Bosque ausdrückte. Regen und die schwüle Hitze hatte den Spielern am Ende einer anstrengenden Saison „alles abverlangt“, wie Spaniens Coach bemerkte.

Doch nach den „wunderbaren drei Punkten“ sieht del Bosque den Weg ins Halbfinale geebnet, zumal am Donnerstag gegen den Fußballzwerg Tahiti in Rio Sieg Nummer zwei programmiert ist - und das wohl mit einem Schützenfest. Den spanischen Seriensiegern geht es aber um mehr bei dem Probeturnier für die WM 2014. „Wir wollen den Confed Cup gewinnen, er fehlt uns noch“, erklärte Xavi zur Titelsammlung.

Die Schmach gegen die Bayern haben die erfolgsverwöhnten Barça-Stars abgehakt. Auf Nationalmannschaftsebene könnte die spanische Tiki-Taka-Regentschaft in Brasilien bestätigt werden. Seit 23 Länderspielen sind die Spanier ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert aus dem November 2011 (0:1 gegen England). Es sei eine Hauptaufgabe für seine Spieler, niemals satt zu sein, mahnte del Bosque: „Wir dürfen nicht zufrieden sein mit dem, was wir erreicht haben.“ Zum Auftakt des Confed Cups hat sein Barça-Real-Ensemble das eindrucksvoll beherzigt. (dpa)

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