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Confed-Cup: Spanien bezieht heftige Prügel

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Spaniens Andres Iniesta spuckt Wasser.  Foto: REUTERS
Während der brasilianische Fußball durch den Triumph im Confed-Cup-Finale die Wiederauferstehung feiert, liegt der Welt- und Europameister Spanien am Boden. Das Tiki Taka der Iberer erlebte im Maracanã ein historisches Debakel.
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Rio de Janeiro

Der schlafende Riese ist erwacht und ganz Brasilien träumt vom WM-Triumph im nächsten Jahr. 73.581 euphorische Zuschauer erlebten magische Momente im Maracanã, als die Seleção beim 3:0 (1:0) im Confed-Cup-Finale Weltmeister Spanien entzauberte. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um das Niveau anderer Mannschaften wie Spanien, Deutschland und Argentinien zu erreichen“, meinte Luiz Felipe Scolari am Tag genau elf Jahre nachdem der Erfolgscoach 2002 in Yokahama gegen Deutschland das letzte Mal den WM-Pokal mit Brasilien geholt hatte.

Der Gastgeber beendete am Sonntagabend in Rio de Janeiro die Serie von 29 ungeschlagenen Pflichtspielen der Spanier und gewann zum dritten Mal in Serie die WM-Generalprobe. „Brasilien hat bewiesen, dass wir es schaffen können. Der Sieg weist uns einen Weg. Die Mannschaft kann nun daran glauben, 2014 den Titel zu holen“, sagte Scolari nach dem spektakulären Auftritt seiner Mannschaft. 378 Tage vor dem WM-Finale in der legendären Arena hat der 64-Jährige seinem fußballverrückten Land die Hoffnung auf die Hexacampeão, den sechsten WM-Triumph, zurückgegeben.

Nach nur 95 Sekunden kickte Fred den Ball im Liegen ins Tor. Neymar, der 57-Millionen-Euro-Einkauf des FC Barcelona, knallte das Leder in der 44. Minute wie im Lehrfilm in den Winkel. Erneut Fred (47.) erhöhte auf 3:0 und ließ die Arena mit den Gelbhemden wieder erbeben.

„Ich bin glücklich über alles, was in diesem Turnier passiert ist“, meinte Neymar nach seinem steilen Aufstieg vom Toptalent des FC Santos zum Volkshelden. Der 21-Jährige wurde als bester Turnierspieler mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. „Brasilien hat der Welt gezeigt, dass man es respektieren muss. Das war ein großartiger Sieg gegen die beste Mannschaft der Welt, der zeigt, was für ein tolles Team wir sind“, sagte der Stürmer mit dem Lausbubengesicht und dem Turbo-Antritt, der künftig in einer Mannschaft mit Lionel Messi spielen wird.

„Wir müssen viel lernen. Wir werden an diesen Spielern festhalten und ein oder zwei hinzufügen“, sagte Scolari und bedankte sich wie nach jedem Sieg mit herzlichen Worten beim Publikum und meinte stolz: „Heute haben wir die Sehnsucht Brasiliens repräsentiert und Brasilien würdevoll vertreten.“ Luiz Gustavo war als einziger der drei Münchner Bundesligaspieler zum Einsatz gekommen - Dante und auf der spanischen Seite Javier Martínez drückten die Bank- und räumte zusammen mit Paulinho im Mittelfeld rigoros gegen Iniesta, Xavi und Co. auf.

Spaniens WM-Helden schlichen enttäuscht in die Kabine. Es war die höchste Pflichtspielniederlage der Iberer seit der WM 1950 bei der WM - beim 1:6 ebenfalls in Rio gegen Brasilien. „Wir akzeptieren diese verdiente Niederlage. Wir werden sie genau analysieren müssen“, sagte Trainer Vicente del Bosque.

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Nichts war's diesmal mit Tiki Taka. Sergio Ramos setzte sogar einen Strafstoß am Tor vorbei (54.), Gerard Pique (68.) sah nach einem Foul an Neymar noch die Rote Karte. „Es ist ein Pleite, die uns schmerzt. Jetzt müssen wir wieder aufstehen“, forderte der komplett frustrierte Iker Casillas, der Kapitän der gedemütigten spanischen Übermannschaft. Spielmacher Xavi schaute ein bisschen trotzig schon Richtung WM 2014. „Im nächsten Jahr wollen wir mehr Widerstand leisten“, versprach er.

Auf brasilianischer Seite herrschte auch auf den Straßen Party- statt Proteststimmung: Vor dem massiv gesicherten Maracanã-Stadion demonstrierten nur einige Tausend Menschen friedlich gegen Korruption und Misswirtschaft. In etwa 500 Meter Entfernung kam es an einer Straßenkreuzung zu Zusammenstößen zwischen Randalierern und Polizei. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff blieb dem Finale fern, gratulierte aber zum Titelgewinn. Sie sprach von einem „historischen Tag für den brasilianischen Fußball“. Die Spieler hätten „Freude, Kreativität, Teamgeist und Einigkeit“ gezeigt, alle Brasilianer erobert und der Welt ein großes Spektakel geboten. (dpa)

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