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Problemstürmer: England verspottet Balotelli

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Wird in England nicht vermisst: Mario Balotelli Foto: Getty Images
Nach zweieinhalb Jahren verlässt Mario Balotelli England und kehrt in seine Heimat zurück. Die Briten reagieren mit Hohn und Spott auf die plötzliche Flucht des Stürmers. Ganz anders sieht die Vorfreude bei den Anhängern von AC Mailand aus.
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Mailand

Der übliche Medizincheck war am Mittwoch noch nicht einmal beendet, da hatte Fußball-Moderator und Ex-Nationalspieler Gary Lineker schon Hohn und Spott für „Inselflüchtling“ Mario Balotelli übrig. „Bin neugierig, was sie in seinem Kopf finden werden“, twitterte der Engländer über den ausgeflippten Starstürmer, der am Dienstag Hals über Kopf von Manchester City zum AC Mailand gewechselt war.

Der „Bad Boy“ des italienischen Fußballs, auf dem Spielfeld ein Kindskopf, außerhalb des Stadions ein prolliger Egozentriker, versucht bei Milan einen Neustart - wieder einmal. Denn nach seinen zahlreichen Eskapaden beim Lokalrivalen Inter und bei Englands Meister ManCity steht der 22-Jährige in der Heimat unter verschärfter Beobachtung. „Alles hängt von ihm ab. Mario hat alle Möglichkeiten, seinen Wert zu zeigen“, sagte Nationaltrainer Cesare Prandelli mahnend.

Dem Coach war es bei der letztjährigen EM-Endrunde gelungen, Balotelli nicht nur zu disziplinieren, sondern auch in Form zu bringen. Dessen Gladiatoren-Pose nach seinem zweiten Tor im Halbfinale gegen Deutschland (2:1) war das Bild dieser Europameisterschaft.

Angesichts der vorgezogenen Parlamentswahlen in Italien am 24. Februar wird der 22-Millionen-Transfer des Ausnahmestürmers sogar schon zum Politikum. Clubbesitzer und Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi hoffe, so wird in den Medien spekuliert, mit diesem Coup in der Lombardei mehrere Hunderttausend Wahlstimmen „einzufangen“.

Berlusconis Tochter und Milan-Managerin Barbara versuchte daher ganz gezielt, den vielen wirtschaftlich gebeutelten Tifosi den teuren Wechsel auch in Zeiten knapper Kassen zu erklären: „Wir haben im letzten Jahr Kosten und Investitionen rationalisiert und Opfer gebracht. Jetzt können wir wieder Ressourcen freisetzen und sie für Spieler ausgeben.“

Obwohl bei Balotelli erst ein Saisontor auf der Habenseite steht, hatte sein Landsmann und bisheriger Trainer Roberto Mancini nie an der sportlichen Qualität des exzentrischen Profis gezweifelt. „Er kann einer der besten Spieler der Welt werden, wenn er sich weiter verbessert“, sagte der Teammanager von Manchester City.

Hohe Erwartungen bei Milan-Fans

Die Milan-Fans hegen ähnliche Erwartungen. Tausende von Trikots mit der Rückennummer 45 wurden unmittelbar nach der Bestätigung des Wechsels über die Website des Vereins verkauft, zeitweise brach die Internet-Verbindung zur Homepage zusammen. Bei den Citizens hingegen haben die Bemühungen um einen adäquaten Ersatz für Balotelli längst begonnen. Nach Informationen des Daily Mirror buhlen die Citizens beim FC Barcelona um Spaniens Nationalspieler David Villa. Für den Welt- und Europameister steht eine Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro im Raum. (sid)

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