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Real Madrid: Mourinho: „Ich habe versagt“

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Jose Mourinho (l.) hat mit Real keinen Titel diese Saison geholt. Foto: dpa
„The Special One“ am Boden: Jose Mourinho gestand nach dem Desaster im Pokal-Finale sein Scheitern ein. „Ich habe versagt“, bilanzierte der Star-Trainer von Real Madrid eine Saison ohne Titel. Sein Weggang scheint zudem beschlossene Sache zu sein.
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Madrid

Jose Mourinho redete Klartext: „Ich habe versagt“, kommentierte der Star-Trainer von Real Madrid nach der 1:2 (1:1, 1:1)-Niederlage im spanischen Fußball-Pokalfinale gegen Atletico Madrid: „Nun kann man getrost sagen, dass es die schlechteste Saison meiner Karriere ist.“

Chancenlos im Titelkampf gegen den FC Barcelona, Halbfinal-Aus gegen Dortmund in der Champions League, nun die Pokal-Pleite im heimischen Estadio Bernabeu gegen den „kleinen“ Nachbarn, die erste Niederlage gegen Atletico seit 1999 - einziger Titel der Saison 2012/13 bleibt somit der Gewinn des Supercups Ende August gegen Barca. „Den zähle ich aber nicht“, sagte Mourinho in einem Anfall von Arroganz: „Für manche Trainer wäre es eine großartige Bilanz - für mich ist sie einfach schlimm.“

Für „The Special One“ könnte die Pleite am Freitagabend bereits der Abschied von der königlichen Trainerbank gewesen sein. Nach seinen Ausrastern im Pokalendspiel droht ihm eine Vier-Spiele-Sperre, Mourinhos Rückkehr zu Europa-League-Sieger FC Chelsea scheint beschlossene Sache - auch wenn sich der Umworbene selbst weiter bedeckt hält.

„Ich habe noch einen Vertrag über drei Jahre und mit dem Präsidenten noch nicht über meine Zukunft gesprochen“, sagte Mourinho: „Es ist normal, dass hier über Carlo Ancelotti oder andere diskutiert wird. Es ist auch normal, dass Gerede über einen Wechsel nach Chelsea oder wohin auch immer entsteht. Aber solange ich mich nicht mit dem Präsidenten getroffen habe und der Klub etwas offiziell macht, geht es eben so weiter.“ Die spanischen Gazetten berichteten am Sonntag, dass möglicherweise schon kurzfristig die Trennung von Mourinho publik gemacht wird.

Das Derby gegen Atletico offenbarte einmal mehr, dass bei „Mou“ die Nerven ziemlich blank liegen. In der 76. Spielminute hatte Schiedsrichter Carlos Clos Gomez die Faxen endgültig dicke und schickte den tobenden Real-Coach in den Feierabend. Nach dem Abpfiff des spanischen Pokal-Finals teilte der Portugiese weiter munter aus: „Man muss kein Magier sein, um zu sehen, dass dies heute unfair gelaufen ist“, zürnte Mourinho.

Dabei war gegen Atletico ein kleines Happy End für Mourinho greifbar nahe. Die Königlichen, mit den Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira in der Startelf, begannen stark, gingen durch Superstar Cristiano Ronaldo (14.) folgerichtig in Führung. Als Real dann den Fuß vom Gas nahm, nutzte dies Atletico: Torjäger Radamel Falcao tanzte Reals hüftsteife Hintermannschaft aus, Diego Costa schob aus zehn Metern ein (35.).

Ronaldo fliegt vom Platz

Danach stellten beide Teams das Fußballspielen weitgehend ein, stattdessen ging es munter in die Knochen: 14 Gelbe Karten, zudem je einmal Gelb-Rot und Rot sprachen eine deutliche Sprache. Negative Höhepunkte: Die Rote Karte gegen Ronaldo, der sich nach einem Foul von Gabi zu einem Tritt auf Kopfhöhe hinreißen ließ (114.), die Ampelkarte gegen Gabi selbst (120.).

Während Real bei drei Pfostentreffern unter anderem durch Özil Pech hatte, passte es ins Final-Bild, dass der Siegtreffer nach einem Standard durch einen Kopfball des brasilianischen Abwehrhünen Miranda (99.) fiel. „Wir hatten Glück, waren aber mit Dauer des Spiels auch körperlich überlegen. Dieser Tag wird unvergesslich bleiben“, sagte Atleticos Trainer Diego Simeone, der sich in der Haupstadt endgültig ein Denkmal gesetzt hat: Nach den Europa-League-Siegen 2010 und 2012 bescherte er den Rojiblancos den ersten nationalen Titel seit dem Double 1996.

Während am Cibeles-Brunnen, dem traditionellen Feierrevier Reals, Tristesse herrschte, machten die Atletico-Fans einen Kilometer entfernt an „ihrem“ Neptuns-Brunnen die Nacht zum Tag. „Mourinho quedate!“, sangen sie voller Ironie, „Mourinho, bitte bleib!“. Spezieller Spott für „The Special One“. Im Überschwang der Gefühle gab es allerdings auch Krawalle. Die bittere Bilanz: 18 Verletzte und 11 Festnahmen. (sid)

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