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Wenger-Interview: „Wir waren sehr nahe dran“

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Arsenals Trainer Arsene Wenger  Foto: Bongarts/Getty Images
Der FC Arsenal hat sich mit einem 2:0-Sieg bei Bayern München aus der Champions League verabschiedet. Im Interview spricht Trainer Arsène Wenger über den verpassten Coup und die Gründe für das Ausscheiden gegen den deutschen Rekordmeister.
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München

Nach dem Achtelfinal-Duell mit den Bayern in der Champions League, das seine Mannschaft beinahe doch noch für sich entschieden hätte, war Arsène Wenger ein geschlagener Sieger: Der 2:0-Erfolg des FC Arsenal beim FC Bayern München hatte den Trainer des englischen Klubs zwar in seiner Arbeit bestätigt, den ganz großen Coup verpasste der Franzose mit seiner Elf aber dann doch – und zwar denkbar knapp nach der 1:3-Hinspielniederlage in London. Wenger (63) sprach anschließend nachdenklich über die Partie in München.

Herr Wenger, nach dem 1:3 in Hinspiel galt Ihre Mannschaft als der größte Außenseiter des Achtelfinales. Wie war dieser 2:0-Erfolg möglich?

Arsène Wenger: Es war knapp. Wir waren sehr nahe dran. Ich bin sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, dennoch ist die Enttäuschung für jeden groß, der Arsenal begleitet. Wir hatten tatsächlich Raum, um Tore zu erzielen. Insofern bedaure ich sehr, dass wir im Hinspiel so hoch verloren haben. Ich habe immer gesagt, dass 180 Minuten nötig sind, um die nächste Runde zu erreichen. Unser Plan war: sehr hoch stehen, stark verteidigen und schnell auf Offensive umschalten. Unsere Defensive war tatsächlich sehr gut. Aber du kannst nicht verhindern, dass Bayern München zu Hause Chancen bekommt. Insgesamt haben wir gezeigt, dass wir die Qualität besitzen, die Bayern zu schlagen.

Das zweite Tor fiel letztlich sehr spät. Warum haben Sie nicht schon früher alles riskiert?

Wenger: Das zweite Tor kam tatsächlich zu spät. Aber wir hatten schon vorher unsere Möglichkeiten – Gervinho etwa verfehlte beim Stand von 1:0 nur knapp das Tor.

Was haben Sie nach dem 1:0 für Arsenal gedacht, das ja schon in der dritten Minute fiel?

Wenger: Ich dachte: Wie wird Bayern München wohl darauf antworten? Werden sie Panik bekommen? Werden sie überrascht sein? Wir waren dann nahe dran. Aber wir hatten am Ende vielleicht zu wenige Chancen. Die Bayern haben allerdings auch sehr gut verteidigt. Insofern ärgere ich mich sehr über das dritte Gegentor im Hinspiel. Das war unnötig. Das haben wir in London einfach so hergeschenkt. Es fiel spät und war unnötig. Das darf nicht sein.

Die Saison des FC Arsenal verlief bisher sicher nicht nach Ihren Vorstellungen. Ist dieser 2:0-Sieg in München trotz des Ausscheidens am Ende doch noch sehr wertvoll für das Prestige des Klubs?

Wenger: Wir hatten großen Druck. Eine schlechte Leistung in München hätte durchaus Folgen haben können für das Team. Und dennoch: Wir sind draußen.

Nicht nur der FC Arsenal ist draußen, auch alle andere englischen Teams sind aus der Champions League ausgeschieden. Das gab es zuletzt vor 17 Jahren. Was sagen Sie dazu?

Wenger: Das ist eine massive Enttäuschung für den englischen Fußball. Daran sind wir gar nicht gewöhnt. Es ist aber auch eine große Warnung und bedeutet: Die anderen Nationen sind wieder da. Sie haben uns eingeholt. Darüber müssen wir in Zukunft nachdenken.

Aufgezeichnet von Stephan Klemm

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