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Berufseinstieg: „Die Note ist nicht so entscheidend"

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Abschluss-Hut auf dem Kopf aber noch kein Job? Studenten sollten sich schon während des Studiums über den Berufseinstieg schlau machen. Foto: dpa
Das Zeugnis in der Tasche, aber kein Arbeitsplatz in Sicht? Kolja Briedis berichtet im Interview über den Einstieg ins Berufsleben und gibt Tipps, was man schon im Studium dafür machen kann.
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Wie sieht der perfekte Berufseinstieg nach dem Studium aus?

Kolja Briedis: Es wäre gut, wenn die Übergangsphase nicht zu lange dauert. Der Absolvent sollte in seinem Arbeitsfeld Aufgaben wahrnehmen, die seinem Hochschulabschluss angemessen sind, die ihm viel Freude bereiten und für die er zufriedenstellend entlohnt wird. Auch wenn nicht alles gleich so reibungslos abläuft, zeigen unsere Statistiken, dass mittel- oder langfristig die allermeisten Hochschulabsolventen einen angemessenen Job finden.

Wie geht´s am schnellsten?

Briedis: Wir sehen in der Statistik, dass studienbegleitende Arbeitserfahrung die Chancen auf einen reibungslosen Berufsstart begünstigen. Etwa durch fachnahe Jobs oder Praktika. Auch Studenten, die ihre Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreiben, steigen nach dem Examen schneller ins Berufsleben ein. Wer sich im Studium mit der beruflichen Praxis auseinandersetzt, ist bei Personalern gern gesehen. Zudem dient ein Praktikum oder Job der Berufsorientierung und hilft, die Stärken und Schwächen kennenzulernen.

Funktioniert der Berufseinstieg hauptsächlich über Kontakte?

Briedis: Die Wege zur ersten Beschäftigung sind vielfältig. Etwa einem Drittel aller Uni-Absolventen verhelfen Praxiskontakte zum ersten Job, bei Fachhochschulabgängern sind es wegen des praxisorientierten Studiums etwas mehr. Für rund ein Viertel aller Absolventen führt die Bewerbung auf Stellenausschreibungen zum Erfolg.

Zur Person
Kolja Briedis

Kolja Briedis vom Hochschul-Informations-System in Hannover arbeitet im Bereich Absolventenforschung. Mit uns hat er über den richtigen Einstieg ins Berufsleben gesprochen.

Wie entscheidend ist die Abschlussnote?

Briedis: Nicht so wichtig, wie man glaubt. Da ist es ähnlich wie mit der Studiendauer. Irgendwann gibt es einen kritischen Wert. Wer zwei bis drei Semester über die Regelstudienzeit studiert, sollte keine Probleme haben. Ebenso verhält es sich bei der Abschlussnote. Ob nun 1,8 oder 2,0 auf dem Zeugnis steht, ist nicht entscheidend. Erst wenn die Note im Fächervergleich deutlich vom Durchschnitt abweicht, fällt es negativ auf.

Welche Qualifikationen muss ich nach dem Studium vorweisen?

Briedis: So viele wie möglich: Ein möglichst breites, fachliches Grundlagenwissen sowie bestenfalls eine fachliche Spezialisierung. Wer im Studium Schwerpunkte gesetzt und Spezialwissen erarbeitet hat, ist attraktiver auf dem Arbeitsmarkt. Wichtig sind soziale Kompetenzen.

Ist eine Promotion ein guter Job-Einstieg?

Briedis: Das kommt darauf an, was man mit der Promotion erreichen will. Wer nur den Berufseinstieg überbrücken will, sollte es lassen. Schließlich können die Forschungen Jahre dauern und sind mit großen Anstrengungen verbunden. Für eine akademische Laufbahn ist eine Promotion jedoch notwendig. In einigen Fachrichtungen, zum Beispiel den Ingenieurswissenschaften, findet die Promotion oft in Verbund mit der Industrie statt. Sie ist als Berufseinstieg durchaus geeignet. Für eine wissenschaftliche Karriere ist eine Promotion ebenfalls sinnvoll. Allerdings gibt es viel mehr promovierte Akademiker als Stellen an den Universitäten.

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Das Gespräch führte Eva Maria Helm

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