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Geisteswissenschaften: Düstere Jobaussichten

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Der Student Rouzbeh Golgoli ist Taxifahrer in Köln. Archivbild: Franz Schwarz Foto: Archivbild
Ein Germanistikstudium ist ein Wagnis. Schwierige Marktverhältnisse zwingen Studienabgänger oft zu unliebsamen Jobs - zumindest übergangweise. Doch mit etwas Geduld finden sie eine feste Arbeitsstelle.  Von
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Der wichtigste Schein für Germanisten ist der Taxischein – diese Pointe dürfte vielen Germanistikstudenten bekannt sein. Fastfood-Verkäufer, Zeitungsbote oder Taxifahrer – wenn es darum geht, angehenden Germanisten zu erklären, was sie später mit ihrem Abschluss anfangen können, greifen Eltern und Freunde oft tief in die Klischee-Kiste.

Tatsächlich sind die Berufsaussichten für Sprachwissenschaftler nicht gut: „Generell sieht der Arbeitsmarkt für Germanisten derzeit eher schlecht aus“, sagt Sabine Schlensag, Teamleiterin für die Akademiker-Vermittlung bei der Arbeitsagentur Köln.

Pessimistische Zukunftsvorstellung

Auch Germanisten blicken pessimistisch in die Zukunft – zu diesem Ergebnis kommt die 2011 vom Bundesministerium für Bildung in Auftrag gegebene Studie „Hochschulabschlüsse im Umbruch“. Unter den Bachelor-Absolventen des Jahrgangs 2009 schätzen nur 38 Prozent der Germanisten ihre Beschäftigungschancen als gut oder sehr gut ein. Zum Vergleich: 91 Prozent der Ingenieurswissenschaftler betrachteten ihre Beschäftigung als sicher.

Bei der Arbeitsvermittlung trifft Sabine Schlensag oft enttäuschte Germanistik-Absolventen. „Es passiert häufig, dass sie sich im Studium nicht hinreichend orientiert oder einen Schwerpunkt gesetzt haben, der am Arbeitsmarkt nicht nachgefragt wird.“ Zur Sicherung des Lebensunterhaltes seien viele Absolventen bereit, Jobs unter ihrem Niveau anzunehmen. Weiterbildungen in Betriebswirtschaft und Coaching können stellenlosen Germanisten aus der Misere helfen.

Das Problem der Sprachwissenschaftler: „Germanisten können alles und nichts – im Studium lernen sie keinen konkreten Beruf“, sagt Marketa Chaidou vom Career Center der Kölner Universität. Sie hätten es schwerer als Studenten anderer Studiengänge, weil sie nach Neigung studierten, „nicht, weil sie eine große Karriere anstreben“.

Die Fähigkeit, quer zu denken

Im Vordergrund stehe meist der Wunsch nach persönlicher Erfüllung. Später zahlt sich dieser Wunsch häufig nicht aus, vor allem im Berufseinstieg: „Viele machen nach dem Studium erst einmal ein Volontariat oder erhalten befristete Verträge mit geringer Vergütung“, so Chaidou. Für viele geht es später in den PR-Bereich, wo ihnen das breit aufgestellte Studium zugute kommt: „Germanisten lernen quer zu denken und können sich rasch in komplexe Themengebiete einarbeiten. Das macht sie zu gefragten Arbeitskräften“, sagt Chaidou.

Um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, sei Praxisnähe nötig. „Das A und O sind Praktika.“ Mit etwas Geduld sind die Jobaussichten nicht düster: „Nach einem oder zwei Jahren ist die Arbeitslosigkeit bei Geisteswissenschaftlern nicht viel höher als in naturwissenschaftlichen Berufen.“

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