27.09.2016
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Jugendliche: Emil und die Skaterfreunde

Skater

Emil macht einen Ollie-Pop.

Frechen -

Emil, 15, mit rotem Cappy, hat vor vier Jahren angefangen zu skaten, als es hier nur eine Rail gab. Die Flat-Rail, ein Metallrohr zum Entlangrutschen, gab dem Platz den Namen. "Wir treffen uns an der Rail", heißt es, wenn Emil und seine zehn bis dreizehn Freunde sich verabreden. "Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Stadt, die das ewig versprochen hat, die Skateranlage ausbaut." Was man alles mit der Quarter-Pipe, der Funbox und der Big Banana Curb auf einem Rollbett anstellen kann, testeten Emil und Freunde an diesem Nachmittag aus. Bei dem Contest gewannen Emil, Max und Jonnie den ersten Preis, einen Sportbekleidungs-Gutschein.

Solidarität untereinander

"Nicht wegen der Mädels, sondern weil es Spaß macht, skaten wir" sagt Luca, 17, und ergänzt: "Skaten ist besser als Computerspielen, weil man draußen ist." Warum hier fast nur Jungs sind? "Weil man zeigen will, wenn man einen Trick kann", erklärt Alex, 21. Patrick, 19, mit schwarzer Wollmütze und tief hängender Röhrenjeans, findet es auch gut, dass manchmal Skater aus Königsdorf oder Köln vorbeikommen: "Nur wenn man mit Skatern fährt, die besser sind, kann man neue Tricks lernen, weil man es bei ihnen sieht." Jetzt kommen auch wieder ältere Skater, die vor zwei Jahren aufgehört hatten. Wie Sven, 21: "Früher sind wir an der Realschule oder auf der Straße gefahren, weil es gar nichts in Frechen gab." Jetzt haben sie wegen Emil und seinen Freunden wieder angefangen.

Sie alle ärgert vor allem das schlimmste Skater-Klischee: Viele würden denken, Skater seien drogensüchtige Sprayer, die alles zumüllen. "Dabei halten wir den Platz sauber und räumen die Scherben weg", sagt Emil. Nur zwei von ihnen würden Zigaretten rauchen. "Sonst nehmen wir nur Pepsi und Wasser zu uns oder lassen uns mal eine Pizza liefern", sagt Lukas, 21, der Old-School-Skater. Er fährt wie Skater vor 20 Jahren und hält beispielsweise das Board in der Luft fest. Michel, 22, schätzt vor allem die Solidarität untereinander: "Wir teilen und tauschen alles, Schuhe, Boards." Als einer mal kein Geld für ein neues Brett hatte, schenkte er ihm eins.

Damit alle Jungenträume wahr werden, haben sie nur noch einen Wunsch offen: dass die Brache neben der Anlage in eine Grill- und Liegewiese umgestaltet wird. Aber erst mal muss Emil für seine Freunde jetzt von seinem Preisgeld Getränke besorgen. Einer für alle, alle für einen Skater.