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Autonomes Zentrum: Hochachtung für kreative Köpfe

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Solidaritätsbekundung im „Umsonst-Laden“ des AZ: Franz Meurer, Sarah van Dawen und Jürgen Becker mit den AZ-Verantwortlichen Martin Warneck (l.) und Hannah Grohs (r.) Foto: Bause
Die Nutzer des Autonomen Zentrums in Kalk haben zahlreiche Prominente hinter sich bei dem Vorhaben, die Politik zur Verlängerung des Nutzungsvertrages für die ehemalige KHD-Kantine zu überreden.  Von
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Mit einer beeindruckenden Unterschriftenliste versuchen die Nutzer des Autonomen Zentrums (AZ) in Kalk, die Politiker im Rathaus zur Verlängerung ihres Nutzungsvertrags für die ehemalige KHD-Kantine zu bewegen. Zahlreiche Prominente haben einen Brief an Oberbürgermeister Jürgen Roters und die Ratspolitiker geschrieben: In einer Großstadt wie Köln müsse Platz für unkommerzielle und selbst organisierte Kunst, Kultur und Politik sein, heißt es in dem Schreiben.

Unterzeichnet haben unter anderem die AG Arsch huh, der ehemalige DGB-Chef Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Südstadtpfarrer Hans Mörtter, Passagen-Macherin Sabine Voggenreiter, der Vorsitzende des Integrationsrats, Tayfun Keltek, der Organisator des Sommerblut-Festivals, Rolf Emmerich sowie mehrere prominente Politiker der Grünen und der Linken. „So ein Projekt braucht die Unterstützung der Politik“, sagt Mitunterzeichner Franz Meurer, Dechant in Kalk und alternativer Ehrenbürger. Der Pfarrer von Vingst und Höhenberg fordert „Hochachtung“ vor dem ehrenamtlichen Engagement „kreativer Köpfe“, die „unser Land gestalten und unsere Renten bezahlen werden“.

Man dürfe Kultur nicht zerstören, sondern müsse dafür sorgen, dass sie wächst, so Kabarettist Jürgen Becker, der genau wie Kollege Wilfried Schmickler zu den Unterstützern gehört. Breite Unterstützung gibt es auch von Kölns Jugendverbänden von den linken Falken bis zum Bund der Deutschen Katholischen Jugend. „Eine Räumung des Gebäudes widerspricht allem, was der Stadtrat sonst so beschließt, wenn es um die Förderung von Kultur oder Partizipation geht“, sagt die Vorsitzende des Kölner Jugendrings, Sarah van Dawen. „Kalk braucht keine Wasserwerfer oder Schlagstöcke, sondern Kultur und Demokratie.“

Treffen mit SPD ergebnislos

Vertreter des AZ hatten sich in den vergangenen Wochen zweimal mit den für den Wahlkreis zuständigen Ratsmitgliedern der SPD getroffen. Ohne die SPD werde man keine Mehrheiten für das AZ gewinnen, so Sprecher Martin Warneck. Es sei aber noch nicht einmal gelungen, ein Räumungs-Moratorium zu vereinbaren, solange man miteinander spreche. So bleibt eine baldige Räumung der KHD-Kantine nach dem Ende des von der Stadt gekündigten Nutzungsvertrags Ende Juni möglich, wenn auch unwahrscheinlich. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wird hinter den Kulissen weiterhin nach einem alternativen Standort gesucht. Konkretes ist aber noch nicht in Sicht. „Wer räumen will, muss vorher eine Alternative benennen“, so Meurer. Außerdem habe die Stadt die klare Verantwortung, dass das angeblich benötigte Grundstück ab dem nächsten Tag bebaut werde.

Doch das wird nicht geschehen: In der Antwort auf eine Anfrage der Linken schreibt die Stadtverwaltung, dass erst 2015 mit Baumaßnahmen in diesem Quartier begonnen werde. Das Grundstück, auf dem sich das AZ befindet, soll einem neuen Grünzug zugeschlagen werden. Die Nutzer und die prominenten Unterstützer fordern, das Gebäude in den Grünzug zu integrieren. „Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt in der Kooperation“, so Meurer. Man könne das AZ in die zukünftigen Planungen einbeziehen.

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