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Baupläne: Wohngebiet für wachsende Stadt

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Der Architekten-Entwurf für für das Neubaugebiet entlang der Thessaloniki-Allee sieht eine Mischung aus Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung vor.  Foto: AK Planconcept / Animation
Die Verwaltung und Kalker Bezirksvertreter sind uneinig bei der Gestaltung der Thessaloniki-Allee. Um der wachsenden Stadt gerecht werden zu können sind Wohnungsbauten gewünscht, doch stellt sich die Verwaltung da quer.  Von
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Die Meinung von Kalks Bezirksbürgermeister Markus Thiele ist eindeutig: „Wenn Wohnungen gebaut werden sollen, müssen wir einfach zustimmen.“ Jede Möglichkeit müsse in Betracht gezogen werden, um der wachsenden Stadt Köln gerecht zu werden. Einstimmig votierten Kalks Bezirksvertreter demnach für einen neuen Bebauungsplan im Bereich von Thessaloniki-Allee, Peter-Stühlen-Straße und Vietorstraße. „Im nördlichen Teil ist Gewerbe geplant, im südlichen Bereich entstehen Wohnungen“, sagte Wolfgang Tuch vom Stadtplanungsamt.

Unter den Bezirksvertretern waren jedoch durchaus eigene Vorstellungen verbreitet: „Es ist wichtig, die Entwicklung auf dem ehemaligen CFK-Gelände weiter voranzutreiben“, sagte Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. „Allerdings sehen wir für ein Hotel, dass dort im Gespräch ist, gegenwärtig keinen Bedarf.“ Doch die Verwaltung schränkte ein. Tuch: „Planungsrechtlich sehen wir im Moment keine Möglichkeiten, dort noch weitere Wohnungsbauten umzusetzen.“ Schließlich sei das knapp 2200 Quadratmeter große Grundstück im rechtskräftigen Bebauungsplan gegenwärtig noch als reines Gewerbegebiet festgesetzt.

Diese Haltung der Verwaltung kann auch Johann Füngeling, der Inhaber der Firma Wohn- und Gewerbebau Füngeling GmbH aus Hürth, nicht nachvollziehen. Seine Firma hat inzwischen die brachliegenden Grundstücke auf der Rückseite der unter Denkmalschutz stehenden früheren Liesegang-Hallen erworben. „Ich möchte natürlich das Gelände so bald wie möglich bebauen. Zuvor muss jedoch der Bebauungsplan geändert werden. Was dort gegenwärtig rechtsverbindlich festgelegt ist, ist 15 Jahre alt und hat sich längst überlebt.“ Zu der Mischplanung aus Wohnungen und Gewerbe sei er von den Stadtplanern überredet worden. „Liebend gerne würde ich, wie von den Bezirksvertretern gewünscht, auf dem Grundstück mehr Wohnungen bauen“, sagt Investor Füngeling. „Zusätzliches Gewerbe braucht an der Stelle in Kalk doch keiner.“

Füngeling hofft nun, das der Stadtentwicklungsausschuss bei seiner nächsten Sitzung am 13. Juni den Vorschlägen der Kalker Bezirksvertreter folgt. „Deren Ideen kommen mir doch sehr entgegen“, sagt er. Die Vorstellungen der Stadtverwaltung für den Bebauungsplan solle zugunsten von zusätzlichem Wohnungsbau korrigiert werden.

Die Rückseite der Liesegang-Hallen soll bebaut werden.
Die Rückseite der Liesegang-Hallen soll bebaut werden.
Foto: Norbert Ramme

Planungsziel für den nun eingeleiteten Bebauungsplan, der im sogenannten beschleunigten Verfahren aufgestellt werden soll, ist vor allem die Realisierung von Neubauwohnungen. Nach den Plänen der Deutzer Architektengruppe AK Planconcept sind zwei städtebaulich angepasste Gebäude parallel zur Thessaloniki-Allee als Blockrand-Bebauung vorgesehen. Dort soll eine Wohnanlage mit vier vollen sowie einem gestaffelten Geschoss entstehen. Rund 40 Wohnungen sowie einige Gewerbebetriebe, die in das Wohngebiet passen, sollen hier Platz finden. Deshalb will die Verwaltung auf einer Teilfläche im Norden die gewerbliche Nutzung beibehalten – für den südlichen Teil soll eine Umwidmung für Wohnungsbau erfolgen.

Die notwendigen Freiflächen sind im rückwärtigen Grundstücksteil vorgesehen: Im rund 600 Quadratmeter großen Innenbereich sind Spielflächen für Kleinkinder geplant. Aus Lärmschutzgründen soll dieser Innenbereich in Richtung Gewerbegebiet durch ein weiteres Haus geschlossen werden. Die vorgeschriebenen Stellplätze für Autos werden in einer Tiefgarage untergebracht, in der auch Platz für Fahrräder sein soll.

Unter dem Motto „Wohnen am Bürgerpark“ sollen Gebäudehöhe, Dachform und Farbe der Fassade der Häuser einheitlich gestaltet werden, um die Neubauten optisch in das umliegende Wohnviertel einzupassen.
Laut Elke Müssigmann vom Stadtplanungsamt seien im Bereich des CFK-Geländes bislang insgesamt 650 Wohnungen errichtet worden – 38 Prozent davon mit öffentlicher Förderung. Das ergänzte der CDU-Stadtverordnete Karl Jürgen Klipper (CDU), auch Vorsitzender des Stadtentwicklunsgausschusses, mit der Anmerkung, dass von der Politik aus rund um den Kalker Bürgerpark „möglichst wenig öffentlich geförderter Wohnungsbau erwünscht ist“. Das Ziel: Eine bessere Durchmischung der Bevölkerung.

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