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Brand in Höhenberg: Staatsanwalt weist Vorwürfe zurück

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Nach dem Tod von zwei Menschen bei dem Brand eines von Türken bewohnten Hauses in Köln hat die türkische Regierung den Umgang der deutschen Behörden mit mutmaßlichen Brandstiftungen kritisiert.  Foto: Arton Krasniqi, KSTA
Der türkische Vize-Premier Bozdag hat heftige Kritik an den deutschen Behörden geübt: Zu selten werde ein rechtsextremer Hintergrund erwogen, wenn Häuser brannten, in denen Türken wohnen. Die Staatsanwaltschaft wehrt sich gegen die Vorwürfe.  Von 
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Köln

Nach dem Hausbrand in Höhenberg mit zwei Toten wehrt sich die Kölner Staatsanwaltschaft gegen Vorwürfe der türkischen Regierung. Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag hatte zuvor gesagt, er frage sich, warum immer nur in Wohnhäusern von Türken in der Bundesrepublik Brände ausbrächen. Die deutschen Behörden machten sich lächerlich, wenn sie „fünf Minuten nach einem Feuer“ die Erklärung verbreiteten, der betreffende Brand habe nichts mit Neonazis zu tun.

„Eine entsprechende Erklärung haben wir nie verbreitet“, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Alf Willwacher. Es sei auch nicht seine Aufgabe, „solche Äußerungen“ zu kommentieren. „Wir ermitteln ergebnisoffen“, betonte Willwacher. Der Leiter des türkischen Konsulats in Köln, Mustafa Kemal Basa, besuchte am Sonntag die Rothenburger Straße. Er erklärte, man müsse nun in Ruhe das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.

Tote in Höhenberg - Ursache weiter unklar

Verkohlter Kinderwagen

Das Feuer war am Samstagabend in dem überwiegend von Türken und Italienern bewohnten Mehrfamilienhaus ausgebrochen. Eine 19-jährige Mieterin aus dem Kosovo und ihr 30 Jahre alter deutscher Besucher erstickten im dichten Rauch. Die Feuerwehr fand ihre verkohlten Leichen im Flur hinter der Haustür. 26 weitere Bewohner wurden verletzt.

Die Polizei schließt weder Brandstiftung noch Fahrlässigkeit aus. Brandbeschleuniger wurde bislang nicht gefunden. Ein Kinderwagen hinter der Haustür brannte vollständig aus. Auch er kommt laut Polizei als möglicher Entstehungsort des Feuers in Betracht.

Der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdag Foto: dpa

Bereits nach dem Hausbrand im baden-württembergischen Backnang, bei dem im März eine türkischstämmige Frau und ihre sieben Kinder starben, war in der Türkei der Verdacht eines Anschlags aufgekommen. Dabei wurden Vergleiche mit den rechtsextremen Brandanschlägen von Solingen und Mölln angestellt, bei denen in den 1990er Jahren mehrere Türken getötet worden waren.

Der Vizepremier betonte, auch bei der Mordserie der rechtsextremen Gruppe NSU hätten die deutschen Behörden die Täter jahrelang lediglich in den Familien der Opfer gesucht, nur um später festzustellen, dass die Morde das Werk von Neonazis waren. Deshalb sollten die deutschen Ermittler bei Hausbränden stets auch die Möglichkeit eines rechtsradikalen Hintergrunds im Auge behalten.

Der türkische Minister für Europafragen, Egemen Bagis, mahnte in Izmir nach Meldungen von Anadolu: „Jeder sollte wisse, dass die Türkei geschlossen hinter ihren Geschwistern, den Staatsbürgern und ehemaligen Staatsbürgern, in Deutschland steht und die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.“

Ermittlungen in „alle Richtungen“

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Das Feuer war am Samstagabend in dem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Höhenberg ausgebrochen. Der Brand könnte nach ersten Erkenntnissen an einem Kinderwagen im Eingangsbereich des Hauses entstanden sein. Die Ermittler hatten Reste des Kinderwagens gefunden. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben „in alle Richtungen“. Zunächst würden alle Aspekte des Brandgeschehens gesammelt, sagte ein Polizeisprecher.

„Sie haben es nicht mehr geschafft“

Die Feuerwehr fand die Leichen des 30-jährigen Mannes und der 19-jährigen Frau im verqualmten Hausflur. Der Mann habe die Bewohnerin des Hauses besucht. Beide wollten wohl durch das verqualmte Treppenhaus nach draußen flüchten. „Sie haben es nicht mehr geschafft“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei erwartete neue Ermittlungsergebnisse erst für Dienstag.

Die Rettungskräfte fuhren am späten Samstagabend mit einem Großaufgebot zu dem Einsatz im Stadtteil Höhenberg.

Betroffenheit herrscht in Höhenberg nach dem Brand mit zwei Toten. Foto: Arton Krasniqi, KSTA

Beim Eintreffen der Feuerwehr schrien Menschen an den Fenstern um Hilfe. Dichter Qualm im Treppenhaus machte die Flucht unmöglich. Die Helfer holten Bewohner über Drehleitern aus dem Haus, gleichzeitig suchten zwei Trupps unter Atemschutz den Hausflur nach Opfern ab. Dabei fanden sie die beiden Toten.

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26 Verletzte wurden in einem Rettungsbus von Notärzten untersucht und versorgt. 13 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Sie erlitten vor allem Rauchgasvergiftungen. Insgesamt sollen über 30 Bewohner in den Haus gelebt haben. Die Überlebenden kamen bei Verwandten und Bekannten unter. (mit dpa/rtr)

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Tim Stinauer
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