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Brandhaus in Höhenberg: Einbrecher kamen über Rettungsleiter

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Die Ursache für das verheerende Feuer in Höhenberg ist nach wie vor unklar. Foto: Arton Krasniqi, KSTA
Die Bewohner des Brandhauses kommen nicht zur Ruhe: Skrupellose Diebe haben Laptops, Fernseher und Geldbüchsen aus dem verwaisten Haus mitgehen lassen. Gekommen sind sie über den Weg, der den Bewohnern das Überleben sicherte.  Von 
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Höhenberg

Die Einbrecher kamen über die Feuerleiter – über dieselben Stufen, auf denen die Menschen Karsamstag in Panik vor den Flammen in ihrem Haus geflüchtet waren. Irgendwann zwischen vorigem Donnerstag und Samstag kletterten die Täter auf die Balkone, hebelten Fenster und Balkontüren auf und plünderten das seit dem Brand verwaiste Haus an der Rothenburger Straße in Höhenberg.

Sie nahmen vor allem Elektrogeräte mit, brachen aber auch Spardosen auf und steckten Scheine und große Münzen ein. „Nur die Centstücke ließen sie liegen“, berichtet ein Mitarbeiter der Hausverwaltung. „Es ist traurig, einfach beschämend. Es gibt Leute, die schrecken vor nichts zurück.“

„Jetzt habe ich wirklich nichts mehr zu verlieren“

Kopfschüttelnd steht der Mann am Montag vor dem Gebäude. Auch die Mieter sind fassungslos. „Mir haben sie einen Laptop, eine Kamera und eine Festplatte gestohlen“, schildert Süleyman Cosar. „Wäre ich zynisch“, sagt Hauseigentümer Yusuf Kiziltas, der selbst in dem Haus lebt, „würde ich sagen: Jetzt habe ich wirklich nichts mehr zu verlieren. Bei diesem Gedanken fühle ich mich schon fast besser.“ Aus seiner Wohnung haben die Einbrecher einen Laptop gestohlen. In einer Plastiktüte hatten sie schon einen Flachbildschirm und Kosmetikartikel von Kiziltas’ Frau bereitgestellt. Aber die Tüte steht immer noch auf dem Sofa. Die Täter haben wohl vergessen, sie mitzunehmen.

Seit dem Feuer ist das Mehrfamilienhaus in Höhenberg unbewohnbar. Die 36 Mieter sind bei Freunden oder Verwandten untergekommen, einige in Notunterkünften der Stadt. Vorige Woche konnten sie das Nötigste aus ihren Wohnungen holen, dann ließ die Hausverwaltung die geschmolzene Eingangstür aus Kunststoff durch eine Stahltür ersetzen. Seitdem war das Haus menschenleer.

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„Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen gelangten die Einbrecher über eine angrenzende Kleingartenanlage an die Rückseite des Hauses“, berichtete Polizeisprecher Carsten Möllers. In Kiziltas’ Wohnung brachen sie über den Balkon ein, ebenso wie in die Nachbarwohnung. Über die Feuerleiter kletterten sie in eine Wohnung im zweiten Obergeschoss. Von dort betraten sie das Treppenhaus und gelangten mühelos in zwei weitere Wohnungen, deren Türen offen standen; Feuerwehrmänner hatten sie bei dem Brandeinsatz aufgebrochen.

Nach wie vor ermittelt die Polizei, ob das Feuer hinter der Haustür aus Fahrlässigkeit oder Absicht entstand. Das vorläufige Gutachten eines Sachverständigen kann diese Frage nicht beantworten. Zwei Menschen, die aus einer Dachgeschosswohnung im vierten Stock durchs Treppenhaus auf die Straße fliehen wollten, verbrannten in den Flammen.

Die Schäden im Gebäude sind vor allem in den unteren Etagen massiv. Im Eingangsbereich, wo ein Kinderwagen ausgebrannt war, ist der Putz durch die Hitze abgeplatzt, der nackte Stein ist sichtbar. Weiter oben im Treppenhaus sind die Wände verrußt. Eine dünne Schicht Asche hat sich in all jenen Wohnungen auf Möbel und Böden gelegt, in denen während des Brandes die Türen offen standen.

Der Ruß zog auch durch Lüftungsschlitze von Fernsehern, Laptops und anderen Geräten, die die Einbrecher mitgenommen haben. „Wir hatten den Mietern ohnehin geraten, die Geräte wegzuwerfen“, sagt der Mitarbeiter der Hausverwaltung. „Denn wenn man sie jetzt anstellt, besteht erhöhte Brandgefahr.“

AUTOR
Tim Stinauer
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