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Ehemalige Kaufhof-Filiale: Kalk droht Versorgungslücke

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Die ehemalige Kaufhof-Filiale an der Kalker Hauptstraße steht seit 20 Jahren unter Denkmalschutz. Das behindert eine neue Nutzung. Foto: Ramme
Der Denkmalschutz gefährdet die Pläne für den Umbau und eine neue Nutzung der ehemaligen Kaufhof-Filiale an der Kalker Hauptstraße. Ein vielversprechendes Konzept der holländischen Unternehmensgruppe Ten Brinke wurde jetzt abgelehnt.  Von
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Der Denkmalschutz gefährdet die Pläne für den Umbau und eine neue Nutzung der ehemaligen Kaufhof-Filiale an der Kalker Hauptstraße. Der Kölner Stadtkonservator Thomas Werner hat in der vergangenen Woche das Konzept der holländischen Ten Brinke Unternehmensgruppe (Jahresumsatz von knapp 700 Millionen Euro) abgelehnt.

Die in den Niederlanden und inzwischen vielerorts in Deutschland tätige Firma hatte das seit Juli 2012 leerstehende Gebäude vor vier Monaten von der Metro-AG gekauft – mit dem Ziel, es möglichst komplett abzureißen. Die Pläne des Kölner Architekten Peter Kottmair sehen stattdessen einen Neubaukomplex mit Läden, Studentenappartements und Sozialwohnungen vor.

Er müsse sich um Denkmalschutz, nicht um Stadtentwicklung kümmern, hatte Stadtkonservator Werner gegenüber Kottmair und Bruno Wojatschek betont, der bei Ten Brinke für die Entwicklung des Standorts Köln zuständig ist. Schließlich stehe das Anfang der 1950er Jahre errichtete Gebäude seit 20 Jahren unter Denkmalschutz.

Ten Brinke droht Angebot zurückzuziehen

Noch sieht die Ten Brinke Gruppe ihr Projekt allerdings nicht beerdigt. „Jetzt ist die Politik gefordert, klare Vorgaben zu machen“, sagt Wojatschek. Gleichzeitig lässt er auch keinen Zweifel daran, dass die Unternehmensgruppe vom Kauf des Areals zurücktrete, falls es keine Lösung in ihrem Sinne gebe. Wojatschek: „Wir wollen nicht den Kaufhof, sondern höchstens die Fassade.

Der  Rewe-Markt in den Köln-Arcaden wird umgebaut und verkleinert. Möglicherweise  entsteht  im ehemaligen Kaufhof eine zweite Filiale.
Der Rewe-Markt in den Köln-Arcaden wird umgebaut und verkleinert. Möglicherweise entsteht im ehemaligen Kaufhof eine zweite Filiale.

Auf deren Erhalt könnten wir uns einlassen – auf mehr allerdings nicht.“ Schützenhilfe erhält er von der Immobilien-Standortgemeinschaft entlang der Kalker Hauptstraße (ISG). Sprecher Dirk Kranefuss hat die Kalker Kaufhof-Filiale vier Jahre lang geleitet: „Ich hatte nie das Gefühl, in einem denkmalgeschützten Haus zu arbeiten“, sagt er.

Die ISG begrüßt das derzeitige Konzept, das Läden im Erdgeschoss – es soll über den bisherigen Parkplatz bis hin zur Sieversstraße ausgebaut werden – und im Basement vorsieht. In den oberen Etagen sind 100 Appartements für Studenten sowie 50 Sozialwohnungen geplant.

Neues Vorbild: DuMont-Carré

Wojatschek: „Vorgesehen ist eine offene Bebauung, ähnlich dem DuMont-Carré in der Innenstadt.“ Dies sei ein Beitrag, die Kalker Hauptstraße wieder mehr zu beleben. „Wir wollen die Handelslandschaft im Dunstkreis der Straße ergänzen“, sagt Christian von Roda, Geschäftsführer bei Ten Brinke im Bereich Projektentwicklung. „Der Standort Köln gilt bei vielen Händlern als attraktiv – die Nachfrage ist da.“

Bruno Wojatschek weiß von Interessenten aus der Lebensmittel- sowie aus der Textil-Branche. Auch wenn man sich nicht als Konkurrenz sondern eher als Ergänzung zum benachbarten Einkaufszentrum Köln-Arcaden sieht (von Roda: „Die locken viele Kunden nach Kalk – und die gilt es auf Dauer auch auf die andere Straßenseite zu holen“), ist mit Rewe ein Hauptmieter für die rund 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche im Gespräch, der auch einen großen Laden in den Arcaden betreibt.

Wojatschek: „Kalk verträgt durchaus zwei Rewe-Märkte“. Das sieht Kalks Bezirksbürgermeister Markus Thiele ähnlich: „Niveauvoller Einzelhandel ist für den Kaufhof eine gute Lösung. Einige Kalker hatten einen überdimensionierten Ein-Euro-Shop befürchtet.“

Zweite Rewe-Filiale möglich

An der Filiale in den Arcaden wird Rewe laut Sprecherin Christiane Preisen festhalten – allerdings in einer abgespeckten Version. Der Markt im Einkaufszentrum verkleinert sich, das bestätigt Centermanager Sascha Twesten. Er weist gleichzeitig die in Kalk kursierenden Gerüchte zurück, das komplette Untergeschoss der Arcaden würde geschlossen. „Von Ende Juli bis Mitte November steht ein großer Umbau an.“ Die Mall im Basement werde verlängert, eine neue Rolltreppenanlage eingebaut. Und neben Rewe ziehen dort 15 neue Läden ein.

Die jetzige Filiale schließt aufgrund der Umbauten am 22. Juli – einen Ersatz gibt es nicht. Zwei Tage zuvor macht auch der Nahversorger Edeka-Laden auf der Kalker Hauptstraße endgültig dicht. Die Unterschriftensammlung von Bürgern, die dort einen Lebensmittelladen erhalten wollen, ist ebenso erfolglos geblieben wie die Intervention der ISG. Über den Nachmieter schweigen die Hauseigentümer.

„Jedenfalls nichts mit Lebensmitteln“, heißt es.
Das gleichzeitige Aus zweier großer Supermärkte verärgert die Bürger. Anwohner Heiko Schomberg: „Wir haben noch knapp einen Monat Gnadenfrist, bevor wir aus der Luft versorgt werden oder Pakete von »drüben« erhalten – aus Sülz oder Klettenberg, Lindenthal oder Marienburg.“

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