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Gerichtsverhandlung: Elfmal auf das Opfer geschossen

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Gionatan F. muss sich vor Gericht wegen Totschlags verantworten. Er hatte im Dezember elfmal auf sein Opfer geschossen. Foto: dpa
Nach den tödlichen Schüssen auf den Familienvater Nevzat D. muss sich der Angeklagte Gionatan F. wegen Totschlags vor Gericht verantworten und plädiert auf Notwehr. Die Anwälte des Opfers schütteln dabei nur den Kopf.  Von
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War es Notwehr? Der Täter spricht von „nie gekannter Todesangst“ und beteuert: Es war Notwehr. Die Anwälte hingegen, die die Familie des getöteten Opfers vertreten, schütteln nur den Kopf: „Das ist Unsinn. Von Notwehr kann keine Rede sein.“

Schüsse vor dem Bistro

Die Schüsse fielen im Dezember 2012 spätabends vor dem Kalker Bistro Deluxe und töteten den zweifachen Familienvater Nevzat D. (42). Wegen Totschlags steht nun Gionatan F. (28) vor dem Kölner Landgericht. Laut Anklage hat der gebürtige Italiener „einen Menschen getötet, ohne Mörder zu sein“ und sitzt seit Mittwoch auf der Anklagebank. Das Opfer hatte keine Chance: Insgesamt elfmal schoss Gionatan F. auf sein Opfer und drückte auch noch ab, als es wehrlos am Boden lag. Nevzat D. wurde mindestens fünfmal getroffen, die Kugeln trafen Leber, Milz, Lunge, Magen und das Herz. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Familienvater an inneren Blutungen.

Schon zu Beginn der Ermittlungen deutete alles darauf hin, dass es sich bei der Tat um die Folgen einer Schutzgelderpressung handelte. Nevzat D. war in der Szene dafür bekannt, nicht viele Worte zu machen und lieber gleich zuzuschlagen – er galt als brutal und gewalttätig. Erst wenige Monate zuvor hatten sich für ihn nach sechs Jahren Haft die Gefängnistore geöffnet.
Der Angeklagte gibt an, Nevzat D. seit frühester Jugend in schlechter Erinnerung zu haben. Im Alter von 16 Jahren sei er erstmals mit ihm auf der Straße zusammengetroffen. Der deutlich ältere und auch physisch stärkere Mann habe ihm damals ohne Vorwarnung auf der Straße einen Faustschlag versetzt und ihm damit zu verstehen gegeben, er solle ihm in Zukunft aus dem Weg gehen.
Als Nevzet D. dann Jahre später aus der Haft entlassen wurde, herrschte im Bekanntenkreis des Angeklagten große Aufregung: Mehrere Freunde von Gionatan F. habe Nevzet D. unter Androhung von Gewalt um vierstellige Beträge erpresst. Dass auch er, der als stiller Teilhaber des „Deluxe“ galt, irgendwann an die Reihe käme, sei nur eine Frage der Zeit gewesen, war sich der Angeklagte sicher.

In Todesangst abgedrückt

Am Tattag sei Nevzet D. in sein Lokal gekommen und habe ihn angeherrscht, mit nach draußen zu kommen und gedroht: „Da mach ich dich platt und brech dir die Beine.“ In Todesangst habe er da zur Pistole gegriffen und abgedrückt. Wann, wie oft und wohin? Daran will der Angeklagte keine Erinnerung mehr haben. Dafür sind jetzt zahlreiche Zeugen geladen, die an den nächsten neun Verhandlungstagen bis Ende Juni gehört werden.

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