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Gremberger Wäldchen: Müllkippe mitten im Grünen

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Einer der Müllhaufen unter dem Autobahnzubringer  Foto: Schäfer
Jogger, Hundehalter und Spaziergänger haben zunehmend weniger Freude am Gremberg Wäldchen. Denn seit Jahren wird hier immer wieder illegal Müll entsorgt. Anwohner beschwerten sich bereits bei der Stadt.  Von
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Humboldt/Gremberg

Wenn Ausflugsziele zu Müllhalden verkommen, ärgert das Erholungssuchende zuerst. Das Gremberger Wäldchen ist bei Joggern und Hundehaltern sehr beliebt. Doch die haben seit längerem wenig Freude an der grünen Insel in unmittelbarer Nachbarschaft des östlichen Autobahnzubringers. Am Zugang von der Gremberger Straße, wo Kleingärtner ihre Autos unter der Autobahnbrücke parken, liegen Müllsäcke, und ein Autorad rottet vor sich hin. Ein Stück weiter, an einem Weg im Wald, liegen die Reste einer Küchenzeile herum. Eine Schutzhütte auf Höhe des Autobahnanschlusses Vingst besteht nur noch aus verkohlten Resten.

"Seit Jahren schon wird auf dem Parkplatz hier regelmäßig illegal Müll entsorgt", sagt Frank Sartory. Der Gremberger führt täglich seinen Hund hier aus. Was ihn am meisten ärgert: "Mittlerweile fahren diese Täter schon in den Wald hinein und laden ihren offenbar gewerblichen Müll hier ab." Darauf deuteten Bauschutt oder Gasflaschen hin. Auch ein Haufen von etwa 200 verschimmelten Brötchen, die Sartory fand, dürfte kaum aus einem Privathaushalt stammen.

Reste einer Küchenzeile liegen am Rand eines Weges.
Reste einer Küchenzeile liegen am Rand eines Weges.
Foto: Schäfer

Der Parkplatz an der Gremberger Straße und die Waldwege sind aber nicht allein betroffen. Der Hundehalter beobachtete weitere wilde Müllberge an der Einmündung Gremberger Ring/Im Gremberg. Dort parken Spaziergänger oder Jogger ihre Autos. Sartory beschwerte sich bereits mehrmals bei der Polizei und der Stadtverwaltung. Doch oft genug sei der Müll nur zögerlich wieder aus dem Wäldchen verschwunden. Für den Beschwerdeführer gibt es nur eine Konsequenz: "Diese Grünanlage braucht dringend die verstärkte Aufmerksamkeit der Stadtverwaltung und der Polizei, wenn sie nicht komplett vermüllen soll." Die Hundehalter haben nun begonnen, selbst aufzuräumen.

Der Parkplatz am Ende der Gremberger Straße ist ein Grundstück des Landesbetriebs Straßen NRW. Schon von Weitem sichtbar hat der Landesbetrieb eine Videokamera mit Zusatzschild "Müll abladen verboten" installiert. Weitere Schilder unterstreichen diese Forderung. Doch die Kamera scheint die Täter nicht zu interessieren. Jedenfalls ignorieren sie das Verbot. "Das Müllproblem macht uns sehr zu schaffen", erklärt Laurenz Braunisch, Pressesprecher von Straßen NRW. Der Landesbetrieb müsse jährlich enorme Summen allein für die Beseitigung wilden Mülls zahlen. Braunisch: "Es ist wirklich beträchtlich, was alles weggeworfen wird." Doch auf der anderen Seite reichten die Kapazitäten des Betriebs nicht aus, um regelmäßig auf allen in seine Zuständigkeit fallenden Straßenabschnitten nach wilden Deponien zu fahnden und den Müll abzutransportieren. Braunisch: "Daher räumen wir nur ein bis zwei Mal im Jahr den Unrat weg." Eine Ausnahme mache der Landesbetrieb, wenn Gefahrgut illegal abgelagert werde und Gesundheit oder Menschenleben auf dem Spiel stünden.

Auch Jonas Schreibweis, der Revierförster für das rechtsrheinische Köln und für das Wäldchen zuständig, klingt resigniert: "Im letzten Jahr wurde hier viel Bauschutt abgeladen, und wir mussten immer wieder aufräumen lassen." Es fehle einfach an sozialer Kontrolle. Auf der anderen Seite könnten er und seine Mitarbeiter in den mehr als 2000 Hektar großen Waldgebieten seines Reviers nicht regelmäßig alle Wege abfahren, um nach Müll zu suchen. Daher sei er dankbar, wenn die Menschen die Forstverwaltung über illegale Ablagerungen informierten. Traurig ist Schreibweis wegen der abgebrannten Schutzhütte: "Die wollten wir in diesem Jahr neu gestalten und ausgerechnet zu Silvester setzte sie jemand in Brand." Nun bleibe wohl nur der Abriss.

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