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Hubschrauberlandeplatz: Keine Aussicht auf gute Aussicht

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Markante Gebäude der Stadt sind vom Kalkberg aus gut zu sehen. Kalks Bezirksvertreter wollen die Bürger an der Aussicht teilhaben lassen. Foto: Ramme
Der Helikopter-Landeplatz wird wie geplant gebaut. Doch weil sie zu teuer käme, wird es keine Aussichtsplattform auf dem Kalkberg geben. Dabei ist der Panoramablick bis zum Siebengebirge fast einzigartig.  Von
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Kalk/Buchforst

Für die Errichtung einer öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform auf dem Kalkberg sieht die Stadtverwaltung derzeit keine Möglichkeit. Ein Landschaftsarchitekturbüro, das die Machbarkeit einer Plattform überprüfen sollte, hat hierfür Kosten von rund 620 000 Euro errechnet. Im Haushalt 2013/14 seien keine Mittel für Baumaßnahmen dieser Art veranschlagt, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung, die in der vergangenen Woche bereits im Ausschuss für Umwelt und Grün, in der Mülheimer Bezirksvertretung und im Gesundheitsausschuss abgenickt worden war.

Der Kalkberg auf der Karte. Foto: KStA-Grafik

Am heutigen Dienstag wird die Mitteilung auch auf der Sitzung der Kalker Bezirksvertreter präsentiert, deren Beschluss die Machbarkeitsprüfung einer Aussichtsplattform erst initiierte. Vor zwei Jahren hatten sie auf Antrag der SPD einstimmig beschlossen, dass „zur weiteren Attraktivierung des Kalkberges für die Bewohner der umliegenden Stadtteile und als ergänzende Nutzung zur Hubschrauberstation in geeigneter Lage eine repräsentative Aussichtsplattform mit Blick auf das Stadtpanorama angelegt werden soll.“

Bezirksvertreter wollen Platz für Bürger

Damit hatten die Bezirksvertreter eine ähnliche Idee des Stadtplanungsamtes aufgegriffen, die im Jahr 2010 im Rahmen des Architektur-Wettbewerbs und der nachfolgenden Wanderausstellung „Rechtsrheinische Perspektiven“ entstanden war. Für den Vorschlag hatte sich auch Stadtdirektor Guido Kahlen erwärmt: „Wenn das realisiert wird, besteht für die Nutzer keine Gefahr.“ Doch Anne Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamtes, zeigte sich bereits damals skeptisch. Das wären „schöne Ideen und eine tolle Lösung“, die aber wohl in irgendwelchen Schubladen landen würden.

Die Station für die Rettungshubschrauber auf dem Kalkberg scheint dagegen realistischer, nachdem die Verwaltung die zuletzt noch diskutierte Alternative auf dem Flugplatz Kurtekotten als unrealistisch und ungeeignet bezeichnet hat. Kalks Bezirksvertreter wünschen sich weiterhin neben den Hubschraubern auch Platz für die Bürger – zumindest einem Aussichtspunkt.

Seltener Panoramablick

Durchaus machbar, so die Meinung der Landschaftsarchitektinnen Peter Sparla und Anne Zander vom Büro Lill & Sparla an der Dillenburger Straße. Zwar sei der Kalkberg mit seiner 32 Meter über dem Gelände liegenden Kuppe in der dicht bebauten Stadtlandschaft kaum wahrnehmbar, doch seien von dort aus weite Teile des Kölner Stadtgebietes zu sehen: Dom, Köln Triangle und Lanxess-Arena sowie Mediaparkhochhaus, Colonius oder Unicenter. In näherer Umgebung ragen der Wasserturm, der Ex-KHD-Schornstein und die Kirchtürme von St. Josef und St. Engelbert hervor. Bei guter Witterung kann man von dort sogar Teile des Bergischen Landes und des Siebengebirges sehen. Das sei eine „für Köln sehr seltene Möglichkeit eines Panoramablicks“.

Noch grüßt die Skulptur der „Vier Sitzenden“ des Bildhauers Hermann Böning vom zukünftigen Gelände der Hubschrauber-Station.
Noch grüßt die Skulptur der „Vier Sitzenden“ des Bildhauers Hermann Böning vom zukünftigen Gelände der Hubschrauber-Station.
Foto: Ramme

Ein öffentlicher Zugang zum Kalkberg – Wegeverbindungen sind von der Karlsruherstraße bis zur Kalker Hauptstraße und den Köln Arcaden möglich – würde das Defizit an Grün- und Spielflächen in der Umgebung abmildern. Auch die jetzt schon von BMX- und Modell-Autofahrern genutzten, hallenartig überbauten Räume unter der Zoobrückenauffahrt könnten weiter ausgebaut werden. Um die nötigen Abstände zum Hubschrauberlandeplatz und den zugehörigen Gebäuden einzuhalten, wollen die Landschaftsarchitektinnen die Aussichtsplattform östlich oder südöstlich davon anlegen. Einen direkten Einblick in die Flugbetriebsfläche soll es aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes allerdings nicht geben.

81 Meter über dem Meeresspiegel

Verschiedene Konzepte und Varianten sind überprüft worden: Als beste Lösung erscheint den Architektinnen demnach ein Konzept, das eine „optimale öffentliche Zugängigkeit des Kalkbergs mit einem Aussichtspunkt gewährleistet“, der 81 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Hierfür rechnen sie, einschließlich eines behindertengerechten Ausbaus, mit Gesamtkosten von 620 000 Euro.
Geld, das die Verwaltung nicht ausgeben will. Doch damit gibt sich die Kalker SPD nicht zufrieden: „Wir wollen den öffentlichen Bereich mit Aussichtspunkt weiterhin haben“, sagt Fraktionschef Oliver Krems. „Die Möglichkeit darf keinesfalls verbaut werden.“

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