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Jubiläum im Familienbetrieb: Zeitzeugen aus der Taunusstraße

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Eine Ansicht des Hauses aus dem Jahr 1930.  Foto: Norbert Ramme / Repro
Die Taunus-Apotheke besteht seit 100 Jahren. Das Arznei-Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Selbst die komplette Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hielt Familie Fortmann nicht ab, den Familienbetrieb fortzuführen.  Von
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Bunte Luftballons baumeln auf dem Platz vor der Taunus-Apotheke, im Inneren werden der Kundschaft zu Salben, Tabletten und anderen Medikamenten auch kleine Häppchen und Getränke angeboten. Die Apotheke feiert ihr 100-jähriges Bestehen – fast immer am gleichen Platz und nun in der dritten Generation.

Gustav Fortmann, zuvor in einer Apotheke in Norddeutschland tätig, hatte die Approbation für Köln erhalten und daraufhin am 4. Juli 1913 im Eckhaus Taunusstraße/Hachenburger Straße eine Apotheke eröffnet. Die hat er bis zu seinem Tod im Jahr 1923 geleitet. Da es in der Familie noch keinen direkten Nachfolger gab – Sohn Kurt war damals erst sechs Jahre alt – übernahm ein Verwalter die Regie in der Apotheke, die jedoch im Familienbesitz blieb. Schließlich sollte „dä Jung“ studieren und später übernehmen.

Der Zweite Weltkrieg machte zunächst einen Strich durch diese Pläne: Das Haus, in dem sich die Apotheke befand, wurde in der Bombennacht am 4. Juli 1943 fast vollständig zerstört. „Die Schwiegermutter hatte noch mit Kreide an die Trümmer geschrieben: »Wir leben alle, sind in Niederlahnstein«“, erinnert sich Marli Fortmann, die spätere Ehefrau von Kurt Fortmann. Der suchte nach der Rückkehr aus dem Krieg seine Familie wieder zusammen, beendet das Studium und eröffnete fünf Häuser weiter (Taunusstraße 16) im Januar 1948 eine Notapothke.

Zwei Apotheker-Generationen: Marli Fortmann (M.) und ihre Töchter feiern  100-jähriges Bestehen der Apotheke.
Zwei Apotheker-Generationen: Marli Fortmann (M.) und ihre Töchter feiern 100-jähriges Bestehen der Apotheke.
Foto: Norbert Ramme

Marli Fortmann: „Weil er dem Nachbarn beim Entschutten und Wiederaufbau des Hauses half, stellte ihm dieser zwei Räume in Erdgeschoss zur Verfügung.“ Dort habe man sich „ein paar Jahre kreditwürdig gearbeitet“. Die im Anschluss neu aufgebaute alte Apotheke ging Ende Oktober 1958 wieder in Betrieb. „Mit einer halben Million D-Mark Schulden. Das war damals richtig viel“, erinnert sich Marli Fortmann. „Ich brauchte keine Pelze und keine Brillanten. Ich habe meine Töchter in Lederhosen großgezogen. So waren die Schulden dann in einigen Jahren abgezahlt.“ Ihr vor zehn Jahren verstorbener Ehemann führte die Apotheke noch so lange, bis die Töchter ihr Examen abgeschlossen hatten. Das war 1988. Da ging die Apotheke an die Geschwister Fortmann oHG über. Zum 1. Januar 2009 hat die älteste Tochter Sabine Fortmann die Apotheke verlassen, die seitdem von ihrer Schwester Susanne Herweg (geb. Fortmann) geführt wird.

„Der Mensch steht bei uns als Kunde und Mitarbeiter stets im Mittelpunkt“, sagt Herweg. „Unser oberstes Ziel sind die Gesundheit und die Zufriedenheit unserer Kunden.“ In den vergangen 25 Jahren waren in der Taunus-Apotheke stets zwischen fünf und sieben Mitarbeiterinnen beschäftigt. Chefin Herweg engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung des Apothekenpersonals. So wurden bereits eine ganze Reihe von pharmazeutisch-kaufmännischen und pharmazeutisch-technischen Angestellten ausgebildet.

Über das übliche Angebot hinaus bieten Herweg und ihr Team auch Beratungen an – so zu Asthma und Diabetes, zu Homöopathie und Kosmetik. Dazu kann die Kundschaft sich dort den Blutdruck, die Cholesterin-Werte, den Hautzustand und den Körperfettanteil messen lassen. Eltern können sich in der Apotheke außerdem Babywaagen und elektrische Milchpumpen ausleihen.

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