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Kein Abriss: Die Wohnhäuser in Kalk können bleiben

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Nach dem Streckenausbau wird der Bahndamm näher an die Wohnhäuser rücken, die allerdings erhalten bleiben können. Foto: Uwe Schäfer
Die sechs vom Abbruch bedrohten Wohnhäuser in der Gießener Straße müssen nicht dem Ausbau der ICE-Strecke zwischen Deutz und Porz weichen. Die Bahn plant, ohne den Abbruch auszukommen.  Von
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Im Zuge der Planungen hatte der ehemalige Baudezernent Bernd Streitberger im vergangenen Jahr diese Möglichkeit ins Gespräch gebracht. Die Trasse soll von derzeit vier auf sechs Gleise erweitert werden. Die Bahn plant jedoch, ohne den Abbruch auszukommen. Das teilten Vertreter des Unternehmens den Mitgliedern der Kalker Bezirksvertretung in einem Fachgespräch mit.

Durch eine Neuordnung der bestehenden Gleise auf dem Bahndamm kann ein zusätzliches Gleis untergebracht werden - damit müsste lediglich ein Schienenstrang an der Südseite der Trasse ergänzt werden. Ein Bahnsprecher bestätigte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", dass der "Erhalt der Funktionalität der Straße" durch eine "konstruktive Lösung" gewährleistet werden solle. Die städtebauliche Situation in der Gießener Straße - ohnehin ist der Abstand zwischen Gleisen und Wohnhäusern gering - wird sich dadurch zwar verschlechtern, aber nicht so stark wie befürchtet.

Mehr Schnellzüge

Bereits 2009 begannen die Planungen für den Ausbau des Bahnknotens Köln im Bereich Kalk, deren Ziel neben mehr Kapazitäten für Schnellzüge die Entflechtung von Regional-, Güter und Fernverkehr ist. Der Kapazitätszuwachs wird notwendig, wenn ab 2020 deutlich mehr Schnellzüge auf der Trasse zwischen Köln und Frankfurt verkehren sollen. Mit dem später vorgesehenen Abschnitt, bei dem die Gleise bis zum Beginn der Schnellfahrstrecke in Porz erweitert werden sollen, bildet das Projekt den Abschluss des Vorhabens, die ICE-Züge im rechtsrheinischen Köln auf eigenen Gleisen zu führen. Zuletzt war die Strecke zwischen Mülheim und Gummersbacher Straße ausgebaut worden. (jp)

Südlich der Rolshovener Straße könnten die Anlagen "wieder vollständig auf Bahngelände errichtet werden", so der Bahnsprecher. In Zukunft werden ICE-Schnellzüge auch in Kalk auf eigenen Gleisen fahren. Auf 5,3 Kilometern, von der Gummersbacher Straße bis zum nördlichen Abzweig der Flughafenstrecke zwischen Gremberger/Vingster Ring und Autobahn 4 sollen die neue Gleise gebaut, 15 Kilometer bestehende Schienen zudem umgebaut und verlegt werden.

"Sportlich" nannte Oliver Krems das Vorhaben der Planer, noch in diesem Jahr die Unterlagen an das Eisenbahnbundesamt, die Aufsichtsbehörde der Bahn, zu übergeben. Die Präsentation sei "sehr informativ und ausführlich" gewesen, sagte der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung. Keine Angaben wollte der Sprecher der Bahn machen, wann die Bauarbeiten beginnen werden. Laut früheren Verlautbarungen des Unternehmens soll es frühestens 2017 losgehen. Drei Jahre werden die Arbeiten im Bereich der Gießener Straße dauern, fünf bis sechs Jahre insgesamt. Zu Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs am Haltepunkt Trimbornstraße werde es - mit Ausnahme einiger Wochenenden - nicht kommen, sagte der Bahnsprecher.

Lärmschutz für die Anwohner

Positiv werteten die Bezirksvertreter, dass im Zuge der Erweiterung nun doch zusätzlicher Lärmschutz kommen soll. Da die parallelen Gütergleise nicht erweitert würden, stünde den Anwohnern an der Bahnstrecke auch kein zusätzlicher Schutz zu, hatte es noch im vergangenen Jahr geheißen. Nun seien, wie der Bahnsprecher erklärt, "aktive und passive Schallschutzmaßnahmen Bestandteil der Planung". Zumindest für die nächsten Nachbarn der Strecke bedeutet die Ankündigung Hoffnung auf weniger Zuglärm. Zwischen vier und sechs Meter hohe Schallschutzwände - kleinere Exemplare als üblich - sind entlang der Gießener Straße vorgesehen, um die ohnehin dunkle Straße nicht weiter zu verschatten.

Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens werden betroffene Anwohner zudem Lärmschutzfenster beantragen können. In diesem Fall soll auch die Gesamtlärm-Belastung - also nicht nur die Emissionen der neuen ICE-Gleise - in die Berechnung einbezogen werden. Zwar wird die Strecke für Tempo 120 ausgebaut doch, ein solches werden zumindest die Züge, die vom Bahnhof Messe/Deutz in südliche Richtung fahren, dort nicht erreichen.

Er habe den Eindruck, sagte Oliver Krems nach dem Gespräch, "dass sich die Bahn bemüht, die Interessen vor Ort zu berücksichtigen". Seine Fraktion werde darauf drängen, dass im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, das laut Bahn derzeit vorbereitet wird, frühzeitig eine Bürgerversammlung stattfinde. "Die Bürger sollen von Anfang an angehört werden und über Detailfragen mitbestimmen können", forderte Krems. "Wir werden nachdrücklich Transparenz einfordern."

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