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Kinderbetreuung: Gemeinde kämpft um neue Kita

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Görg Rudolph im Außengelände vor der Kita St. Marien und St. Joseph an der Kalker Steinmetzstraße. 
Die katholische Pfarrgemeinde St. Marien und St. Joseph verhandelt seit rund einem Jahr mit der Stadt Köln über Pläne für eine neue Kindertagesstätte. Doch Stadt und Gemeinde sind sich nicht einig, das Vorhaben kommt nicht voran.  Von
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Johannes Hompesch ist sauer auf die Stadt Köln. Seit rund einem Jahr verhandelt der stellvertretende Vorsitzende der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien und St. Joseph sowie des katholischen Kirchengemeindeverbands Köln-Kalk, Humboldt und Gremberg mit dem städtischen Liegenschaftsamt über Pläne für eine neue Kindertagesstätte (Kita) an der Thumbstraße im Zentrum Kalks. Doch das für Kalk wichtige Vorhaben kommt nicht voran: Stadt und Gemeinde sind sich nicht einig, wie das Grundstück, das zur neuen Kita führen soll, genutzt werden soll.

Die neue Kita würde dringend benötigt, so Hompesch: „Die aktuellen Räumlichkeiten an der Steinmetzstraße 36 sind einfach sehr klein. Das neue Gebäude würde ausreichend Platz bieten, um vor allem die Betreuung von mehr unter dreijährigen Kindern sowie Barrierefreiheit zu ermöglichen.“

Einigung erforderlich

Doch dazu wäre eine Einigung mit dem Kölner Liegenschaftsamt über ein kleines Fleckchen Erde an der Thumbstraße erforderlich. „Dort würden wir gern die erforderlichen Stellplätze einrichten“, beschreibt Hompesch Teile des Architektenentwurfs. „Das Liegenschaftsamt fordert aber für alle Freiflächen in der Stadt eine soziale Wohnbebauung. Das ist ja grundsätzlich auch richtig, in diesem Fall würde es allerdings unser Projekt verhindern.“ Die Stellplätze seien nur an dieser Stelle sinnvoll, weil sonst für die Kinder nicht genug Platz vorhanden wäre.

Das Projekt soll laut Hompesch etwa zwei Millionen Euro kosten, weil der Bedarf an U-3-Plätzen groß ist, habe das Landesjugendamt bereits einen positiven Vorabbescheid gegeben. Auch das Kölner Bauamt gab sein Okay. Nur das Liegenschaftsamt eben nicht.

Beschluss kann man nicht ignorieren

„Die Stadt findet das Projekt der neuen Kita sehr gut“, sagt Rolf Lorenz, Leiter des Liegenschaftsamts: „Es gibt allerdings einen Beschluss des Stadtrats, der aufgrund des massiven Wohnungsnotstands in Köln eine Bebauung möglichst aller freien Flächen vorschreibt. Den kann man nicht einfach ignorieren.“ Außerdem hätte man sich mit Hompesch und der katholischen Kirche zunächst auch auf entsprechende Pläne geeinigt, so dass der Liegenschaftsauschuss im September entschieden habe, die Katholiken als alleinigen Verhandlungspartner für das betreffende Grundstück anzusehen − wenn dort bebaut würde.

„Hier blickt ein Amt nicht über den eigenen Tellerrand hinaus“, empört sich Johannes Hompesch. „Die U-3-Betreuung ist schließlich auch eine Vorgabe − auf die haben Eltern ab 2013 sogar einen Rechtsanspruch.“ Er könne nicht verstehen, wieso ein „Projekt, das Vorbildcharakter in Kalk besitze, nach Vorschrift abgeschmettert“ werde. Zumal maximal ein Haus mit drei Wohnungen à 50 Quadratmetern auf dem fraglichen Gelände Platz finden würde. Kämen dort Parkplätze hin, könnte der restliche Bereich Grünfläche werden: „Zu viel gibt es davon im Stadtteil ja auch nicht gerade“, so der 75-Jährige.

Kein Bewegungsspielraum

Wie sich der Kita-Alltag für Kinder und Betreuer verändern würde, fasst Leiter Görg Rudolph zusammen: „An der Steinmetzstraße haben wir vier Gruppen mit je 20 Kindern. Da für die U-3-Betreuung aber Extra-Räume benötigt werden, können wir hier nur eine solche Gruppe anbieten.“ Im geplanten Neubau wären vier möglich und insgesamt deutlich mehr Bewegungsspielraum vorhanden. „Die meisten Kinder wohnen zu Hause in sehr beengten Verhältnissen. Für sie wäre es schön, wenn sie wenigstens in der Kita Platz zum Toben hätten.“

Rolf Lorenz hält die Kritik Hompeschs an seinem Amt für überzogen. „Man kann nicht einfach getroffene Absprachen einseitig ändern. Wenn die Kirche jetzt neue Pläne hat, muss sie diese erneut vorlegen. Entscheiden können darüber nicht wir, sondern nur der Liegenschaftsausschuss.“

Entscheidung im Januar

Der tritt das nächste Mal am 6. Dezember zusammen, das fristgerechte Einreichen der Unterlagen sei laut Lorenz allerdings kaum mehr möglich. Er zeigt sich jedoch hilfsbereit: „Wenn die Kirche die neue Planung schnell übergibt, wird sich der Ausschuss aufgrund der Dringlichkeit sicher erneut damit beschäftigen.“

Daran ist auch Johannes Hompesch gelegen: „Spätestens im Januar brauchen wir eine Entscheidung.“ So will es der interne Zeitplan. Gibt es kein grünes Licht für die Thumbstraße, könnte die bestehende Kita umgebaut werden. Eine wirkliche Verbesserung für Kalk sei das allerdings nicht.

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