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Kommentar: Eine große Chance für Kalk

Ein Projekt Breils sind die Baum- und Beetpatenschaften.  Foto: Martina Goyert
Die Pläne für den Kalker Norden machen Hoffnung. Mit wenig Geld kann etwas bewegt werden, wenn die Menschen im Veedel ihre Fähigkeiten einbringen. KStA-Autor Uli Kreikebaum findet in seinem Kommentar lobende Worte.  Von
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Kalk. 

Die Pläne für den Kalker Norden sind überzeugend: Binnen weniger Jahre haben die Projektentwickler der "Kalkschmiede", Bewohner, Wohnungswirtschaft, Sozialverbände, Vereine, Schulen, Glaubensgemeinschaften, Kommune und Stiftungen eine Bewegung in Gang gesetzt: Seit Veedelshausmeister Andreas Breil im Veedel unterwegs ist, ist es ein wenig aufgeräumter geworden zwischen Kalker Hauptstraße und Stadtautobahn. Auf Einladung der Kalkschmiede treffen sich seit zwei Jahren Vertreter der Wohnungswirtschaft, um gemeinsam über die Entwicklung des Stadtteils nachzudenken.

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Andreas Breil (48) ist Veedelshausmeister in Kalk.
Andreas Breil (48) ist Veedelshausmeister in Kalk.
Foto: Martina Goyert

Die Bewegung muss nun zu einer Entwicklung werden. Die Forderungen der Projektentwickler gilt es umzusetzen: Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit, um für bessere Schulabschlüsse zu sorgen, mehr günstiger und familienfreundlicher Wohnraum, eine hauptamtliche Stelle für Gemeinwesenarbeit. Oberbürgermeister Jürgen Roters hat Unterstützung zugesagt, daran muss er sich halten. Die Menschen, die sich bislang engagiert haben, müssen sich weiter engagieren. Auch dann, wenn die Kalkschmiede sich verabschiedet - das Büro wird sich Ende März 2013 auflösen. Auch dann, wenn die Erfolge überschaubar bleiben: Hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität lassen sich nur schwer eindämmen, jeder Mensch, der im Viertel integriert wird, ist eine Erfolgsgeschichte.

Zuversichtlich macht trotz leerer städtischer Kassen und schwierigem Umfeld, dass die Initiatoren gezeigt haben: Mit wenig Geld kann etwas bewegt werden. Stiftungen können helfen, Wohnungseigentümer, Menschen, die in verschiedenen Bereichen Fähigkeiten haben. Wenn jeder, der ein bisschen mehr hat, etwas gibt, profitieren die, die wenig haben. Das ist ein Modell für bürgerliches Engagement in Zeiten klammer Kassen. Die Chance in Kalk darf nicht vertan werden.

Ideen für das frühere Arbeiterviertel

Das ehemalige Arbeiterviertel Kalk Nord hat 14 000 Einwohner, mehr als 50 Prozent der Menschen haben einen Migrationshintergrund. Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch, das durchschnittliche Bildungsniveau niedrig.

Bewohner, Vereine und andere Gruppen haben in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Montag Stiftung und unter Federführung der Kalkschmiede ein Konzept für die Zukunft von Kalk Nord erarbeitet. Es sieht den Ausbau der Kinder- und Jugendarbeit samt Stadtteilschule, eine hauptamtliche Stelle für Gemeinwesen und die Schaffung von günstigem und familiengerechtem Wohnraum vor.

Der Veedelshausmeister, der sich unter anderem um die Sauberkeit von Straßen und Plätzen und die Helligkeit im Viertel kümmert, soll erhalten bleiben. (uk)

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