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Metall-Recycling: Gesundheitsrisiko in der Luft

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Archivbild Schrottplatz Foto: Ralf Krieger
Ein Kalker Arzt schlägt Alarm. In seiner Praxis behandelt er besonders viele Patienten, darunter viele Kinder, die an Asthma leiden. Er vermutet, dass das mit den zwei metallverarbeitenden Recyclingbetrieben in Köln zu tun hat.  Von
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Gremberg

Er vermute eine gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung durch zwei metallverarbeitende Recyclingbetriebe im Stadtteil, deshalb gebe es in seiner Praxis „überdurchschnittlich viele Patienten, darunter auch viele Kinder, die an allergischem Asthma“ leiden. Die Stellungnahme, die ein Arzt aus Gremberg nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ für die Stadtverwaltung verfasst hat, klingt besorgniserregend.

„Wir nehmen uns der Sache an, da gibt es nichts zu deuteln“, bestätigte Bernd Kiefer vom städtischen Umweltamt am Mittwoch auf Anfrage. „Wenn uns ein Arzt mitteilt, dass er das Gefühl hat, dass es signifikant höhere Erkrankungszahlen gibt, ist das Anlass genug, um dem auf den Grund zu gehen“, betonte der Leiter der Abteilung für Emissionsschutz.

Ein Drittel mehr Asthma- und Allergiepräparate

In seinem Anschreiben weist der Gremberger Mediziner darauf hin, dass „bei Vergleichsuntersuchungen mit anderen Praxen“, zum Beispiel in Nippes oder Ehrenfeld, festgestellt worden sei, dass er „circa ein Drittel mehr Asthma- und Allergiepräparate verordnet als die Kollegen in anderen Stadtteilen“. Die Ursache für die „auffällig vielen Lungenerkrankungen“ in seinem Zuständigkeitsbereich seien vermutlich Schredderarbeiten auf den in der Nähe liegenden Schrottplätzen, durch die „kleinste Asbest- und Metallteilchen“ freigesetzt würden und sich durch die Luft im gesamten Stadtteil verteilten. Teilweise könnten die Ablagerungen „als schmierige Schicht“ auf Fenstern und Fensterbänken nachgewiesen werden.

Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ betonten Verantwortliche der beschuldigten Unternehmen jedoch, sie würden den Metallschrott auf ihrem Gelände überhaupt nicht schreddern und auch auf keinem anderen Wege zu Luftverschmutzungen beitragen. Die Betriebe seien in den vergangenen zwei Jahren mehr als 15 Mal kontrolliert worden, bestätigte Umweltamtssprecher Kiefer. Und bisher seien jedenfalls keinerlei Hinweise auf eventuelle Luftverschmutzungen gefunden worden.

Zahlreiche Schulen und Kindergärten im Einzugsbereich

Erhöhte Krankheitswerte jedoch könnten „vielerlei Ursachen“ haben. Um dem „im Raum stehenden Verdacht von vermehrten Lungenproblemen, den wir durchaus für begründet halten“, nachzugehen, werde das für Luftmessungen zuständige „Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz“ (Lanuv) eingeschaltet, so Kiefer. „Ich stelle mir vor, dass schon bald über mehrere Wochen in Gremberg gemessen wird, um belastbare Informationen zu erhalten.“

Sofortige Kontrollen seien auch „dringend notwendig“, betont Peter Peterlini, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Humboldt-Gremberg. Sollten die metallverarbeitenden Unternehmen doch die Ursache für die Erkrankungen sein, müsse berücksichtigt werden, „dass auch zahlreiche Kindergärten und Schulen im Einzugsbereich der Betriebe liegen“. Je nach Wetterlage dürften durch mögliche Emissionen zudem die Stadtteile Kalk, Vingst und Poll betroffen sein.

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