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Neubaugebiet Waldbadviertel: Paten für den Straßennamen

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Die Straße vom Kreisverkehr zum Waldbadviertel soll künftig Hans-Offermann-Allee heißen.  Foto: Ramme
Die Zufahrtsstraße, die vom Kreisverkehr am Alten Deutzer Postweg ins Neubaugebiet führt, wird nach dem ehemaligen Kalker Bezirksvorsteher Hans Offermann benannt. Kontrovers diskutiert wurde dagegen die Benennung eines Fußwegs.  Von
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Ostheim

Für das Neubaugebiet Waldbadviertel am Langendahlweg haben sich Kalks Bezirksvertreter auf die künftigen Straßennamen verständigt. In dem Quartier entstehen derzeit die ersten Rohbauten, bis zum Jahr 2018 entstehen insgesamt rund 450 Wohnungen sowie 240 Ein- und Zweifamilienhäuser.

Die Zufahrtsstraße, die vom neu geschaffenen Kreisverkehr am Alten Deutzer Postweg ins Neubaugebiet führt, erhält den Namen des ehemaligen Kalker Bezirksvorsteher Hans Offermann – er stand von 1984 bis 1992 an der Spitze der Bezirksvertretung. „Der Ort ist passend, denn das neue Wohngebiet liegt mitten im Stadtbezirk“, sagt SPD-Fraktionschef Oliver Krems. „Offermann hat sich in verschiedenen Funktionen für die Menschen im Bezirk engagiert.“

Streit um Revolutionärin als Patin

Die Parteien waren sich schnell einig: Offermann ist nach Otto Surges – nach dem ersten Bezirksvorsteher des Kalker Stadtbezirks ist eine Straße in Ostheim benannt – der zweite Bezirkspolitiker, dessen Name künftig im Stadtplan auftauchen soll. SPD und Grüne haben sich bereits vorab auf mögliche Straßennamen geeinigt. Für die Straßen im sogenannten Waldbadviertel sind ausschließlich Frauennamen gewählt worden – laut dem Grünen-Fraktionsvorsitzendem Holger Sticht seien alles Historikern überprüft worden. Krems: „Dabei ging es auch darum, einen Bezug zum Umfeld herzustellen. Alle ausgewählten Frauen haben einen Bezug zum ehemaligen Land Baden. Damit wollen wir eine Verbindung zum benachbarten Wohngebiet Badisches Viertel schaffen.“ Eine der neuen Wohnstraßen und der zugehörigen Seitentrakte soll künftig Bertha-Benz-Karree heißen, nach der ersten Autofahrerin und Ehefrau von Firmenchef Carl Benz.

Widerspruch kam von Timon Delawari (Grüne), der es „aus grüner Sicht für äußerst fraglich hält, dass hier eine Pionierin der Automobilindustrie und der Umweltzerstörung vorgeschlagen wird.“ Doch Delawaris Parteikollege Holger Sticht, der zuvor die Auswahl der Namen ausführlich begründet hatte, blieb dabei: „Bertha Benz ist auch aus grüner Sicht vertretbar. Sie konnte damals nicht wissen, wie sich der Autoverkehr entwickeln würde.“

Parteiübergreifend einig war man sich bei den Bezeichnungen Hedwig-Wachenheim-Karree – die Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt war während der Nazizeit in die USA emigriert – und Gertrud-Luckner-Karree, einer christlichen Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus.

Kontrovers diskutiert wurde dagegen die künftige Bezeichnung für den Fuß- und Radweg, der von Konstanzer Straße aus durch den zentralen Bereich des Baugebietes bis zum Vingster Waldbades verläuft. Hier hatten sich SPD und Grüne im Vorfeld auf die Bezeichnung Amalie-Struve-Weg verständigt. Der CDU war die in die Märzrevolution 1848/49 in Baden involvierte Frauenrechtlerin und Schriftstellerin „zu kritisch und zu radikal.“ CDU-Vertreter Clemens Müller: „Da könnte es später Schwierigkeiten geben, wie kürzlich bei der Poppelreuter-Straße.“ Den Vergleich mit dem erklärten Nazi-Psychiater Wilhelm Poppelreuter, dessen bisherige Straßenbezeichnung laut Beschluss der Bezirksvertretung umbenannt wird, wies Sticht zurück. Ebenso den CDU-Vorschlag, den Verbindungsweg „Im Langen Tal“ zu nennen. Die Mehrheit der Bezirksvertreter blieb beim Verwaltungsvorschlag Amelie-Struwe-Weg.

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