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Neubaugebiet Waldbadviertel: Stadt hat Schießstand im Visier

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Insgesamt 240 Einfamilienhäuser und 450 Mietwohnungen sollen im Neubaugebiet Waldbadviertel entstehen. Doch die Anwohner fürchten die Altlasten eines Schießstandes, der bis 2006 genutzt wurde.  Von
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Nach heftiger Kritik von Kommunalpolitikern und Bürgern hat sich nun die Verwaltung zum früheren Tontauben-Schießplatz am Alten Deutzer Postweg geäußert. Anwohner befürchten dort eine umfangreiche Belastung des Bodens und somit auch eine Gefährdung für die Menschen im Neubaugebiet Waldbadviertel. „Es ist richtig, dass beim Bau der Erschließungsstraße eine erhebliche Menge an Blei und anderen Schadstoffbelastungen vorgefunden wurden, allerdings ist das gesamte angrenzende Bau- und Planungsgebiet nicht belastet“, sagte Karl-Michael Gerhold in der Kalker Bezirksvertretung. Klare Worte, die bei allen Fraktionen gut ankamen. „Wir müssen Akzeptanz schaffen für das Bauprojekt“, sagte Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. „Wir brauchen doch zusätzlichen Wohnraum in der Stadt.“

Wohnen soll unbedenklich sein

Nachdem beim Bau der Straße – sie führt von einem neuen Kreisverkehr am Alten Deutzer Postweg aus in das Neubaugebiet auf dem ehemaligen „Millionenacker“ – Blei gefunden worden war, wurde der Schießplatz „ins Kataster über altlastenverdächtige Flächen aufgenommen“. Derzeit sei der mit Bleischrot verunreinigte Bereich um den Schießplatz eingezäunt und mit Hinweisschildern versehen, so Gerhold. Der direkt angrenzende Wald wurde von der Unteren Forstbehörde solange gesperrt, bis der Boden saniert wird.

Die im Bereich der Straße gefundenen Altlasten wurden laut Gerhold an beiden Seiten als „Zwischenlagerung zu Wällen aufgeschüttet, die mit sauberem Erdmaterial abgedeckt wurden“. Daher besteht aus Sicht der Verwaltung „zurzeit keine Gefahr für die Anwohner und die Bauarbeiter“. Auch müsse die errichtete Straße nicht abgerissen werden.
In den kommenden Wintermonaten soll der Boden, die Luft darüber sowie das Grundwasser von einem Gutachter auf mögliche Belastungen und deren Auswirkungen überprüft werden. „Vorgesehen ist eine umfassende Gefährdungsabschätzung, die sämtliche Belastungsszenarien enthält“, sagte Gerhold: „Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, kann entschieden werden ob und wie das Gelände künftig abgesichert und saniert werden muss.“ Eventuell kämen anschließend die Wälle wieder weg. Gerhold: „Es wird in jedem Fall sichergestellt, dass das Wohnen im Waldbadviertel unbedenklich möglich sein wird.“

Schießstand wurde 50 Jahre genutzt

Obwohl die Stadt für die erforderlichen Untersuchungen Fördermittel beim Land beantragt hat, will man versuchen, den Verursacher für die „schädlichen Bodenveränderungen“ in Regress zu nehmen. Die Verwaltung hat sich bereits mit dem „Verein zur Förderung des jagdlichen und sportlichen Schießens“ in Verbindung gesetzt. Deren Mitglieder haben den Schießplatz mehr als 50 Jahre genutzt und 2006 aufgegeben. Falls dieser Verein nicht für die Kosten von Untersuchung und Sanierung aufkommen kann, bliebe die Stadt als aktuelle Eigentümerin des Grundstücks auf den Kosten sitzen.
Etwas verwirrt waren die Bezirksvertreter, als es hieß, dass der Boden auf dem Schießplatz und das Grundwasser in der Umgebung schon im Jahr 1987 untersucht wurde. „Es ist unglücklich, dass bei der Verwaltung keine Kommunikation gelaufen ist und die Problematik anscheinend bis zum Vorjahr nicht bekannt war. Das nun notwendige Gutachten hätte man schon seit Jahren haben können“, so Krems.

240 Einfamilienhäuser und 450 Mietwohnungen

Einstimmig winkten die Bezirksvertreter eine Änderung zum städtebaulichen Planungskonzept des Waldbadviertels und die Anmerkungen zu der dazugehörigen Bürgeranhörung durch. Die Wohnungsbaugesellschaft GAG hofft, auf dem rund 17 Fußballfelder großen Gelände schon bald mit dem Bau der insgesamt 240 Einfamilienhäuser sowie 450 Mietwohnungen mit gutem und gehobenem Ausstattungsstandard beginnen zu können. Ursprünglich waren 400 Mietwohnungen geplant, aber die Zahl konnte durch Veränderungen der Wohnungs-Zuschnitte erhöht werden. Die Erdgeschosswohnungen sollen mit Hecken eingefasste Gärten erhalten. Die Wohnungen der oberen Geschosse werden mit Dachterrassen ausgestattet. Zudem sind eine Kindertagesstätte, eine Senioreneinrichtung, ein Pflegeheim und vier Spielplätze eingeplant. Außerdem sollen Einkaufsmöglichkeiten entstehen, die Spazierwege rund um das Baugebiet bleiben erhalten.

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