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Ordensgemeinschaft: Ein Kloster verabschiedet sich

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Äbtissin Benedicta Vögler. Foto: Koll
Die Schwestern des Klarissen-Ordens geben ihr Kloster an der Kapellenstraße nach fast 95 Jahren auf. Zuletzt lebten dort nur noch vier Schwestern. Nachwuchsprobleme gab es schon seit Jahren, denn die Klarissen missionieren nicht.  Von
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Seit fast 95 Jahren leben an der Kapellenstraße Schwestern des Klarissen-Ordens. Aber noch bevor sie das Jubiläum am 19. Juni werden begehen können, geben sie das Kloster auf. Am 3. Februar feiern die Schwestern um Äbtissin Benedicta Vögler einen offiziellen Abschlussgottesdienst.

„Alle sagen, es ist schade, es tut uns leid, dass ihr geht“, sagt Schwester Benedicta. Allerdings habe es schon lange Nachwuchsprobleme gegeben. Durch Kooperationen mit Klarissen-Klöstern in Polen und auf den Philippinen sei die Kalker Ordensgemeinschaft in den vergangenen Jahren zwar erhalten worden. Dennoch lebte Benedicta zuletzt allein mit drei weiteren Schwestern im denkmalgeschützten Gebäude. Eine fünfte Schwester war im vergangenen Jahr verstorben, eine sechste musste in ein Pflegeheim.

Der Kran steht still: Der Umbau des denkmalgeschützten Klarissen-Klosters an der Kapellenstraße ist unterbrochen. Die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss.
Der Kran steht still: Der Umbau des denkmalgeschützten Klarissen-Klosters an der Kapellenstraße ist unterbrochen. Die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss.
Foto: Koll

Was aus dem Haus wird, wenn das Kloster aufgelöst ist, ist noch unbekannt. Vor zwei Jahren hatte Weihbischof Manfred Melzer sich darum bemüht, dass das Kalker Haus verkleinert und modernisiert wird. Er wollte „Voraussetzungen für einen Verbleib der Schwestern in Kalk“ schaffen. Melzer ist als Bischofsvikar für die Frauenorden zuständig. Im Erzbistum heißt es, „die Entscheidung der Ordensleitung ist bitter, aber nachvollziehbar“. Der Umbau sei unterbrochen, was aus den Gebäuden werde, müsse neu entschieden werden.

Vor allem ältere Kalker hätten die Klarissen aufgesucht, erzählt Äbtissin Benedicta. Sie hätten gesagt: „Wir sind so gern gekommen, wenn wir in Not waren.“ Benedicta antwortete dann: „Es tut uns auch sehr leid, dass wir gehen. Aber die Verbundenheit bleibt doch. Ich bete in Kevelaer für euch.“ Ins dortige Kloster wird die 80-Jährige ziehen – nicht mehr als Äbtissin, sondern als einfache Schwester. „Darauf freue ich mich“, versichert sie, „da habe ich keine Verantwortung mehr, außer für andere zu beten“.

Meditation und Gebet

Die Klarissen sind ein sogenannter kontemplativer Orden, sie missionieren nicht. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Meditation und dem Gebet, sie beten für die Menschen außerhalb ihrer Klöster. „In Gedanken nur um mich zu kreisen, engt ein, das macht unglücklich“, sagt Schwester Benedicta. „Aber wenn ich ein Flugzeug sehe oder die Autos auf der Kapellenstraße, dann denke ich an die Menschen, die darin sitzen und bete für sie. Das macht mich froh.“

Den Weggang der Klarissen bedauert Harald Chudzian, der Pfarrer der katholischen Gemeinden Sankt Marien und Joseph. „In einer Zeit, in der viele Menschen beruflich so eingespannt sind, dass sie nicht mehr zum Beten kommen, haben die Klarissen das für sie übernommen“, sagt er. „Was für uns in Kalk besonders wichtig war: Die Schwestern haben das für Menschen aller Hautfarben, Kulturen und Konfessionen getan.“

Am 1. Mai 1925 wurde die Kapelle samt Kloster geweiht. Ob sie nun entweiht werden wird, ist unklar. „Die Kapelle soll nicht profaniert werden“, hofft Äbtissin Benedicta und fügt an: „Wir werden Gott bitten, dass das Kloster ein geistiges Zentrum bleibt.“

www.klarissen.net

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