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Stadtentwicklung: Eine bessere Zukunft für Neubrück

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In der Bungalow-Siedlung, die den westlichen Teil des Stadtteils prägt, steht in Kürze ein Generationswechsel an. Foto: Ramme
Ob ein neuer Straßenbahnanschluss für Neubrück gebaut wird, steht noch nicht fest. Politik und Verwaltung wollen Ringbahn-Trasse daher weiter freihalten, denn in den nächsten Jahren wird ein Generationswechsel in Neubrück erwartet.  Von
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Neubrück

Erhält Neubrück doch noch einen direkten Anschluss an die Straßenbahn? Zumindest soll die mögliche Trasse für eine in der Vergangenheit immer wieder ins Gespräch gebrachte rechtsrheinische Ringbahn weiterhin freigehalten werden. „Diese Option ist zwar gegenwärtig nicht zu realisieren, aber wir sollten sie uns jetzt auch nicht für alle Zeiten verbauen“, sagte Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der Kalker Bezirksvertretung.

Das sieht die Stadtverwaltung ähnlich. „Kaum ein anderer Stadtteil in Köln mit einer so hohen Bevölkerungszahl ist so schlecht an das öffentliche Schienennetz angebunden“, heißt es auch in der umfangreichen Vorlage zur „Raumanalyse Köln-Ost“, mit der die Verwaltung die aktuelle Situation in einigen Stadtteilen am östlichen Stadtrand untersucht und Perspektiven für die kommenden Jahre aufgezeigt hat. Die nächsten Haltestellen der Linien 1 und 9 liegen für einen Fußweg sehr ungünstig. Zur Haltestelle „Steinweg“ der Linie 9 – vom Platz An St. Adelheid knapp zwei Kilometer entfernt – führt ein abends nur schlecht beleuchteter Feldweg.

Merheim nach Neubrück

Seit gut 20 Jahren ein eigenständiger Stadtteil
Seit gut 20 Jahren ein eigenständiger Stadtteil
Foto: Ramme

Auch die südlich gelegene Haltestelle „Herkenrathweg“ sei nur durch Unterquerung das „sehr massige und bedrohlich wirkende Brückenbauwerk der Autobahn zu erreichen. „Wir empfehlen den Anschluss Neubrücks an das Liniennetz der Stadtbahn“, sagte Wolfgang Efferz vom Stadtplanungsamt. „Die erforderlichen Trassen werden seit Jahren vorgehalten.“ Möglich sei sowohl eine Anbindung in Richtung Norden an das Liniennetz der Linie 1 oder nach Süden an das Liniennetz der Linie 9. Überhaupt sei das Zentrum des angrenzenden Stadtteils Merheim nur schlecht zu erreichen. Das habe sich auch durch die Neubebauung des ehemaligen Madaus-Geländes nicht verändert. Efferz: „Hier sollte dringend und laufend an einer besseren Durchlässigkeit zwischen Merheim und Neubrück gearbeitet werden.“ Eine solche Verbindung würde auch die Schulwegesituation verbessern, da viele Kinder aus dem Merheimer Neubaugebiet Neubrücker Grundschulen besuchen.

In dem Stadtteil leben derzeit rund 8600 Einwohner in zwei unterschiedlich strukturierten Vierteln: Geschosswohnungsbau mit Mietwohnungen im südlichen und östlichen Teil, Bungalows sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im westlichen Teil. Diese Aufteilung spiegelt sich auch in den sozialen und demografischen Strukturen wider: Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt in der Bungalowsiedlung bei sieben Prozent, nebenan in den Geschosswohnungen bei 50 Prozent.

Generationswechsel steht bevor

Die Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum gelten als kaum auszuweiten.
Die Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum gelten als kaum auszuweiten.
Foto: Ramme

Während in den höheren Häusern eine ausgewogene Altersstruktur erkennbar ist, liegt in der Bungalowsiedlung der Anteil der über 60-Jährigen bei mehr als 45 Prozent (städtischer Durchschnitt bei 27 Prozent). Dort steht in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an. Dies müsse bei der Errechnung des Bedarfs an Kindertages- und Jugendeinrichtungen berücksichtigt werden.

Eine Fußgängerzone mit Läden für den täglichen Bedarf und verschiedene soziale Infrastruktureinrichtungen bestimmen das Zentrum rund um den Platz an St. Adelheid. Die Stadtplaner bewerten es derzeit trotz einiger Leerstände im nördlichen Randbereich noch als stabil. Zusätzliche Geschäfte sind allerdings aufgrund der geschlossenen baulichen Situation der Siedlung und der einheitlich konzipierten Anlage des Zentrums kaum denkbar.

Stadtteilgeschichte Neubrück

Mit der Grundsteinlegung durch den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer im Jahre 1965 begann auf dem Gelände des ehemaligen Ostheimer Militärflughafens der Bau einer Wohnsiedlung. Durch die Mischung verschiedener Einkommensschichten und Konfessionen sollte eine Ghetto-Bildung der Bevölkerung verhindert werden. So entstanden neben einem hohen Anteil an Sozialwohnungen auch frei finanzierte Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser.

Die Adenauer-Siedlung ist neben Bocklemünd/Mengenich und Stammheim die dritte bedeutende Großsiedlung der 1960er Jahre in Köln. Zunächst galt die Adenauer-Siedlung als ein Ortsteil von Brück.

Seit dem 14. Dezember 1992 ist Neubrück eigenständig: als der 85. Stadtteil von Köln.

Vom Europaring als Haupterschließungsstraße führt ein Netz von Stichstraßen rechtwinklig in die Siedlung – ähnlich einem amerikanischem Block-Vorbild. Gemeinsames architektonisches Merkmal der Häuser ist das Flachdach.

Die Konzeption der Siedlung führte nicht nur zu einer hohen baulichen Geschlossenheit, sondern auch zu einer verstärkten Insellage des gesamten Komplexes. Die Anlage wurde im Nordwesten durch die Merheimer Kliniken und das Betriebsgelände der Firma Madaus komplett vom Stadtteil Merheim abgekoppelt, nach Südwesten hin verhindert die Autobahn jeden Austausch mit den benachbarten Stadtteilen. (NR)

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