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Stadtplanung: Eine neue Ortsmitte für Merheim

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An der Kreuzung von Kieskauler Weg und Kratzweg soll ein Kreisverkehr angelegt werden – als Wendemöglichkeit für den Linien-Bus. Foto: Ramme
Nach langem Warten soll jetzt alles ganz schnell gehen. Die Bezirksvertretung Kalk setzt mit konkreten Bauplanungen für das Zentrum Merheims langjährige Forderungen der Bürger um. Doch nicht alle Wünsche wurden berücksichtigt.  Von
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Merheim

Seit gut 30 Jahren fordern Merheimer Bürger wie Kommunalpolitiker für den Stadtteil einen ansprechend gestalteten Ortsmittelpunkt nahe den KVB-Haltestellen. Nun soll auf einmal alles ganz schnell gehen. „Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für das Neubauprojekt und die Gestaltung des Ortsmittelpunktes beginnen“, sagte Stadtplaner Wolfgang Tuch in der Kalker Bezirksvertretung.

Beschlüsse zum Merheimer Ortskern

Rund um die Ortsmitte fassten die Bezirksvertreter mehrere Beschlüsse:

So soll die verkehrsberuhigte Zone um den Kratzweg erweitert und auf der Driburger Straße Parkmöglichkeiten markiert werden.

Die Straßenbeleuchtung an den Einmündungen Soester Straße und Paderborner Straße sollen verbessert werden. Bei Dunkelheit seien abbiegende Fahrzeuge für Fußgänger kaum erkennbar. Die Rhein-Energie kündigte eine Reparatur der Straßenlaternen an. (NR)

Dazu präsentierte er einen rund 60-seitigen Entwurf für den Bebauungsplan. Der soll, von einigen Abstrichen abgesehen, umgesetzt werden: Das rund 8,5 Hektar große Areal um die ehemalige KVB-Wendeschleife am Kieskauler Weg, auf der sich unter anderem gegenwärtig eine Parkfläche, ein Taxi-Halteplatz und ein Bus-Warteplatz befinden, soll neu gestaltet werden.

Nach Plänen der Architektin Dörte Gattermann sind zwischen Kieskauler Weg und Driburger Straße sechs ein- bis viergeschossige Gebäudetrakte mit „Villencharakter“ geplant. Die Gesellschaft Modernes Köln, ein Tochterunternehmen der Sparkasse Köln-Bonn, will insgesamt 80 Wohnungen (zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß), eine Tiefgarage sowie eine Kindertagesstätte bauen.
Alle Verbindungswege zwischen den sechs Häusern sollen ausschließlich für Fußgänger angelegt werden, können bei Bedarf allerdings auch befahren werden. Zum Kieskauler Weg hin ist ein kleiner Platz mit Bänken und Grünzonen, Arztpraxen sowie eine Ladenzeile geplant. „Dafür stehen interessierte Apotheker jetzt schon Schlange“, sagt CDU-Bezirksvertreter Walter Kelz.

Wünsche der Merheimer

Die Brachfläche auf der ehemaligen Straßenbahn-Wendeschleife soll bebaut werden. Der Taxi-Halteplatz sowie die bisherigen Parkmöglichkeiten fallen weg.
Die Brachfläche auf der ehemaligen Straßenbahn-Wendeschleife soll bebaut werden. Der Taxi-Halteplatz sowie die bisherigen Parkmöglichkeiten fallen weg.
Foto: Ramme

Von einem Altenheim sowie einem Veranstaltungssaal oder Mehrzweckraum ist dagegen nichts in den Planungen zu finden – solche Einrichtungen hatte sich der Merheimer Bürgerverein stets gewünscht. „Da wurde eine große Chance vertan“, sagt der Vorsitzende Horst Hanika. „Wir hätten gern eine Einrichtung mit Wohnungen und Pflegeplätzen für Senioren gesehen. Viele Merheimer wollen im Alter im gewohnten Umfeld bleiben und nicht ins Bergische oder in die Eifel ziehen.“

Die bei mehreren Bürgerversammlungen geäußerten Wünsche der Merheimer seien jedoch teilweise in die Neuplanung eingeflossen, so Bezirksvertreterin Kerstin Schmedeman (SPD): „Das Seniorenhaus mit Pflegestation kommt nicht, aber es gibt seniorengerechtes Wohnen und wohl auch einen ambulanten Pflegedienst.“

15 Prozent mehr Parkplätze

Die geplanten Maßnahmen in Merheim.
Die geplanten Maßnahmen in Merheim.
Foto: KStA-Grafik

Auf Wunsch der Anwohner seien die Staffelgeschosse zur Driburger Straße hin verringert worden. Zudem sei zwischen den Einfamilienhäusern und dem Neubauprojekt ein Sichtschutz vorgesehen. Auch die Anzahl der Parkplätze wurde nochmals um 15 Prozent erhöht. Schmedeman: „So soll es in der Tiefgarage auch 14 öffentliche Einstellplätze geben.“

Mit den Neubauten fallen künftig die derzeitige Wendeschleife und der Warteplatz der Buslinie 158 weg. Damit der „Krankenhaus-Bus“, der im Halb-Stunden-Takt von der KVB-Haltestelle „Merheim“ aus das nahe gelegene Krankenhaus und die Rheinische Landesklinik anfährt, künftig keinen großen Umweg durchs Veedel fahren muss, um zu wenden, soll die Kreuzung von Kieskauler Weg und Kratzweg zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden. Der Taxi-Halteplatz wird mit Beginn der Bauarbeiten an die Warendorfer Straße verlegt. Hierfür will die Verwaltung nahe der Bahn-Haltestelle die Fahrbahnmarkierungen ändern und sechs Halteplätze anlegen.

Die Autofahrer, die derzeit die Brachfläche zum Abstellen ihres Fahrzeuges nutzen, werden per Handzettel auf die geänderte Situation hingewiesen. Sie sollen künftig an der Hohensyburgstraße parken oder den Park-&-Ride-Platz an der Bahnhaltestelle in Brück nutzen.

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