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Strandbad: Zoff am Rather See

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Zweimal im Jahr säubern die Mitglieder des Angelsportvereins die Uferbereiche rund um den Rather See von Müll und Abfällen aller Art. Foto: Ramme
Die ehemalige Kiesgrube in Rath-Heumar soll zu einem Nahrerholungs- und Naturschutzgebiet umgestaltet werden. Die Angler in Rath-Heumar fühlen sich jedoch übergangen und pochen auf ihre Fischereirechte.  Von
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Rath-Heumar/Neubrück

Wird aus einer ehemaligen Kiesgrube in Rath-Heumar ein Freizeitparadies mit Naturschutzbereich? Oder bleibt es auf Dauer ein abgezäunter Baggersee, an dem Freizeitvergnügen aller Art und vor allem Baden verboten und zudem gefährlich ist? Die Diskussion um die Zukunft des Rather Sees geht in diesen Wochen in die entscheidende Phase. Doch derzeit riecht es nach Knatsch am See. "Wir unterstützen die Umwandlung des Sees in ein Freizeitgelände nicht", sagt Jürgen Richartz, der Vorsitzende des Angelsportvereins Rath-Heumar, dessen Mitglieder seit 38 Jahren rund um die Kiesgrube ihre Angeln auswerfen.

Richartz: "Unser Verein wurde nicht von Anfang an in das Projekt einbezogen und nun vor vollendete Tatsachen gestellt. Zudem haben wir für die weitere Nutzung des Gewässers ein Angebot erhalten, das nicht akzeptabel ist." Der Verein, dem zum Rather Steinweg hin eine 2000 Quadratmeter große Parzelle des insgesamt rund 43 Hektar großen Geländes am Ostufer des Sees gehört, will, so Richartz, seine "Fischereirechte weiterhin gewährleistet haben. Das ziehen wir auch durch."

Bereiche für den Naturschutz

Da liegt der Angelsportverein allerdings auch quer mit den Plänen und Vorgaben der Stadtverwaltung. Denn das Vereinsgrundstück liegt außerhalb des künftig kommerziell genutzten Areals in jenem Teil, der als Naturschutzbereich ausgewiesen werden soll. "Solch eine Festlegung entspricht nicht unseren Bedürfnissen", sagt Richartz. "Das wollen wir nicht. Das entwertet unser Grundstück."

Doch die geplante Aufteilung in ein kommerziell genutztes Freizeitgelände mit Strandbad und einer oder zwei Rundbahnen für Wasserski sowie in einen Naturschutzbereich, in dem die Vielfalt an Pflanzen, Kleintieren und Wasservögeln unter Schutz steht, ist politisch gewollt. "Das wollen wir so haben. Definitiv. Das wertet das Naherholungsangebot in unserem Stadtbezirk deutlich auf", sagt Kalks Bezirksbürgermeister Markus Thiele. Er hofft, dass sich die betroffenen Parteien rund um den See bald einigen werden.

Verträge noch in diesem Jahr

Schließlich hat sich die Kalker Bezirksvertretung mit großer Mehrheit für das von Florian von Stein, Verwalter der Eigentümergemeinschaft, und Umweltberater Ingo Althoff erarbeitete Projekt für die künftige Nutzung des Sees entschieden. Damit diese Pläne umgesetzt werden - von Stein und Althoff sind in Verhandlungen mit einem Kölner Unternehmen als Investor - ist Eile geboten. Denn bei den Vorarbeiten und der Herrichtung des Geländes für das künftige Strandbad hilft die Heumar-Beton Knoll GmbH, die jahrzehntelang Kies aus dem See gebaggert hat. Allerdings läuft die Verpflichtung zur Rekultivierung - das ist mit der Stadt vertraglich vereinbart - nur noch bis Ende 2013. Von Stein: "Bis dahin muss des See umgestaltet sein." Daher müssen alle notwendigen Verträge noch in diesem Jahr unterschrieben und vorher verhandelt werden - sowohl mit den Eigentümern als auch mit der Stadt und der Politik.

Der Angelsportverein ist bei diesen Verhandlungen außen vor, sein Pachtvertrag für die Fischereirechte auf dem See ist an den Betreiber der Kiesgrube gekoppelt. Wenn die Firma Knoll das Gelände verlässt, erlischt auch der Vertrag der Angler.

Nach Auffassung der Verwaltung hat der Verein aus rechtlicher Sicht kein Anrecht auf eine weitere Nutzung. "Die Integration des Angelsports ist grundsätzlich gewünscht", erklärt Verwalter Florian von Stein. Doch ein Kompromissangebot - die Nutzung eines 100 Meter langen Uferbereiches für Steg und Bootsanleger - habe der Verein abgelehnt.

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