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Umwelt: Luft wird auf Asbest untersucht

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Archivbild Schrottplatz Foto: Ralf Krieger
Verschmutzen Betriebe in Köln-Kalk die Luft so stark, dass die Gesundheit der Anwohner Schaden nimmt? Eine Interessengemeinschaft geht davon aus, die Unternehmen bestreiten vehement.  Von
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Humboldt-Gremberg

Im Umfeld von drei Recyclingbetrieben in Humboldt-Gremberg wird es Luftmessungen geben. „An mehr als fünf Standorten werden Anlagen aufgestellt, in denen Staubniederschläge etwa 30 Tage gesammelt werden, um sie unter anderem auf Metallanteile und Asbest zu analysieren“, bestätigte Bernd Kiefer vom städtischen Umweltamt. Es sei „nur noch eine Frage von Tagen, bis es losgeht“.

Wie berichtet, befürchten die Interessengemeinschaft Humboldt-Gremberg sowie ein niedergelassener Arzt aus Gremberg, dass die Betriebe die Luft gesundheitsgefährdend verschmutzen. Nach einer Analyse des Mediziners gibt es in seiner Praxis „überdurchschnittlich viele Patienten, darunter auch viele Kinder, die an allergischem Asthma“ leiden. Bei Vergleichsuntersuchungen mit Praxen in Nippes oder Ehrenfeld sei festgestellt worden, dass er „circa ein Drittel mehr Asthma- und Allergiepräparate verordnet“, heißt es in der ärztlichen Stellungnahme, die der Stadtverwaltung vorliegt. Ursache für die „auffällig vielen Lungenerkrankungen“ in seinem Bereich seien vermutlich Arbeiten auf in der Nähe liegenden Schrottplätzen, durch die „kleinste Asbest- und Metallteilchen“ freigesetzt würden und sich durch die Luft verteilten.

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Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ haben Verantwortliche der beschuldigten Unternehmen die Vorwürfe vehement bestritten. Zwei der Betriebe seien in den vergangenen zwei Jahren mehr als 15- mal kontrolliert worden, bestätigte Umweltamtssprecher Kiefer. Bisher seien keinerlei Hinweise auf Luftverschmutzungen gefunden worden. Wie zu erfahren war, wurden gegen eines der Unternehmen aber wiederholt Bußgelder verhängt, weil dort Material aufgekauft und gelagert wurde, für das keine Berechtigung vorlag.

Für die dritte Firma, in der Schrott nur gelagert wird, ist die Bezirksregierung zuständig. Gegen das Unternehmen seien im vorigen Jahr drei Ordnungsverfügungen verhängt worden, gegen die der Betrieb derzeit vor dem Verwaltungsgericht klage, sagte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums. Dabei gehe es aus Sicht der Behörde um unsachgemäße Lagerung von Abfällen, Geruchsbelästigung sowie unzureichende Abdichtungen der Verkehrsflächen auf dem Gelände.

Hinweise darauf, dass diese Sachverhalte zu einer gesundheitsgefährdenden Luftverschmutzung geführt hätten, gebe es bisher nicht, betonte Bernd Kiefer. Außer den drei Firmen werde bei den geplanten Messungen auch der Straßen- und Bahnverkehr als mögliche Staubquelle ins Auge gefasst. Denn erhöhte Krankheitswerte könnten „vielerlei Ursachen“ haben.

Ortskenntnis ist wichtig

Das für Luftmessungen zuständige Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv) jedenfalls habe zugesagt, schon bald tätig zu werden. Die Standorte, an denen die Spezialgeräte aufgebaut werden, würden jetzt erneut mit der IG Humboldt-Gremberg diskutiert. „Ortskenntnis ist wichtig, damit die Untersuchungsergebnisse nicht beeinträchtigt werden, etwa durch ein in der Nähe liegendes Abbruchhaus oder einen oft genutzten Grillplatz“, erläutert Kiefer.

Um nicht beschädigt oder manipuliert zu werden, sollten die Apparaturen möglichst auf privatem oder kommunalem Grund aufgestellt werden. „Hinter einem Zaun, vielleicht auch auf einer Garage, wo es keinen direkten Zugriff für Außenstehende gibt“, so Kiefer.

Er sei jedenfalls froh, dass es „jetzt losgeht und die Bedenken der Anwohner ernst genommen werden“, ergänzte Peter Peterlini, Vorsitzender der IG Humboldt-Gremberg. Sollten die Recyclingbetriebe doch die Ursache für die Erkrankungen sein, komme erschwerend hinzu, „dass auch zahlreiche Kindergärten und Schulen im Einzugsbereich liegen“. Je nach Wetterlage dürften dann auch die Stadtteile Kalk, Vingst und Poll betroffen sein.

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