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Waldbadviertel: Ein neues Stadtviertel entsteht

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Im Neubaugebiet Waldbadviertel sind bereits die Konturen der ersten Häuser zu erkennen. Foto: Ramme
Das Waldbadviertel in Köln-Ostheim nimmt Gestalt an. Erste Wohnungen sollen 2014 beziehbar sein. Die GAG geht von einer Fertigstellung nach Plan aus. Nun stehen auch die Straßennamen für das neue Viertel fest.  Von
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Ostheim

Die Zufahrtstraße ist schon fast fertiggestellt – auf dem ehemaligen Millionenacker entstehen die Rohbauten der ersten Häuser: Die Arbeiten für das sogenannte Waldbadviertel verlaufen nach Zeitplan. Man sei „mitten drin im ersten Bauabschnitt“, sagt Kathrin Möller vom GAG-Vorstand. Im östlichen Teil des 145 000 Quadratmeter großen Geländes investiert die Wohnungsbaugesellschaft zunächst neun Millionen Euro, um 52 öffentlich geförderte Wohnungen zu bauen.

Vor wenigen Tagen ist der erste Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt mit 103 Wohnungen erfolgt, im Winter startet der dritte Teil der Bauarbeiten. Voraussichtlich Ende 2017 oder Anfang 2018 soll das gesamte Projekt fertig sein – im Stadtteil entsteht so Platz für rund 2000 zusätzliche Einwohner. Die ersten können laut Planung im Sommer 2014 einziehen.

Straßen bekommen Frauennamen

Kalks Bezirksvertreter machen sich daher Gedanken, welche Namen die Straßen im Neubaugebiet erhalten sollen. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag, 13. Juni, soll darüber beraten werden. SPD und Grüne haben sich bereits auf mögliche Namen geeinigt: Für die Straßen im Waldbadviertel wurden vor allem Frauennamen gewählt. „Dabei ging es uns auch darum, einen Bezug zum Umfeld herzustellen“, sagt Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. „Alle ausgewählten Frauen haben einen Bezug zum ehemaligen Land Baden. Damit wollen wir eine Verbindung zum benachbarten Wohngebiet Badisches Viertel schaffen.“

Zu den vorgeschlagenen Personen

Hans Offermann (11. Februar 1925 bis 11. Dezember 2002) war von 1984 bis 1992 Bezirksvorsteher (heute: Bezirksbürgermeister) des Stadtbezirkes Kalk. Bei der KVB war er als Ausbilder der Fahrer Tätig und gehörte als ÖTV-Mitglied dem Betriebsrat an.

Bertha Benz (3. Mai 1849 bis 5. mai 1944), geb. Ringer, war Ehefrau von Carl Benz und erste Autofahrerin. Durch ihre finanzielle Unterstützung konnte der wirtschaftliche Erfolg der Firma Benz gesichert werden.

Hedwig Wachenheim (27. August 1891 bis 8. Oktober 1969) stammt aus einer jüdischen Familie, war Publizistin, Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt und SPD-Mitglied. Bis 1933 war sie Stadtverordnete in Berlin und Abgeordnete im Preußischen Landtag. Über Frankreich und England emigrierte sie in die USA und nahm 1938 die US-Staatsbürgerschaft an. 1946 kehrte sie als Mitarbeiterin der Wohlfahrtsabteilung der US-Militärregierung für fünf Jahre wieder zurück nach Deutschland.

Gertrud Luckner (26. August 1900 bis 31. August 1995), geb. als Jane Hartmann,war eine christliche Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus. Mit Unterstützung des Caritasverband half sie Juden durch die Vermittlung von Ausreisemöglichkeiten. Im März 1943 wurde sie verhaftet und ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gebracht. Nach dem Krieg setzte sie sich für die jüdisch-christliche Verständigung ein. Luckner erhielt das Bundesverdienstkreuz und das Päpstliche Ehrenkreuz.

Amalie Struve (1824 bis 1862), geb. Siegrist, war Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und radikale Demokratin. Mit Ehemann Gustav Struve war sie maßgeblich bei der Märzrevolution von 1848/49 in Baden beteiligt. Nach Ende der Haft strafen gingen beide ins Exil in die USA. (NR)

Die neuen Wohnstraßen sollen künftig Gertrud-Luckner-Karree, Hedwig-Wachenheim-Karree und Bertha-Benz-Karree heißen. Für den Fuß- und Radweg, der zentral gelegen von der Konstanzer Straße aus bis zum Gelände des Vingster Waldbades verläuft, ist die Bezeichnung Amalie-Struve-Weg vorgesehen. Allerdings gebe es laut Krems derzeit in der Bezirksvertretung noch Überlegungen, den zentralen Weg durch das Viertel – in Anlehnung an den traditionellen Flurnamen – Langendahlweg zu nennen. Dafür müsste jedoch der bereits bestehende Langendahlweg teilweise umbenannt werden. Krems: „Ob das möglich und sinnvoll ist, muss noch geprüft werden.“

Offen, luftig und mit viel Grün

GAG-Vorstand Kathrin Möller
GAG-Vorstand Kathrin Möller
Foto: GAG

Einig ist man sich bei der Zufahrtsstraße, die vom neu geschaffenen Kreisverkehr am Alten Deutzer Postweg ins Neubaugebiet führt: Sie wird nach dem ehemaligen Kalker Bezirksvorsteher Hans Offermann benannt. Den SPD-Kommunalpolitiker mit einem Straßennamen zu verewigen, ist schon seit 2004 regelmäßig im Gespräch. Krems: „Der Ort ist passend, denn das neue Wohngebiet liegt mitten im Stadtbezirk. Offermann hat sich in verschiedenen Funktionen für die Menschen in Kalk engagiert.“

Durch das derzeit größte Neubauprojekt der GAG entstehen auf dem rund 17 Fußballfelder großen Gelände rund 450 Wohnungen, vor allem in dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern. Die Gesamtwohnfläche umfasst rund 32 000 Quadratmeter. 30 Prozent der Wohnungen entstehen mit öffentlicher Förderung, die Miete dort liegt bei 6,25 Euro pro Quadratmeter. Die konzeptionelle Grundlage der neuen Siedlung bildet der städtebauliche Entwurf des Architekturbüros Professor Carsten Lorenzen aus Dänemark. An der weiteren Bauplanung sind mehrere Architekturbüros beteiligt, um ein durchgehendes aber dennoch vielseitiges Konzept zu entwickeln. Offen und luftig, mit viel Grün – das sind die Grundlagen für das neue Viertel. Die Energieversorgung wird über ein neues Blockheizkraftwerk sichergestellt. Interessenten für die Wohnungen können sich bei der GAG (Telefon 0221/2011 111) informieren und bewerben. Zudem sollen 240 Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen, die jedoch nicht von der GAG, sondern von einem anderen Investor gebaut werden. Möller: „Wir konzentrieren uns beim Projekt Waldbadviertel auf unsere Kernkompetenz – den Bau von attraktiven Mietwohnungen.“

Nach mehreren Verhandlungen mit potenziellen Investoren ist man mit einem Interessenten einig geworden. Die Firma Interhouse, die schon rund um den Bürgerpark in Kalk einige Häuser gebaut hat, bietet im Internet bereits die neuen Häuser in Ostheim an. Neben dem Wohnraum und großzügigen Freiflächen sind Gewerbebereiche mit Einkaufsmöglichkeiten, einer Kindertagesstätte (Baubeginn im Herbst 2013), eine Senioreneinrichtung, drei Wohngruppen sowie mehrere Tiefgaragen in Planung.

www.gag-koeln.de

www.waldbadviertel.de

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