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Planung: Straßensanierung im Heistert?

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Das ehemalige Pfarrhaus (rechts) neben der Hubertus-Kapelle stammt aus dem Jahr 1772. Die Straße vor dem Denkmalbereich soll verkehrsberuhigt ausgebaut werden.  Foto: Reiner Züll
Eigentlich stünde der Ausbau der Pfarrer-Reinartz-Straße nach der Prioritätenliste der Gemeinde noch nicht an. Doch das Förderprogramm zur Dorferneuerung läuft 2013 aus. Nun hofft man auf Geld von der Bezirksregierung für den Ausbau.  Von 
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Für CDU-Fraktionschef Toni Mießeler war es keine Frage: „Wir müssten gesteinigt werden, wenn wir diese Chance nicht nutzen“, sagte der Sötenicher Ratsherr am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Liegenschaften, Forst und Umwelt, nachdem Diplom-Ingenieur Bernd Becker, Chef des gleichnamigen Planungs- und Entwicklungsbüros, die Entwurfspläne für den Ausbau der Pfarrer-Reinartz-Straße in Kall vorgestellt hatte.

Und auch die Sprecher der Fraktionen von SPD, FDP und Grünen sprachen sich grundsätzlich für den Ausbau der Straße im historischen Ortsteil Heistert aus. Voraussetzung ist jedoch, dass die Gemeinde Zuschüsse aus Mitteln der Dorferneuerung bekommt.

780 000 Euro an Kosten

Eigentlich stünde der Ausbau der Pfarrer-Reinartz-Straße nach der Prioritätenliste der Gemeinde noch nicht an. Weil aber, so Bernd Becker, in diesem Jahr das Förderprogramm der Dorferneuerung auslaufe, solle die Gemeinde versuchen, den historischen Bereich um den Pünderhof, die Hubertuskapelle und das alte Pfarrhaus auszubauen, falls eine 60-prozentige Landesförderung aus Dorferneuerungsmitteln gewährt werde. Der Ausbau werde rund 780 000 Euro kosten.

Das Kaller Büro Becker geht davon aus, dass ein Antrag auf Förderung Erfolg haben könnte, weil es sich in Heistert um einen denkmalgeschützten Bereich handelt, der wegen seiner Historie und seinen historischen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert besondere Beachtung finden könnte. Außerdem sei der derzeitige Zustand der Pfarrer-Reinartz-Straße in einem schlechten Zustand.

Die Entwurfsplanung sieht an der Einmündung zur Kölner Straße einen kleinen Platz mit viel Grün vor. Bis zum Abzweig der Straße „Auf dem Fels“ werde die Straße einen Querschnitt von fünf Metern bekommen, weil dort Gewerbe angesiedelt sei, so Becker. Ein 1,50 Meter breiter Gehweg mit Hochbordsteinen soll Fußgängern Sicherheit geben.

Alten Baum erhalten

In Höhe des Pünderhofes steht ein alter Baum, der in die Planung einbezogen werden soll, indem dort eine kleine Ruhezone mit einer Bank geschaffen wird. Im historischen Bereich am alten Pfarrhaus und an der Hubertuskapelle sind Straße und Gehweg als Mischfläche vorgesehen, wobei sich der ebenerdige Gehweg lediglich durch einen anderen Belag von der Fahrbahn absetzt.

Gegenüber der Kapelle könnten einige Parkplätze geschaffen werden. Allerdings, so Bernd Becker, seien dafür Grundstücksverhandlungen mit Anrainern erforderlich.

Für den weiteren Straßenverlauf in Richtung Friedhof werde man ebenfalls versuchen, den Zuschussgeber davon zu überzeugen, das ein Ausbau sinnvoll sei, weil sich am Friedhof ein historisches Wegekreuz und eine alte Kastanienallee befinden. Letztere würde man gern in Richtung der Straße „Am Kreisgarten“ erweitern.

Man müsse die Bürger frühzeitig mit ins Boot nehmen, um Verständnis zu wecken, regte SPD-Sprecher Erhard Sohn an. Man müsse auch klären, ob die vorhandene Kanalisation ausreiche. Geklärt werden müssten zudem die Fragen der Anliegerbeitragspflicht und eventueller Folgekosten für die Gemeinde.

Letzte Möglichkeit

Man solle jetzt noch nicht mit Zahlen operieren, die man nicht kenne, sagte Bürgermeister Herbert Radermacher. Jetzt gehe es zunächst um die Entscheidung, ob man mit einem Förderantrag an die Bezirksregierung herantreten solle. Es sei die letzte Möglichkeit, noch in den Genuss von Fördermitteln aus dem auslaufenden Programm zu kommen. Bekomme die Gemeinde keine Zuschüsse, habe sich die Geschichte für die nächsten Jahre erledigt.

Ekkehard Fiebrich (Grüne) sprach sich für den Ausbau aus. Die Pfarrer-Reinartz-Straße sei damals die Hauptstraße zur Wallenthaler Höhe gewesen. Auch für Toni Mießeler (CDU) war die Richtung klar: „Heute oder morgen muss dort ohnehin etwas gemacht werden.“ Vor dem Hintergrund des auslaufenden Förderprogramms wäre es sträflich, den Versuch zu unterlassen, den Ausbau mit Dorferneuerungsmitteln zu realisieren.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass das Planungsbüro den Förderantrag aufgrund der Entwurfsplanung auf den Weg bringt, denn laut den Förderrichtlinien muss der Ausbau bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

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