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Saathandel: Herr über Millionen Kürbiskerne

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Alexander May betreibt in Sötenich einen Samenhandel mit angegliederter Zuchtabteilung. Foto: Gudrun Klinkhammer
In den alten Büroräumen der Zementfabrik lagert Alexander May mindestens 350 Sorten. Der 44-Jährige tüftelt aber auch neue Kreationen gemeinsam mit einem serbischen Professor aus. Die Kunden kommen aus halb Europa.  Von 
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Kall-Sötenich

Die Räume, in denen die Firma Floveg zu Hause ist, sind nüchtern und funktional. Ihr Inhalt kann dafür sehr lebendig werden. Tausende von Kürbiskernen sowie Samen und Kerne beliebter und seltener Nutz- und Zierpflanzen werden hier gelagert.
2010 kaufte Alexander May die Immobilie in Sötenich, dabei handelt es sich um das ehemalige Bürogebäude der Firma Lafarge. In einem Trakt lebt der Firmeninhaber heute mit seiner Frau Angelika, mit seinen drei Kindern und einem Hund. Im zweiten, rund 250 Quadratmeter großen Trakt wickelt er seine Geschäfte ab.

Anbau- und Probefelder

Pro Jahr verkauft Alexander May mehr als zehn Millionen Kürbissamen. Die Kerne werden vorwiegend von großen Landwirtschaftsbetrieben und Gärtnern in der Region erworben, aber auch ins Ausland wie etwa nach Österreich, Ungarn, Holland und Frankreich verkauft. Anbau- und Probefelder nutzt der Wahl-Sötenicher unter anderem in Jülich.

Der 44-Jährige wuchs in einer Gärtnerei auf und wurde zum Kaufmann ausgebildet. Er machte erste Berufserfahrungen in einem Blumengroßhandel. Dann baute er gemeinsam mit Kollegen eine Gärtnerei in Hürth auf. May: „Eines schönen Tages im September, in einer Zeit, in der der Handel immer sehr ruhig ist, kam ich auf die Idee, Kürbisse zu vermarkten.“

Kürbiskerne
Beliebte Kürbissamen, die immer gerne wieder abgerufen werden, lagern in diesen Regalen.
Foto: Gudrun Klinkhammer

Ausgezeichneter Standort

May beschäftigte sich mit Anbauplanung, Marketing und Verkauf der Früchte. Nebenher begann er, mit den Samen zu handeln. Und genau daran blieb er letztendlich hängen. Nach ersten Stationen in Hürth, Kuchenheim und Rheinbach fand er mit den Räumen in Sötenich nun einen ausgezeichneten Standort. 350 verschieden Kürbissorten hält er in Samenform immer vor. Weltweit existieren weit über 1000 Sorten, weiß der Fachmann. Doch gedeihen die asiatischen Varianten in den hiesigen Breitengraden nicht richtig. Daher fallen sie aus dem mitteleuropäischen Programm heraus.

Kürbiskerne
Die Geschäftsräume werden immer wieder mit unterschiedlichen Kürbisfrüchten dekoriert.
Foto: Gudrun Klinkhammer

In Sötenich lagert die Ware säuberlich verpackt in Spezialräumen, unter den teilweise fensterlosen Kammern befindet sich auch ein Kühlhaus. Stets wird darauf geachtet, dass die Luftfeuchtigkeit 35 Prozent nicht überschreitet. Alexander May: „Bei Kürbiskernen handelt es sich um Ölsaaten, die sind relativ gut lagerbar.“

Neuzüchtungen

Das tägliche Geschäft mit den Früchten regt zu Neuzüchtungen an. Diese neuen Kreationen klügelt Alexander May gemeinsam mit einem serbischen Professor aus. May: „Der serbische Professor ist ein Kalebassen-Freak. Wir beide haben immer wieder tolle Ideen, Form und Farbe sind da fast keine Grenzen gesetzt. Wir wissen aber auch: Vieles ist möglich, aber eben nicht alles.“ Die Testfelder für Neuzüchtungen der Firma Floveg liegen in Serbien in der Nähe der ungarischen Grenze.
Neues und altes Wissen rund um den Kürbis verbreitet Alexander May, der momentan zwei Mitarbeiter beschäftigt, auf einer eigenen Internetseite. Die Themen lauten zum Beispiel „Kürbisküche“, „Kürbis-Community“, „Klaras Tagebuch“, „Big Pump“, Kürbiskultur und Kürbismuseum.

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