Der Geisterzug findet auch in diesem Jahr nicht statt. Die Stadt sagt, sie könne ihn nicht genehmigen, weil die Organisatoren des Zugs, Ähezbär un Ko, Auflagen nicht erfüllten, etwa die Bereithaltung eines Rettungsdiensts und Nachbesserung des Beschilderungsplans für die Querung der Inneren Kanalstraße. Zudem sei kein Streckenplan vorgelegt worden. Ähzebär hatte erst in der vergangenen Woche – nach mehrfacher Aufforderung der Stadt – die Unterlagen eingereicht. Nach Prüfung der Pläne durch Amt und Sicherheitsbehörden wurden diese nun als unzureichend eingestuft.
„Auflagen nicht finanzierbar“
Ähzebär-Sprecher Erich Hermanns behauptet: „Das Ordnungsamt war zwar bereit, uns bei den Auflagen in einigen Punkten entgegen zu kommen, ist aber in anderen kostenintensiven Punkten nicht bereit, wie in früheren Jahren Maximalforderungen von Polizei und Feuerwehr abzumildern. Die Aussage, dass das Amt wolle, das der Geisterzug gehe, ist wohl nur ein Lippenbekenntnis.“ Kämmerei, Festkomitee und AWB wollten den Zug unterstützen. „Da sich aber keine weiteren größeren Sponsoren fanden, sind die Auflagen für uns nicht finanzierbar.“
Schon 2012 mussten die Geister den Zug absagen, weil sie nicht genug Geld hatten, die Auflagen zu erfüllen. In diesem Jahren wollten sie Karnevalssamstag ab 19 Uhr in Ehrenfeld (Venloer Straße/Alpener Straße) starten und über Venloer Straße, Limburger Straße und Ehrenstraße bis in die Innenstadt ziehen. Im Bereich Gertrudenplätzchen/Breite Straße/Apostelnstraße sollte sich der Zug auflösen.
Als 1991 der Rosenmontagszug wegen des Golfkriegs abgesagt wurde, initiierte der Verein Ähzebär un Ko den Geisterzug. Er war eigentlich eine Anti-Kriegs-Demo, in die sich aber auch viele Menschen in Kostümen einreihten – auch aus Protest gegen die Absage des Rosenmontagszugs. 2012 fiel er aus finanziellen Gründen aus.
Die Tradition der Geisterzüge ist viel älter. „In Köln gibt es seit 1860 Geisterzüge an Karnevalssamstag“, sagt Michael Euler-Schmidt, stellvertretender Direktor des Stadtmuseums. Die hatten „eine politische Komponente und einen chaotischen, lärmenden Charakter“, so der Historiker. Schon früher fand der Zug nicht immer statt. „Er ging regelmäßig unregelmäßig“, weiß Euler-Schmidt. Die Zugteilnehmer fanden sich spontan zusammen. Darunter waren teilweise auch Traditionskorps in voller Gardeuniform.


