Karneval in Köln
Der große Kölner Karnevalsfahrplan: Berichte, Fotos, Videos, Termine und Infos.

Vorlesen
0 Kommentare

Fatal Banal: Männerquote bei den Colombinen

Erstellt
Seit Jahren dürfen die Beisitzer Curt und Carl nur Schriftführer sein und brav nicken – bis sie einen teuflischen Plan in die Tat umsetzen. Foto: Stefan Worring
In den Sitzungen der alternativen Jecken von Fatal Banal wird wieder herzlich gelacht: Neben der Frauenquote wird das Organisationsbüro von Arsch huh und der 1. FC Köln auf die Schippe genommen. Und Kasperle? Dessen Aussagen bedürfen gar der Übersetzung.
Drucken per Mail
Ehrenfeld

Das hat Kristina Schröder jetzt davon. Die Familienministerin wollte unbedingt die 1/3-Frauenquote in den Führungsetagen. Und im Fastelovend der alternativen Jecken von Fatal Banal ist sie schon Realität. Nur nicht unbedingt so, wie sich das die Frauen wahrscheinlich vorgestellt haben.

Da wird eine Vorstandssitzung von Kölns Frauenkarnevalsgesellschaft Colombina Colonia samt Quotenmännern dargestellt.

Die blicken zufrieden auf ihr bislang Erreichtes zurück: „Im Rosenmontagszug sind mehr Stuten als Hengste unterwegs, Bärbelchen hat mehr Redeanteile als Hänneschen. Das lass ich mir nicht von diesem Karnevalsmariechen-Muffel kaputtmachen“, wettert die Präsidentin noch Richtung Schröder.

Bis die Beisitzer Curt und Carl sie dermaßen mit Kurzen und Aperol abgefüllt haben, dass sie und ihre Vizepräsidentin beschließen, die komfortable zwei Drittel-Mehrheit der Frauen im Verein zugunsten des vermeintlich besseren einem Drittel aufzugeben. Auch die SPD hat ähnlich „kluge“ strategische Richtungsentscheidungen getroffen, lästert Sitzungspräsi Christoph Stubbe: „Erstens: Peer Steinbrück wird Kanzlerkandidat. Zweitens: Angela Merkel bleibt Bundeskanzler.“

Hermanns brilliert als Chantalls Mutter

Ob die Erfindung der SMS vor 20 Jahren jedoch wesentlich intelligenter war, ist nach dem makabren und herrlich pointierten Sketch mit Hartmut Ernst als Ehemann zu bezweifeln, der von seiner Ehefrau (Susanne Hermanns) mit den Kurznachrichten in den Herztod getrieben wird. Hermanns brilliert auch wieder als Chantalls Mutter, die neben Schunkel-Fetischist Günni (Rainer Braun-Paffhausen) auch nach 22 Jahren Fatal Banal immer noch die beliebtesten alten Bekannten auf der Bühne sind.

Mehr dazu

Er treibt den Präsi in den Wahnsinn, bis der ihm den Stecker zieht. Sie treibt die Annäherung einer deutschen Mutter zur Familie des türkischen Nachhilfelehrer ihrer Tochter auf die Spitze: „Konjungieren???? Hör mir auf mit der Sauerrei.“

„Ich voll schling, er so rülps.“

Die deutsche Sprache geht ohnehin den Bach runter, wie das Theater mit dem Kasperle verdeutlicht, der nur noch unvollständige Sätze („Ich voll schling, er so rülps.“) sprechen kann, was dringend der Übersetzung bedarf.

Bitterböse gerät ein Blick in das Organisationsbüro von Arsch huh, indem vergeblich nach einem Kölschsponsor „„Wir sind doch alle so schön Köln-besoffen.“) gesucht wird. Doch die Künstler kommen nur, wenn es Freibier gibt...

Dafür ist bereits die Rollstuhlrampe für die museumsreifen Künstler eingerichtet. „Da haben die Bläck Fööss auch schon nach gefragt.“ Schöner sind nur noch die FC-Abstiegshymne („Nie mehr volles Haus, alles aus“) und die Liebesgeschichte zwischen dem Nazimädchen Gretchen (Mieke Stoffelen) und einem Salafisten (Stubbe), die alle hassen außer sich selbst. Und das Karnevalshasser-Krätzchen von Stoffelen mit dem großartigen Mario Michalak kurz vor Schluss.: „Ja, wir lieben Karneval. Ja, wir hassen Karneval. Damit muss man wohl ganz einfach leben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Fast alle 16 Vorstellungen sind ausverkauft. Karten gibt es nur noch für den 24. und 30. Januar. Karten für 25 Euro bei Kölnticket, 0221/2801.

Auch interessant
Anzeige
FACEBOOK
Toplinks